Die Valentinuskapelle zeigt sich in neuem GlanzSeelische Heimat der Bedrängten

Die Valentinuskapelle zeigt sich in neuem GlanzSeelische Heimat der Bedrängten

Düppenweiler. Nachdem das Gotteshaus mehrmals im vorigen Jahrhundert renoviert wurde, hat es sich eine Gruppe von Bürgern aus Düppenweiler zur Aufgabe gemacht, die Kapelle mit ihrer wechselhaften Geschichte so nah wie möglich in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen

Düppenweiler. Nachdem das Gotteshaus mehrmals im vorigen Jahrhundert renoviert wurde, hat es sich eine Gruppe von Bürgern aus Düppenweiler zur Aufgabe gemacht, die Kapelle mit ihrer wechselhaften Geschichte so nah wie möglich in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Neuer Altar Seit den jüngsten Restaurierungsarbeiten in diesem Jahr ziert ein neues Relief des Heiligen Valentin, geschaffen vom Künstler Toun aus Waldwisse, das Altarbild. Auch ein neuer Altar schmückt jetzt das Innere der Valentinuskapelle. "Der alte Altar aus dem Jahr 1952 wurde entfernt, weil er nach Meinung von Fachleuten weder vom Material noch von den Proportionen her in die Kapelle passte" erklärt Karl-Rudi Wilhelm, der gemeinsam mit Jürgen Bohr, Erhard Hardt und Bernadette Bellmann Monate lang innen und außen an der Kapelle Hand anlegte, damit sie jetzt in neuem Glanz erstrahlt. Der neue Altar wurde von der Firma Michael Hau aus Beckingen angefertigt. Beim Abriss des alten Altars wurde in diesem eine Urkunde aus dem Jahr 1952, versiegelt in einer Flasche, gefunden. Sie trägt folgenden Wortlaut: "Im Jahre des Heils 1952, am Vortage des Festes des heiligen Valentinus, da Pius XII Papst in Rom war, da Dr. Matthias Wehr Bischof von Trier, Heinrich Gierend Pfarrer in Düppenweiler, Karl Diedrich Dechant des Dekanates Merzig und Pfarrer in Hilbringen war; da Johannes Hoffmann Ministerpräsident des autonomen Saarlandes, Wilhelm Bur Landrat des Kreises Merzig-Wadern, Alois Jacobs Verwaltungsvorsteher in Beckingen, Josef Reiter Bürgermeister der Gemeinde Düppenweiler war, wurde dieser Altar zur Ehre Gottes, zu Ehren der Schmerzhaften Muttergottes, zu Ehren des heiligen Valentinus hier errichtet." redKleiner Festakt Die kirchliche Einsegnung des neuen Altares findet am kommenden Sonntag, 16. August, um 16 Uhr statt. Die Einsegnung nimmt Pater Siegfried Elbert vor. Zu diesem kleinen Festakt mit anschließendem Umtrunk ist die Bevölkerung eingeladen. Warum die Kapelle, die bereits im vorigen Jahrhundert mehrmals restauriert wurde und in der ursprünglich die Gottesmutter verehrt wurde, heute Valentinuskapelle heißt, ist unklar. redDüppenweiler. Auf Initiative des Pfarrers Anton Cannivé hin, der in Düppenweiler von 1842 bis 1863 tätig war, wurde die Kapelle 1958/59 an der Stelle, an der das "alte Dorf" Oberweiler stand, erbaut. Der Ort Oberweiler war 1153 schon Sitz eines Pfarrers und betreute ab 1570 das benachbarte "Niederweiler", das heutige Düppenweiler, als Filiale seelsorgerisch. Der Ort "Oberweiler" aber ging während des 30-jährigen Krieges unter. Auch die alte Kirche des Ortes verschwand vom Erdboden. Lediglich eine alte Steinplatte blieb erhalten, vermutlich der Altarstein der Kirche von Oberweiler. Zu dieser Steinplatte wallfahrteten die Bewohner von Düppenweiler, um an der heiligen Stätte ihre Opfergaben niederzulegen.1859 fertiggestellt Im Sommer 1858 wurde mit dem Bau der "Kapelle zur Schmerzhaften Mutter Maria" begonnen, und im Herbst 1859 wurde sie fertiggestellt. Am 3. Oktober 1859 wurde die Kapelle mit Erlaubnis und spezieller Beauftragung des Bischofs Dr. Arnoldi von dem Herrn Definitor Kipp von Losheim benediziert und von dem Erbauer, Pfarrer Anton Cannivé, zum ersten Male das heilige Messopfer zelebriert. Doch schon 1922 brach neues Unglück über die kleine Kapelle herein als durch das Anzünden eines sich in der Nähe befindenden Holzstoßes die angrenzenden Fichten Feuer fingen. Das Dach und die Inneneinrichtung fassten Feuer. Zwar wurde bald für eine neue Bedachung gesorgt, aber die Wände blieben kahl. Einige Jahre später, 1930/31, wurde die zerstörte Kapelle aber von rund 50 beherzten Bürgern, die einen Pensionärsverein gegründet hatten, wieder instand gesetzt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Kapelle zur seelischen Heimat vieler Bedrängten und Verängstigten. So wurde 1944 ein neues Gnadenbild geweiht. Die Gläubigen verehrten hier die Gottesmutter. In der entsprechenden Urkunde zum neu aufgestellten Gnadenbild heißt es: "Im Jahre des Heiles 1944, ..., am Sonntag, dem 17. September,..., nahm die Pfarrgemeinde unter dem Pfarrer Erhard Krummeich die Weihe dieses Gnadenbildes vor, das durch die Künstlerhände eines Pfarrkindes, Johanna Schütz, seine Ausgestaltung und Vollendung fand und ein getreues Abbild des Gnadenbildes der Dreimal wunderbaren Mutter von Schönstatt' ist. Aufstellung soll es finden an der Stelle, wo die Schrecken des Krieges die Vorfahren von Haus und Hof vertrieben, wo aber die Verehrung der Gottesmutter durch Generationen sich weiter vererbte...".Dachgebälk weggerissenVom 14. Dezember 1944 bis zum 17. März 1945 wurde die Valentinuskapelle im "alten Dorf" unter dem Schutz der "Schmerzhaften Mutter Gottes" die Gebetsstätte der Gemeinde. Am 17. März 1945 wurde die Kapelle jedoch erneut zerstört. Zwei Panzerschüsse drangen in das Gotteshaus. Das Dachgebälk wurde weggerissen, und der Pfarrer konnte mit einigen beherzten Bewohnern gerade noch die heiligen Geräte retten. Das Gnadenbild und die Statue der Schmerzhaften Muttergottes blieben unzerstört. Messkoffer, Kelch und Zubehör lagen unter den Trümmern, Hostiendose und Messbuch waren durch Granatsplitter durchlöchert. red

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