Fremde Kulturen kennenlernen

Beckingen. Neue Kulturen entdecken, Land und Leute wirklich kennen lernen, neue Sprachen sprechen, neue Freunde finden: Für Sara Mieth (Foto: SZ) aus Beckingen war das vor knapp zwei Jahren genug Motivation, ehrenamtlich nach Madagaskar zu gehen und sich dort um Straßenkinder zu kümmern (die SZ berichtete). Daraus ist inzwischen ein Beruf geworden

Beckingen. Neue Kulturen entdecken, Land und Leute wirklich kennen lernen, neue Sprachen sprechen, neue Freunde finden: Für Sara Mieth (Foto: SZ) aus Beckingen war das vor knapp zwei Jahren genug Motivation, ehrenamtlich nach Madagaskar zu gehen und sich dort um Straßenkinder zu kümmern (die SZ berichtete). Daraus ist inzwischen ein Beruf geworden.Sara Mieth, studierte Sozialpädagogin, arbeitet für ICJA mit Sitz in Berlin als Referentin für die Entsendung von Freiwilligen nach Afrika. ICJA ist ein weltweiter Austausch von Freiwilligen. Ob Arbeit mit bolivianischen Straßenkindern oder Migrantinnen im belgischen Antwerpen, in einer Schule in Ghana oder einem Waisenhaus in Taiwan: Die zur Föderation ICYE zusammengeschlossenen Partnerkomitees des ICJA ermöglichen den Einsatz in mehr als 35 Ländern weltweit. "Uns gibt es seit 60 Jahren", erzählt Sara Mieth beim Heimaturlaub im Elternhaus in Beckingen. "Wir haben zurzeit keinen einzigen Saarländer unterwegs", sagt sie. Das wolle sie ändern. "Wir wären schon interessiert, am liebsten für zwölf Monate." Aber das Miteinander kann auch umgekehrt gehen: Ihr Freiwilligendienst sucht ständig in Deutschland nach Gastfamilien für junge Leute aus der ganzen Welt. Das soll nun auch im Saarland möglich werden. Die ICJA ist in fast allen Bundesländern vertreten. Die Betreuung haben Rückkehrer aus Lateinamerika, Asien, Afrika und Osteuropa übernommen. Sara Mieth war nach der Schule ein Jahr im Freiwilligendienst. Sie findet es immer noch toll, was sie dort gelernt hat, sagt sie. "Der Freiwilligendienst ist in der Friedensarbeit enorm wichtig", sagt Mieth. "In einer anderen Kultur bekommt man ein ganz anderes Gefühl für das eigene Land. Wir können auch von anderen lernen!" Wer Lust hat, von einer fremden Kultur intensiv etwas mitzubekommen, dem könne sie ihren Dienst nur empfehlen. "Der Freiwilligendienst ist in der Friedens- arbeit enorm wichtig."Sara Mieth

Auf einen BlickDer ICJA wurde 1949 als internationaler, christlicher Jugendaustausch von John Eberly/Church of Bethren gegründet. Frieden, Versöhnung, Ökumene und internationale Verständigung waren und sind die Ziele. Als Bildungseinrichtung stellt ICJA sicher, dass die Teilnehmer gründlich informiert und vorbereitet werden, mit Seminaren in Deutschland und vor Ort. Die Teilnehmer müssen einen Beitrag entrichten, der sich nach dem Familieneinkommen richtet. Im Gegenzug unterstützt die ICJA die Teilnehmer bei der Visa-Beschaffung, Impfungen, sorgt für den Projektplatz, Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld und Versicherungen. Für Zivildienstleistende bietet ICJA den zwölfmonatigen Dienst in einem anderen Land. Infos: www.icja.de oder Telefon (030) 212 382 52, E-Mail icja@icja.de. fs

Mehr von Saarbrücker Zeitung