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Reimsbach
Die Ahnen und die Verwandten im Saarland nicht vergessen

Erinnerungsfoto anlässlich des erneuten Besuchs des Ehepaares Dr. William (Randy) Jungman und Julie Kangas (rechts neben dem Gedenkstein) mit Bürgermeister Thomas Collmann und Ortsvorsteher Jürgen Dörholt, dessen Vorgänger Bobby Brandstätter sowie Familienangehörigen und weiteren Verwandten und Bekannten an dem Gedenkstein.
Erinnerungsfoto anlässlich des erneuten Besuchs des Ehepaares Dr. William (Randy) Jungman und Julie Kangas (rechts neben dem Gedenkstein) mit Bürgermeister Thomas Collmann und Ortsvorsteher Jürgen Dörholt, dessen Vorgänger Bobby Brandstätter sowie Familienangehörigen und weiteren Verwandten und Bekannten an dem Gedenkstein. FOTO: Norbert Becker
REIMSBACH. Das Ehepaar Jungman aus den USA kehrte zurück zu ihren familiären Wurzeln in die Gemeinde Beckingen und wurde herzlich empfangen.

Viele US-Amerikaner, darunter auch derzeit in aller Munde stehende Präsident Donald Trump, haben deutsche Wurzeln. Viele von ihnen - Trump nicht - saarländische. So auch der 66-jährige Zahnarzt Dr. William (Randy) Jungman aus Escondido bei San Diego (Kalifornien), der mit seiner Ehefrau Julie Kangas, ebenfalls Zahnärztin, im Rahmen einer Europareise, die dann als Schiffstour von Budapest bis Amsterdam führte, wieder einen Abstecher in die ihm ans Herz gewachsenen Orte  Düppenweiler und Reimsbach machte.


Jungman fühlt sich der Heimat seiner Vorfahren besonders verbunden. Dies unterstreichen die zahlreichen Kontakte zu seiner entfernten Verwandtschaft in der Gemeinde Beckingen, die durch Besuche und Gegenbesuche gepflegt werden. Sein Urgroßvater verließ im Jahre 1881 mit seiner Familie, zu der auch sein Großvater als damals Zweijähriger zählte, Reimsbach und wanderte nach Iowa (USA) aus.

Die Vorfahren der Jungmanns stammten aus Saarfels (damals noch Fickingen) und zogen über Düppenweiler nach Reimsbach. In Düppenweiler hatte der Bauer Junk(g)mann als direkter Vorfahre von Randy im Jahre 1723 Kupfererze oder Spuren derselben beim Pflügen am Weltersberg entdeckt, was der Auslöser zum  späteren Kupferbergwerk wurde und  das nach dessen Freilegung heute als Erinnerung an den historischen Bergbau  jährlich eine große Anzahl an Besuchern anlockt.



 Im Rahmen der Reimsbacher 1050-Jahr-Feier im Jahre 2000, zu der Randy und weitere Familienmitglieder aus den Vereinigten Staaten angereist waren, stiftete er eine Bronzetafel als bleibendes Andenken an die zahlreichen Auswanderer aus Reimsbach im 19. Jahrhundert, denn es wurden immerhin 106 Personen registriert. Das Schmuckstück mit Inschrift (siehe Info) wurde zusammen mit einer Erinnerungstafel an die Jubiläumsfeier des Ortes an einem auf dem Dorfplatz aufgestellten Findling aus dem Hartsteinwerk Gebr. Arweiler angebracht und im Rahmen des Festes enthüllt.

Die Gäste aus den USA beteiligten sich damals auch auf einer Pferdekutsche sitzend am Festumzug und unternahmen ebenfalls eine eigens für sie organisierte Führung durch das historische Kupferbergwerk in Düppenweiler.

Am späten Dienstagnachmittag dieser Woche bereiteten die Jungmanns aus Reimsbach und Düppenweiler zusammen mit weiteren Verwandten und Bekannten sowie Vertretern der Kommunalpolitik, darunter Bürgermeister Thomas Collmann, Ortsvorsteher Jürgen Dörholt und sein Vorgänger Bobby Brandstätter, am Gedenkstein in Reimsbach dem charmanten Ehepaar Jungman einen herzlichen Empfang und überreichten Präsente wie Bücher „150 Jahre Amt Beckingen“, „Bewegte Jahre Band I und II“ von Volkmar Schommer, kleine Andenken, Bürgermeisterwein und einen Präsentkorb.

Der Bürgermeister wies auf die Gedenktafel als bleibenden Hinweis auf die Auswanderung im 19. Jahrhundert hin. „Als Ortsvorsteher finde ich es besonders schön zu wissen, dass ihr Vorfahre in Düppenweiler das Kupfererz gefunden hatte“, meinte Ortsvorsteher Dörholt. Übersetzt von Rudolf Puhl, dessen Ehefrau Gerlinde ebenfalls eine geborene Jungmann ist, ergriff Randy Jungman vor einem Sektumtrunk das Wort: „Ich fühle mich hier wie zuhause, sehr willkommen und verbunden. Es ist wichtig zu wissen, dass meine Ahnen hier aufgewachsen sind“, meinte er und bedankte sich bei den Gastgebern für den herzlichen Empfang. Der bestehende Kinderaustausch zwischen Verwandten und Bekannten hüben und drüben soll weiter gehen.