| 00:00 Uhr

Glitzerkastanie soll Raser bremsen

Kindergartenleiterin Karoline Theobald (stehend ganz links) und ihre kleinen Schützlinge von der Kita St. Luzia Erbringen sind stolz auf die Glitzerkastanie, die sie gemeinsam mit fleißigen Helfern vom Elternausschuss der Kita gestaltet haben. Foto: Theobald
Kindergartenleiterin Karoline Theobald (stehend ganz links) und ihre kleinen Schützlinge von der Kita St. Luzia Erbringen sind stolz auf die Glitzerkastanie, die sie gemeinsam mit fleißigen Helfern vom Elternausschuss der Kita gestaltet haben. Foto: Theobald FOTO: Theobald
Erbringen. „Hallo, hier ist ein Kindergarten!“: Das soll die Botschaft der mit Glitzerbehang und einer bunten Schlange geschmückten Kastanie vor dem Kindergarten St. Luzia in Erbringen sein – in der Hoffnung, dass die Autos dort endlich langsamer fahren. red

Eine drei Meter lange Fantasie-Schlange wacht seit Kurzem über die Tempo-30-Zone vor dem Kindergarten St. Luzia in Erbringen . Die Kastanie vor dem Kindergarten trägt seit wenigen Tagen Glitzerblüten und ein frühlingshaftes Ringelkleid. Die Schlange, die am Baum befestigt ist, heißt "Evalotte" und hat nun ein wachsames Auge auf die Straße. Die Kita-Kinder freut es: "Jetzt haben wir auch ein eigenes Kindergarten-Haustier!", sagen sie.

Ein echter Hingucker



Schon von Weitem glitzern die runden Kunststoffscheiben an den Ästen des Kastanienbaumes in der Sonne - Dutzende CDs sind dort aufgehängt worden. Man schaut hin, ist verwundert und viele Menschen nehmen das erste Mal diesen Baum bewusst wahr. "Wir hoffen, dass auch der Standort unseres Kindergartens wieder bewusster wahrgenommen wird", erläutert der Elternausschuss der Kita St. Luzia zu der Aktion.

Denn sie hat eigentlich einen ernsten Hintergrund: Der Erbringer Kindergarten liegt an der Hauptdurchgangsstraße durch den Ort. Jeden Tag fahren hier Tausende Autos vorbei, und viele Autofahrer nehmen nicht wahr, dass auf Höhe des Kindergartens Tempo 30 gilt. Es kommt nach Darstellung des Elternausschusses immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn die Kinder gebracht und abgeholt werden. Viele der Autos seien deutlich schneller als 30 Kilometer pro Stunde, fahren mit Tempo 50 bis 80 vorbei. Der Fußgängerüberweg unmittelbar vor der Kita werde allzu oft nicht beachtet. "Die Verkehrssituation ist von uns nicht zu beeinflussen. Aber wir wollen wahrgenommen werden als Kindergarten, damit jeder sich besinnt und an die Geschwindigkeitsbeschränkung hält", erklärt Leiterin Karoline Theobald.

Für die Sicherheit der Kinder

Die Intention der Baumschmuck-Aktion sei es, die Aufmerksamkeit der Vorbeifahrenden zu garantieren und gleichzeitig Störungen zu vermeiden. "Die Sicherheit unserer Kinder ist das höchste Ziel", betont Theobald. Dafür wolle die Kita nicht den mahnenden Zeigefinger heben, sondern den Verkehrsteilnehmern ein deutliches Zeichen setzen: "Hallo, hier ist ein Kindergarten". Daher habe man bei der Gestaltung des Baumes bewusst die knalligen Farben des Ringelkleides und die schillernden Kunststoffscheiben in allen Farben gewählt, die von den Kindern mit großer Freude selbst gestaltet wurden.

Bei der Gestaltung des "Schlangenbaumes" legten nicht nur die Kinder mit Hand an, Unterstützung kam auch von Eltern, die zum Beispiel das knallbunte Wollkleid, das die Schlangenhaut von "Evalotte" bildet, strickten. Bei allen Helfern bedankt sich Karoline Theobald mit ihren Kolleginnen und den Kindern für die Unterstützung.