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Fahrräder machen Flüchtlinge mobil

Honzrath. Der Aufruf des Flüchtlingsnetzwerkes Beckingen, nicht mehr gebrauchte Fahrräder zu spenden, zeigte seine Wirkung. Die Reaktion aus der Bevölkerung war überwältigend. Mehr als 50 Fahrräder – zum Teil sehr gut erhaltene – kamen zusammen. Norbert Becker

Für die Flüchtlinge in der Gemeinde Beckingen ist sicher die eingeschränkte Mobilität ein großes Problem, denn das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs ist dünn, und die Fahrpreise sind hoch.

Flüchtlinge halfen mit



Deshalb rief das Flüchtlingsnetzwerk Beckingen vor einigen Wochen im Amtsblatt dazu auf, nicht mehr benötigte Fahrräder zu spenden. Die Reaktion aus der Bevölkerung war überwältigend. Mehr als 50 zum Teil sehr gut erhaltene Fahrräder wurden dem Netzwerk in den letzten Wochen angeboten und von freiwilligen Helfern abgeholt. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Honzrath hatte spontan ihre KfZ-Halle zur Verfügung gestellt, wo die Fahrräder vorläufig untergestellt und auch repariert werden konnten. Einige dieser Räder waren in so gutem Zustand, dass sie sofort weitergegeben werden konnten, viele mussten aber noch überprüft und überholt werden. Hierzu wurde am Samstag in der Awo-Halle in Honzrath eine größere Aktion durchgeführt. Mitglieder des Radsportclubs Haustadter Tal hatten sich bereiterklärt, die Räder kostenlos auf Vordermann zu bringen. Rund vier Stunden lang arbeiteten sie mit Volldampf und versetzten mehr als 20 Fahrräder in einen fahrbereiten Zustand.

Viele der in der Gemeinde untergebrachten Flüchtlinge , überwiegend aus Eritrea und Syrien, halfen eifrig mit, indem sie Handreichungen machten und die Fahrräder polierten. Ganz nebenbei konnten sie dabei auch lernen, wie man einfache Reparaturen und Einstellungsarbeiten an Bremsen, Schaltung und Beleuchtung ausführt oder wie man defekte Schläuche flickt.

Zurück mit dem Velo

Auch zahlreiche Helfer des Netzwerks waren ebenfalls vor Ort und halfen mit. Kaffee und Kuchen, Schnittchen und Getränke trugen dazu bei, dass die Arbeitsmoral während der ganzen Zeit nicht nachließ. Am Ende konnten sich die anwesenden Flüchtlinge ihre neuen Fahrräder nebst Helmen aussuchen und mit nach Hause nehmen. So radelte am Ende zum Beispiel eine ganze Gruppe, die zu Fuß aus Düppenweiler gekommen war, freudestrahlend mit ihren "neuen" Rädern wieder zurück.

Die Helfer vom RSC Haustadter Tal, bei denen sich die Netzwerker herzlich bedankten, meinten am Ende: "Der größte Dank für uns ist die Freude gewesen, die wir den Flüchtlingen machen konnten." Sie wollen bald auch die verbliebenen Fahrräder fahrbereit machen. Am Ende zeigten sich alle Beteiligten mit dem Erfolg dieser Aktion zufrieden, die neben funktionierenden Fahrrädern, auch noch einen kleinen Beitrag auf dem Weg zu einer besseren Integration brachte.