Einen Kreuzweg gestaltet

Beckingen. "Ich möchte mit euch in Religion mal etwas wagen. Allerdings müsst ihr euch auf diese Sache einlassen" - so die Worte des Religionslehrers Markus Feichtner zu seinen Schüler. Welche ungewöhnliche Aktion auf die Schüler zukam, erfuhren sie dann unmittelbar darauf: Sie sollten einen Kreuzweg gestalten

Beckingen. "Ich möchte mit euch in Religion mal etwas wagen. Allerdings müsst ihr euch auf diese Sache einlassen" - so die Worte des Religionslehrers Markus Feichtner zu seinen Schüler. Welche ungewöhnliche Aktion auf die Schüler zukam, erfuhren sie dann unmittelbar darauf: Sie sollten einen Kreuzweg gestalten. Von "Was ist das denn?" bis zu spöttischen Bemerkungen wie "...und dann auch noch davor beten!" waren die verständlichen Reaktionen. Denn immer weniger Schüler machen Erfahrungen, was das traditionelle religiöse Brauchtum angeht. Wie kann ich Schülern religiöses Brauchtum nahe bringen, selbst erfahren zu lassen und kritisch zu hinterfragen. Inwiefern kann das für mich von Bedeutung sein? Das war der Ausgangspunkt für dieses nicht alltägliche Projekt. Und erstaunlicherweise machten alle, weil sie durch den Aspekt des Selbermachens mit eingebunden waren, ohne Ausnahmen mit. Zuerst wurden die Stationen anhand eines beispielhaften modernen Kreuzwegs abgegangen und im Gespräch erörtert. Dann erfolgte die Aufgabe und Gruppenverteilung, nachdem die Schüler noch mal motiviert wurden: "Wenn das gut wird, stellen wir es auf unsere Homepage!".Materialien und MedienWichtig beim Umsetzen des Themas waren immer die Fragen, wie diese Station für uns heute wieder nachvollziehbar wäre und was sie für uns persönlich bedeuten könnte. Da wurde ideenreich mit den verschiedensten Materialien und Medien gewerkelt, denn der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt. Es entstanden Plakate, Plastiken, eine Fotogeschichte oder auch ein Guckkasten. Dort setzte eine Mädchengruppe die Station 6 (Veronika reicht Jesus das Schweißtuch) mit Barbiepuppen um. Abschließend sollten die Gruppen einen kleinen meditativen Text schreiben, welcher die Station begleitet: Was sagt uns diese Szene heute? Dokumentiert wurden die Ergebnisse in einer Power-Point-Präsentation auf die schuleigene Homepage gestellt. Dort können sich Interessierte unter dem Bereich "Archiv" die gesamte Arbeit der Schüler anschauen.Überraschend gutAlle Ergebnisse waren in Bild und Text so überraschend gut, dass sich Feichtner entschloss im aktuellen Schuljahr dieses mehrwöchige Projekt beim diesjährigen Bibel-Wettbewerb "himmelweit offen" der Stiftung Bibel und Kultur zu melden. Am 4. Mai erhielten die stolzen Künstler ihren Lohn: Die Stiftung mit Sitz in Stuttgart zeichnete die Arbeit mit einer Urkunde aus. Ein Erfolg, der Mut macht, das Wagnis einzugehen, um mit Schülern ungewöhnliche Wege zu gehen. Aber Vorsicht: Manches Vorurteil kann zerbrechen - auf beiden Seiten. red