Drei „Bohnenkönige“ wurden gefunden

Drei „Bohnenkönige“ wurden gefunden

Gut ins neue Jahr gestartet ist der Heimat- und Kulturverein in Hargarten. Beim Neujahrsempfang ließ man alte Bräuche wie das Königssuchen wieder aufleben. Zudem zeigte eine kleine Ausstellung Hargarter Geschichte in Wort und Bild.

Kürzlich hatte der Heimat- und Kulturverein Hargarten (HKV) zur zweiten Auflage seines Neujahrsempfanges in die Flachsstube eingeladen. In harmonischer Atmosphäre erlebten die Mitbürger und Vereinsvertreter einen schönen Abend, zu dem eine Ausstellung alten Hargarter Schrifttums, ein alter Dreikönigs-Brauch, Berichte eines Dorfchronisten und ein Quiz beitrugen.
Viele Aktivitäten

Der Vorsitzende Helmut Lubitz hieß die Besucher willkommen. "Wir wollen schwätzen und sproochen, aber uns auch unterhalten lassen", meinte er. In einem Rückblick erinnerte Lubitz an die Aktivitäten des HKV im vergangenen Jahr, so unter anderem den ersten Neujahrsempfang mit Vorstellung der Broschüre "Gewerbe domols", eine Frühaufsteherwanderung, das Grenzkorrekturfest, Kotelettenbraten und die Vorweihnacht in und um die Kapelle. "Alle Veranstaltungen waren ein voller Erfolg", betonte er.

Die Vorschau für 2016 sieht in der ersten Jahreshälfte vorrangig die dringende Renovierung der St. Anna-Kapelle vor, die bis zur Kirmes abgeschlossen sein solle.

Der zweite Vorsitzende Herbert Dewes begrüßte die "Auswanderer" aus Oppen und Reimsbach. Er wies auf die im Raum aufgebaute Ausstellung "Hargarten in Wort und Bild" hin, bei der alte Chroniken des Dorfes und der Schule, Ansichtskarten, Festschriften , Krüge und weitere Objekte bestaunt werden konnten, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde.
Dank für großes Engagement

Vorsitzender Lubitz dankte zwei alten Mitgliedern für ihre anhaltende Mithilfe mit einem Präsent. Der 88-jährige Josef Rein ist stets helfend oder beratend zur Stelle. Er kauft und pflegt Blumen für das Dorf auf eigene Kosten. Toni Kerber, 82 Jahre, galt Dank für seine Holzarbeiten am Heimkehrerkreuz, dem Wegweiser nach Rimlingen und dem Schild an der Burrenstuff.

Herbert Dewes trug dann Beispiele vor, was Lokalreporter in der Zeit von 1892 bis 1930 so alles in der Zeitung berichteten. So ein Überfall einer Gruppe junger Haustadter Burschen auf das Gasthaus Rein in Hargarten , ein Einbruch dort, ein Tanzverbot an der Kirmes, der Verlegung einer Gemeinderatssitzung in das Gasthaus Adam in Haustadt, die mit einem Handgemenge endete, eine abgesagte Fahnenweihe des Bergmannsvereins, die Gründung eines Musikvereins und anderes.

Anklang fand an diesem Abend wieder der alte Brauch des Königsuchens. Wie einst am Dreikönigstag üblich, hatte Anni Becker einen Kranzkuchen gebacken, in dessen Teig drei dicke Bohnen gedrückt waren. Wer ein Stück mit Bohne erwischte, war ein König.
Sieger beim Dorfquiz

Nach und nach meldeten sich Ernst Lorenz, Gaby Weber und Franz-Josef Meiers als Bohnenbesitzer und wurden zu den drei Königen gekrönt.

Beim Quiz konnten die Anwesenden ihr Wissen über das Dorf und seine Geschichte , wie zum ehemaligen Kirmespfarrer, dem Bau der Landstraße und der Brunnenstube oder dem Namen des einstigen Gesangvereins unter Beweis stellen. Die meisten richtigen Antworten hatte Kurt Josten, vor Doris Dietrich und Oranna Helfen. Sie erhielten kleine Preise, ehe weiter gefeiert wurde.

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