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Hargarten
Ein wichtiger Stützpfeiler im dörflichen Leben

Die Akteure des „Hargarter Amtsgerichts“ und die siegreichen drei Könige beim Neujahrsempfang (v.l.): Herbert Dewes, Jörg Wenderoth, Oranna Helfen, Margarete Reinert, Berno Scherer, Ernst Lorenz und Andrea Kammer.
Die Akteure des „Hargarter Amtsgerichts“ und die siegreichen drei Könige beim Neujahrsempfang (v.l.): Herbert Dewes, Jörg Wenderoth, Oranna Helfen, Margarete Reinert, Berno Scherer, Ernst Lorenz und Andrea Kammer. FOTO: Norbert Becker
HARGARTEN. Der Heimat- und Kulturverein Hargarten hat am Sonntagnachmittag zu seinem traditionellen Neujahrsempfang eingeladen.

Über einen gelungenen Start in das Jahr 2018 konnte sich am Sonntagnachmittag der Heimat- und Kulturverein Hargarten (HKV) bei seinem Neujahrsempfang freuen, denn so viele Besucher kamen noch nie. Es hatte sich vermutlich herumgesprochen, dass man dort wieder etwas Besonderes erleben kann. Daher war die Flachsstube dann auch bis auf den letzten Platz gefüllt.



Mit einem Sektempfang wurden die Gäste zum Beginn des neuen Jahres begrüßt. HKV-Vorsitzender Helmut Lubitz sagte: „Es ist heute der vierte Neujahrsempfang, den der Heimat- und Kulturverein veranstaltet und der sich, wie man  sieht, mit seiner Art großer Beliebtheit erfreut.“ Danach dankte er dem bald ausscheidenden Hallen- und Hauswart Joachim Wagner mit einem Präsent für die langjährige Tätigkeit zum Wohle der Hargarter Bürger und Vereine. Der zweite HKV-Vorsitzende Herbert Dewes übermittelte stellvertretend die Neujahrswünsche der anderen Ortsvereine, deren Vorsitzende gekommen waren und meinte: „Wir werden auch in dem nun begonnenen Jahr wieder einige gemeinsame Aktivitäten durchführen, um so erneut zum dörflichen Zusammenleben beizutragen.“

Eingebunden in die Neujahrsveranstaltung, bei der mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen sowie Getränken aller Art auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam, war auch ein Büchermarkt. Hierzu hatte der HKV in der angrenzenden Weidentalhalle Tische mit einer großen Auswahl gebrauchter Bücher aller Fachrichtungen aufgebaut. Interessenten konnten sich Bücher aussuchen und kostenlos mitnehmen, wovon auch reger Gebrauch gemacht wurde.

Der Unterhaltungsteil des Nachmittags begann mit dem Erkennungsspiel. Hier musste man Kinderfotos zu Brautbildern, die auf einer Tafel aufgeklebt waren, zuordnen, ehe später die Auflösung vorgenommen wurde. So manche Mitrater konnten hierbei feststellen, dass man bei der Zuordnung leider daneben gelegen hatte. „Wir suchen die drei Könige“ hieß es anschließend wieder bei einem Akt der Brauchtumspflege aus Uromas Zeiten. Anni Becker hatte einen Kranzkuchen gebacken und hierin drei dicke Bohnen versteckt. Nun musste man warten, bis die Stücke verkauft waren und sich die drei Entdecker meldeten. Margarete Reinert, Oranna Helfen und Jörg Wenderoth gingen als glückliche Finder hervor und wurden sodann von Mathilde Hellbrück jr., der Küsterin der Annakapelle, gekrönt. Der Erlös des Kranzkuchenverkaufs wurde ihr wieder zur Unterhaltung der Kapelle übergeben.

Neu im Unterhaltungsprogramm waren diesmal die „Sesselrichter“, wobei der zweite HKV-Vorsitzende Herbert Dewes mit Robe, Hut und dickem Gesetzbuch den Richter des „Amtsgerichts Hargarten“ spielte. Es wurden von ihm zwei Fälle aus dem Nachbarrechtsgesetz vorgetragen. Dabei ging es um Grenzzäune, Hecken oder auch Schadenersatz. Zur Unterstützung des „Amtsrichters“ meldeten sich Ernst Lorenz, seines Zeichens amtierender Schiedsmann in Hargarten, als „Sesselrichter“ sowie Andrea Kammer und Berno Scherer als „Schöffen“. Auch das Publikum im Gerichtssaal (Flachsstube) durfte bei der Klärung der Rechtslage mitdiskutieren. Nach eingehender Beratung verkündete der „Amtsrichter“ das Urteil und so konnte jeder feststellen, ob er mit seiner Rechtsauffassung richtig lag. Selbstverständlich ging auch dieses „Richterspiel“ mit viel Gaudi über die Bühne.

Wie immer bildete das Dorf-Quiz das Ende des unterhaltsamen Neujahrsempfangs. Dabei wurden Fragen über Hargarten bezüglich seiner Geschichte, Gebäude, Geographie und Gemarkung fleißig auf einem Fragebogen beantwortet, wobei man auch so manche richtige Antwort „schätzte“. Sieger wurde der in Schwemlingen wohnhafte, gebürtige Hargarter Manfred Schuler, der mit seiner Ehefrau Astrid gekommen war, gefolgt von Berno Scherer, Stefan Kammer und Werner Dietrich. In geselliger Runde wurde anschließend noch lange weitergefeiert und geplaudert.