Bilanz des Einsatzjahres Das neue Löschfahrzeug war beherrschendes Thema

Oppen · 22 Übungen, 13 Einsätze, darunter neun im eigenen Ort, neun Brandwachen oder Ordnungsdienste bei Veranstaltungen und insgesamt 4600 geleistete Stunden ehrenamtlichen Dienstes – so liest sich die Einsatzbilanz des Feuerwehr-Löschbezirks Oppen, der auf seiner Jahresdienstbesprechung Bilanz zum Jahr 2023 zog.

Die beförderten und geehrten Feuerwehrleute des Löschbezirks Oppen mit Bürgermeister Thomas Collmann (links), dem KFV-Vorsitzenden Georg Flesch (Zweiter von links), Wehrführer Andreas Michely (Vierter von links) und Löschbezirksführer Niclas Petry (rechts).

Die beförderten und geehrten Feuerwehrleute des Löschbezirks Oppen mit Bürgermeister Thomas Collmann (links), dem KFV-Vorsitzenden Georg Flesch (Zweiter von links), Wehrführer Andreas Michely (Vierter von links) und Löschbezirksführer Niclas Petry (rechts).

Foto: Maurice Himbert/Feuerwehr

Löschbezirksführer Niclas Petry und seine Mannen begrüßten zu dieser Versammlung unter anderem Beckingens Bürgermeister Thomas Collmann als obersten Dienstherrn der Feuerwehr auf Gemeindeebene, den Beckinger Wehrführer Andreas Michely, den Oppener Ortsvorsteher Ralf Selzer und Georg Flesch als Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV). Auch Petrys Vorgänger im Amt des Löschbezirksführers, Alfred Klauk, Harald Jungmann, Alexander Schmidt und Timo Schumacher waren dabei.

Positiv entwickelt hat sich der Personalbestand der Oppener Wehr, die Zahl der Aktiven stieg um zwei auf 36 – die beiden Neuzugänge resultierten zum einen aus einem jungen Mann, der von der Jugendwehr zu den Aktiven wechselte, sowie zum anderen aus einem Neueinsteiger, der sich mit seinem Sohn zusammen der Feuerwehr anschloss. Die Altersabteilung bestand zum Stichtag 31. Dezember 2023 aus zwölf Personen. Bei den 13 Einsätzen des vergangenen Jahres handelte es sich in sechs Fällen um Brände, ebenso hoch war die Anzahl der technischen Hilfseinsätze (zum Beispiel nach Unfällen oder zur Beseitigung von umgestürzten Bäumen). Außerdem gab es einen ABC-Einsatz, der laut Petry in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich war: Während ihres eigenen Sommerfestes im August mussten die Oppener Wehrleute hierfür ausrücken, gemeldet worden war ausgetretenes Gas. Vor Ort stellte sich dann indes heraus, dass tatsächlich versehentlich Essen auf einem Herd angebrannt war – ausgelöst durch eine umkippende Matratze, die den Drehknopf am Herd gestreift hatte und damit die Kochplatte in Betrieb gesetzt hatte.

Einen breiten Raum in der Versammlung nahm die Diskussion über das neue Einsatzfahrzeug ein, das die Oppener eigentlich in diesem Jahr bekommen sollten. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Gemeinderat im November 2022 gefasst. Doch im vergangenen Jahr entschied sich der Löschbezirk dann, aus der geplanten Fusion mit den Nachbar-Wehren in Reimsbach, Erbringen und Hargarten auszusteigen. Nun gibt es, wie sich auf der Versammlung zeigte, Befürchtungen auf Seiten der Oppener Wehrleute, dass wegen dieses Ausstiegs das neue Einsatzfahrzeug, das nach den Worten von Niclas Petry dringend erforderlich ist, doch nicht nach Oppen kommen könnte. Petry sagte, er und seine kameraden erwarteten hierzu vom Bürgermeister als Chef der Wehr ein klares Bekenntnis zu Oppen. Doch das blieb Bürgermeister Collmann an diesem Abend schuldig: „Für mich steht die Sicherheit der Gesamtgemeinde im Mittelpunkt“, sagte Collmann. Auch wenn die Oppener Wehr aus dem Fusionsprozess ausgestiegen sei, werde dieser mit den drei verbliebenen Löschbezirken weitergeführt. Er bedauere den Ausstieg: „Ich bin traurig über die Entscheidung des Löschbezirkes. Ich werde aber unaufgeregt, objektiv und sachlich damit umgehen, denn ich möchte keinen einzigen Feuerwehrmann deswegen verlieren.“ Collmann sagte weiter, vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Brandschutz-, Bedarfs- und Entwicklungskonzept der Gemeinde schon über 13 Jahre alt sei und eine Überarbeitung dringend angezeigt sei, habe er Handlungsbedarf gesehen: „Wir werden seitens der Verwaltung alles auf den Prüfstand stellen und eine Expertise durch ein unabhängiges Fachbüro in Auftrag geben.“ Zugleich erklärte er aber auch: „Das Fahrzeug wird voraussichtlich erst Ende 2024 zur Verfügung stehen. Bis jetzt ist dieses Fahrzeug der Feuerwehr Oppen zugeteilt.“ Collmann betonte weiter, er werde bei der Entscheidungsfindung die neue Wehrführung um Andreas Michely mit ins Boot nehmen.

Oppens Ortsvorsteher Ralf Selzer ging auf das Thema Fusion ein: „Die Entscheidung, aus der Fusion auszusteigen, haben hier lauter gestandene Feuerwehrleute, die in Krisenzeiten blitzschnell Entscheidungen treffen müssen, nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. Und dann akzeptiere und respektiere ich das.“ Diesen Respekt sollten auch andere den Wehrleuten zollen und stets eines bedenken: „Wozu ist eine Entscheidung, egal wie sie getroffen wird, gut?“, schloss Selzer.

Zum Abschluss der Versammlung gab es noch Beförderungen und Ehrungen für die Oppener Wehrleute (siehe Infokasten).

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