1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Beckingen

Dokumentation des kleinen Privatfriedhofs der Familie Karcher

Blick auf die Anlage : Mehrere Pfeiler und ein mächtiges Kreuz sind zu sehen

Um die Inschriften der Grabmale lesbar zu machen, haben die Helfer Moos und Flechten entfernt. Zu entdecken gibt es auf dem Gelände noch mehr.

Im Jahre 1918 wurde dem Geheimen Kommerzienrat Friedrich-Bernhard Karcher, Schrauben- und Kleineisenfabrikant in Beckingen, die Erlaubnis erteilt, auf dem Reihersberg einen eigenen Begräbnisplatz zu errichten. Anlass waren das Ableben seiner Ehefrau Anna Karcher geb. Schmidtborn am 2. April 1918 und des im Ersten Weltkrieg am 7. April 1918 gefallenen Enkels Friedrich Wilhelm Heye.  Den Altakten der Gemeinde zufolge wurden damals vermutlich auch seine früh verstorbenen Söhne Robert und Kuno vom Beckinger Gemeindefriedhof zum Privatfriedhof umgebettet.

Der kleine Friedhof wurde in ansteigendem Waldgelände, nach Norden orientiert, angelegt und hat annähernd die Form eines Quadrates. An der Südseite weist er mittig einen vorspringenden Eingangsbereich auf. Der von zwei Eiben flankierte Eingang mit Stufe wird von zwei sich verjüngenden bossierten Sandsteinpfeilern mit flachpyramidalem Abschluss gebildet, die ein niedriges, schwarz gefasstes, vierflügeliges schmiedeeisernes Tor mit Volutenziermuster halten. Den Mittelstab des Tores krönt ein Kreuz. Die Einfriedung aus jüngster Zeit besteht aus einem Maschendrahtzaun an Holzpfosten. An seiner Innenseite wird der Zaun von einer durchgewachsenen Ligusterhecke gesäumt.

Eine Böschung mit bodendeckendem Efeu und Gestrüpp bildet den Nordteil des Friedhofs. Sie wird bekrönt von einem mächtigen lateinischen Kreuz auf Stufensockel, schwarz-schwedisch, und einer zweistufigen Bodenplatte aus Granit. Das Kreuzpostament ist erweitert mit einer exedraartigen Sitzbank aus gestocktem Granit oder Kunststein. Die mit vereinzelten, im unteren Teil entasteten Thuja bepflanzte Friedhofsfläche vor der Böschung ist gleichmäßig in vier querrechteckige Grabfelder unterteilt, sodass ein Wegekreuz entstand. In den beiden hinteren Grabfeldern und im vorderen linken Grabfeld befinden sich Grabmale mit Namen, Jahreszahlen und sonstigen Inschriften.

Die Vegetation besteht aus Efeu und Kleingewächsen, die nun zurückgeschnitten wurden. Die Grabmale waren unterschiedlich stark mit Moos, Algen und Flechten bewachsen und wurden gereinigt, um die Lesbarkeit wieder herzustellen. Das Grundstück, auf dem sich der Friedhof befindet, ist derzeit Eigentum der nahegelegenen Schraubenfabrik Nedschroef Beckingen GmbH. Das Recht, den Friedhof zu erhalten und zu pflegen, wurde durch eine persönliche Dienstbarkeit für Kinder und Kindeskinder von Bodo und Anny Karcher gesichert. Es endet mit dem Tode des Letztlebenden der Berechtigten, spätestens jedoch am 31. Dezember 2036.