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Blandine
Gedenken an selige Schwester Blandine

Gedenkgottesdienst mit vier Geistlichen, Lektoren und Messdienern zum 100. Todestages von Schwester Blandine in der Pfarrkirche.
Gedenkgottesdienst mit vier Geistlichen, Lektoren und Messdienern zum 100. Todestages von Schwester Blandine in der Pfarrkirche. FOTO: Norbert Becker
DÜPPENWEILER. In einem Gottesdienst anlässlich ihres 100. Todestages wurde Düppenweilers berühmteste Tochter geehrt.

Wie in Trier, wo sie ihre letzte Ruhestätte fand, wurde am vergangenen Freitag auch im Geburtsort Düppenweiler ein Gedenkgottesdienst zum 100. Todestag der am 1. November 1987 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochenen Schwester Blandine Merten gefeiert.


Der Verwaltungsratsvorsitzende Michael Fritsch hieß zu der Messe in der Pfarrkirche St. Leodegar, die von Pater Siegfried Elbert zusammen mit seinen Mitbrüdern, Dechant Thomas Schmitt sowie den Pfarrern Manfred Thesen und Wolfgang Goebel zelebriert wurde, viele Gläubige willkommen. Mit in verschiedenen Rollen gesprochenen Worten trugen Fritsch und weitere Lektoren und Lektorinnen ausführlich die Lebensgeschichte von Maria Magdalena Merten, der späteren Schwester Blandine, vor. Sie wurde am 10. Juli 1883 als neuntes Kind der frommen Bauernfamilie Merten geboren. Nach der Volksschule Düppenweiler besuchte sie von 1899 bis 1902 das Lehrerinnenseminar in Marienau bei Vallendar am Rhein.

Danach war sie von 1902 bis 1908 als Volksschullehrerin in Oberthal, Morscheid (heute ein Ortsteil der Gemeinde Morbach) im Hunsrück und Großrosseln tätig. Mit ihrer Schwester trat sie im November 1908 in die Ursulinenkongregation Calvarienberg in Ahrweiler ein und erhielt den Ordensnamen „Blandina“, der später in „Blandine“ eingedeutscht wurde. Sie legte im Ahrweiler Mutterhaus im Jahre 1910 die zeitliche und 1913 die ewige Profess ab. Schwester Blandine übte von 1910 bis 1916 die Tätigkeit als Volksschullehrerin an den Schulen der Ursulinen in Saarbrücken und Trier aus, bis sie eine schwere Tuberkuloseerkrankung arbeitsunfähig machte.



Sie starb im Alter von nur 34 Jahren am 18. Mai 1918 in Trier. Schon als Lehrerin besaß Schwester Blandine durch ihre Güte und innere Fröhlichkeit eine besondere Ausstrahlung gegenüber ihren Schülern und deren Eltern. Ihre Gottergebenheit und Gelassenheit, auch während der schweren Krankheit, verstärkten diesen Eindruck. Im Jahre 1954 wurde in Trier der bischöfliche Informativprozess zur Vorbereitung ihrer Seligsprechung in die Wege geleitet, die dann im Jahre 1987 am Fest Allerheiligen durch Papst Johannes Paul II. ausgesprochen wurde.

Die sterblichen Überreste von Schwester Blandine ruhen seit 1990 in der eigens errichteten Blandinen-Kapelle auf dem Friedhof St. Paulin in Trier. Auch im Eingangsbereich ihrer Heimatpfarrkirche in Düppenweiler wurde ihr zu Ehren eine kleine Kapelle geschaffen, die von vielen Gläubigen besucht wird. Durch den Erlös der Kollekte soll dort der Bau einer Elektroheizung mitfinanziert werden. Nach dem Gottesdienst hatte der Blandinen-Ausschuss zu einem Empfang und Gelegenheit zum Gespräch in das Pfarrhaus und den Pfarrgarten eingeladen.

(nb)