Gemeinderat Beckingen: Anwohner von "Im Pfuhl" Düppenweiler fordern Gespräch

Beckingen : Ausweisung neuer Baugrundstücke sorgt für Diskussionen

Der Beckinger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung eine Änderung des Bebauungsplans für den Bereich „Im Pfuhl“ in Düppenweiler beschlossen. Anwohner kritisieren, dass noch viele Fragen offen seien – und wünschen sich Zeit und Gelegenheit, die Angelegenheit zu besprechen.

Während die einen sich erst noch konstituieren, wird bei den anderen schon beraten: Für allzu viele Diskussionen sorgten die Punkte auf der Tagesordnung des Beckinger Gemeinderates am Dienstagabend aber nicht. Zwei der drei Bausachen (siehe Info) wurden  einstimmig beschlossen. Die dritte jedoch, die Änderung des Bebauungsplans „Im Pfuhl“ in Düppenweiler, hatte einige Anwohner angelockt. Bereits vor der Behandlung dieses Themas meldete sich in der Einwohnerstunde einer der Anwohner, Roger Kallenborn, zu Wort. Er wohnt in der Straße „Zum Wilscheider Hof“, die in direkter Nähe zu dem Gebiet „Im Pfuhl“ liegt. Er forderte den Gemeinderat auf, den Tagesordnungspunkt zu verschieben. „Für die Betroffenen sind einige Fragen noch nicht geklärt“, begründete er sein Ansinnen. Er schlug vor, eine Fragestunde abzuhalten, in der Räte, zuständige Ausschüsse und Anwohner die Details des Bebauungsplans besprechen, „um einen gemeinsamen Nenner zu finden“.

Der Bebauungsplan sieht vor, dass ein bislang unbebautes Grundstück in der Straße „Im Pfuhl“ als Mischgebiet ausgewiesen wird. Dies bedeutet, dass dort sowohl Gewerbebetriebe als auch Wohnungen entstehen können. „Errichtet werden sollen entweder drei Einzelhäuser oder ein Doppelhaus und ein Einzelhaus“, heißt es in den Sitzungsunterlagen der Verwaltung. Mehrere Änderungen wurden in dieser Hinsicht am ursprünglichen Bebauungsplan vorgenommen: So wurde beispielsweise die Dachneigung auf maximal 30 Grad beschränkt und die Traufhöhe, also die Höhe vom Erdboden bis zur Dachkante, auf 6,60 Meter reduziert – ursprünglich vorgesehen waren sieben Meter. Zudem wurde die maximal zulässige Anzahl von Wohneinheiten auf zwei pro Wohngebäude festgelegt. Der Abstand zwischen Baugrenze und Straße wurde von drei auf fünf Meter erhöht.

Dagmar Ensch-Engel (Linke) sagte, dass sie der Bitte von Kallenborn gern entgegenkommen würde. Außerdem legte sie der Verwaltung nahe, das gewünschte Gespräch mit den Bürgern zu führen. Josef Bernardi (SPD) erinnerte daran, dass während der Offenlegung Bedenken eingegangen seien. Er betonte: „Wenn ich das richtig sehe, ist diesen Bedenken Rechnung getragen worden.“ Er wies darauf hin, dass nach dem Beschluss der Plan für weitere vier Wochen offengelegt würde – in dieser Zeit könnten Fragen und Bedenken besprochen werden.

Als „zeitlich sehr eng“ bezeichnete Ensch-Engel diese vier Wochen. Schließlich sei es für den Laien schwer, eine entsprechende Argumentationskette aufzubauen, um dagegenzuhalten. „Vier Wochen sind die Mindestfrist“, betonte Bernardi – und schlug vor, diese zu erweitern. Beckingens Bürgermeister Thomas Collmann kündigte an, einen Gesprächstermin auszumachen. Mit großer Mehrheit sprach sich der Rat schließlich dafür aus, die Änderungen anzunehmen und die Offenlegung auf acht Wochen auszuweiten. Gegenstimmen gab es nur von den beiden Vertretern der Linken.

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