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Georg Scherrmann fürchtet großen Edeka-Markt ausgangs Beckingen

Haustadt : Händler sieht seine Existenz bedroht

Heute geht es im Beckinger Gemeinderat um die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes. Davor fürchtet sich Georg Scherrmann.

Wurst, Fleisch, Obst, Gemüse, Hygiene-Artikel, Milch, Käse und vieles mehr: In den beiden Tante-Emma-Läden in Düppenweiler und Reimsbach kriegen die Kunden von Georg Scherrmann und seinem Team alles – und das wohnortnah. In den Verkaufsregalen gibt es neben dem Standardsortiment der Grundversorgung, auch Deko je nach Jahreszeit und Zeitschriften. „Wir werden regelmäßig von Edeka beliefert“, verrät der Chef der beiden Nah-und-Gut-Läden. „Wir decken das ganze Sortiment ab.“ Dennoch fürchtet er sich vor dem Unternehmensverbund. Der schickt sich an, den Kleinst-Supermärkten in beiden Beckinger Ortsteilen Konkurrenz zu machen. In dem ehemaligen Teppichhaus der Firma Werding ausgangs Beckingen soll der Lebensmittelmarkt eingerichtet werden.

 In seiner Sitzung Ende Oktober hat der Beckinger Gemeinderat den Weg dafür frei gemacht. Er hat der Aufstellung des Bebauungsplanes „Sondergebiet für Einkaufszentren und großflächige Handelsbetriebe“ zugestimmt, um so die frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung und die Abstimmung mit den Nachbargemeinden einzuleiten. Damit folgten die Fraktionen der Empfehlung des Bau- und Umweltausschusses, der sich in seiner Sitzung am 23. Mai für das Projekt am Ortsende von Beckingen zu Haustadt hin ausgesprochen hatte. Am heutigen Mittwoch, 16. Januar, 18 Uhr, berät der Gemeinderat im Sitzungssaal erneut über das Sondergebiet. Einzelhandel in der Talstraße 266. Die Anregungen und Bedenken, die bei der öffentlichen Auslegung eingegangen sind, werden erörtert, ebenso die der Träger öffentlicher Belange. Auch soll die Satzung des Bauplanes beschlossen werden.

Seit Scherrmann weiß, dass der Markt sich in dem ehemaligen Teppichhaus Werding ansiedeln soll, hat er Angst um seine Existenz. „Schon jetzt ist es für uns ein täglicher Kampf ums Überleben“, verrät er. Ist der Markt in der Talstraße erst einmal eröffnet, fürchtet er, dass ihm die Kunden auch in Düppenweiler und Reimsbach wegbleiben. „Mein Geschäft in Haustadt habe ich geschlossen, weil ich gegen den großen Markt keine Chance habe“, sagt er traurig. „Mein Laden im Pfarrer-Clotten-Weg 6 ist nur rund zwei Kilometer von dem Einkaufsmarkt entfernt.“ Daher habe er sich im Sommer zu diesem Schritt entschlossen. Von Kunden, die nur sporadisch kommen, weil sie vielleicht was vergessen haben, könne er nicht leben. Daher habe er sich dazu entschlossen, sein Nah-und-Gut-Geschäft in Haustadt zu schließen.

„Ich verstehe die Kritik der Senioren an meiner Entscheidung“, sagt er. Für sie ist das Einkaufen vor Ort leichter. Jetzt sind die Leute, die oft kein Auto mehr besitzen, auf andere angewiesen. Aber ich muss auch wirtschaftlich denken“, begründet er das Aus für den Laden. Ersatz hat er in der Reimsbacher Straße 48 in Reimsbach gefunden – auf rund 350 Quadratmetern bietet er seit September seine Waren an. Die Nah-und-Gut-Filiale in Düppenweiler, in der Tochter Teresa arbeitet, hat 550 Quadratmeter.

Eine Frage treibt den Mann um: Es gibt nach seinen Worten viele Einkaufsmöglichkeiten  in der Umgebung – nicht nur in der Gemeinde selbst, sondern auch am Rande von Dillingen, die schnell zu erreichen sind. „Warum sprach sich der Gemeinderat für einen weiteren Markt aus?“