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Chorfusion
Die weitere Entwicklung des Kirchenchors

Beckingen. (nb) Im Jahre 1866 übernahm Lehrer Anton Franzen den Chor. Er legte nicht nur erstmals einen Grundbestand an Noten an, die teilweise noch heute in Gebrauch sind, sondern förderte auch den Chor als gemischten, denn bis zum Jahre 1880 bestand dieser nur aus Männern. Nach 14-jähriger erfolgreicher Tätigkeit reichte Chorleiter Franzen 1910 den Taktstock an den Lehrer und späteren Schulrektor Nikolaus Eltges weiter. Verbunden mit der Weihe der von Pastor Matthias Flesch als Präses beschafften, noch immer in Ehren gehaltenen Fahne, feierte der Chor im Jahre 1913 sein 50-jähriges Bestehen.  Sieben  Sänger kehrten aus dem Ersten Weltkrieg nicht mehr zurück. Christine Eltges, Gattin des Chorleiters und eine ausgezeichnete Pianistin, hatte  großen Anteil am Gelingen der musikalischen Aufführungen und  Konzerte jener Zeit, half mit beim Einstudieren der Frauenstimmen und spielte die Orgel bei Orgelsolomessen.

Im Jahre 1934 wurde Peter Spelz mit 25 Jahren als erster hauptamtlich tätiger Organist, Küster, Kirchenrechner und Chorleiter seiner Beckinger Heimatpfarrei eingestellt. Spelz, der nach der Volksschule an der Kirchenmusikschule der Erzdiözese Köln in Aachen studiert und die A-Prüfung abgelegt hatte, führte den Chor zu großen Erfolgen. Bedingt durch politische  Probleme wurde das 75-jährige Bestehen des Chores 1938 in aller Stille gefeiert. Zwei Sänger ließen im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Die Zahl der Sängerinnen war dann auf 13 und die der Sänger auf 16 gesunken.



Der Chor führte 1947 ein viel beachtetes Kirchenkonzert auf und wuchs ein Jahr später auf über 90 Aktive. 1953 wurde in Saarfels ein eigenständiger Kirchenchor ins Leben gerufen. Auch in den 1950er Jahren gestaltete der Jubiläumschor viele Feierlichkeiten mit, so 1954 das goldene Priesterjubiläum von Pastor Peter Matthias Maria Braun, den Empfang des neuen Pfarrers Theo Stammer 1956 und die Heilig-Rock-Wallfahrt 1959. Chor und  Pfarrkirche feierten im Jahr 1963 gemeinsam ihr 100-jähriges Bestehen, verbunden mit dem 25-jährigen Priesterjubiläum von Pastor Stammer. 69 aktive Sängerinnen und Sänger, 15 Förderer und fünf Ehrenmitglieder  gab es damals.

Das Jahr 1972 war für den Chor kein gutes, denn der plötzliche Tod des seit 38 Jahren engagiert wirkenden Chorleiters Peter Spelz hinterließ eine große Lücke und musste zuerst verkraftet werden. Chormitglied Manfred Friedrich, der bereits erfolgreich den Musikzug des Turnvereins leitete, wurde sein Nachfolger. Die Idee des damaligen Organisten Michael Brausch, in den Jahren 1980/81 einen Jugendchor zu gründen, erlosch nach dessen Weggang zum Studium. Im März 1986 gab Manfred Friedrich den Dirigentenstab an Ralf Becker weiter. Dieser musste aus persönlichen Gründen aber bereits im November wieder aufhören. Nach ihm kam bis Ostern 1991 Fred Schnubel. Im folgte im April 1991 für kurze Zeit Jürgen Scholl, ehe bereits im September 1991 der nun scheidende Dirigent Bernhard Haupenthal die Leitung des Kirchenchores übernahm, an dessen Spitze nun Edmund Feld als erster Vorsitzenden steht. Als Organist ist bereits seit einigen Jahren Stephan Langenfeld tätig, der ihn nun in Chorgemeinschaft mit Saarfels auch leiten wird.  Neben dem Gesang pflegt der im Jahre 1983 mit Palästrina-Medaille und später auch mit der Zelterplakette ausgezeichnete Chor seit eh und je auch das Gesellige.