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„Der Ort braucht engagierte Bürger“

„Der Ort braucht engagierte Bürger“

Düppenweiler hat ein spannendes Jahr hinter sich. Die syrischen Flüchtlinge und viele Veranstaltungen waren Inhalt des Rückblicks des Ortsvorstehers, der für das neue Jahr auf Aufschwung bei den Vereinen hofft.

Der Düppenweiler Neujahrsempfang erfreut sich stets eines guten Zuspruchs. Dies war auch bei der 29. Auflage am Freitagabend wieder so. Ortsvorsteher Thomas Ackermann konnte neben Vereinsvertretern mit Anhang, Gemeinde- und Ortsratsmitgliedern sowie anderen besonders Rechnungshofsdirektor Dr. Frank Finkler , den ersten Gemeindebeigeordneten Daniel Minas und später auch Bürgermeister Erhard Seger zu der Veranstaltung im Festsaal des Gourmet-Party-Services Biesel als Gäste begrüßen.

Rückblick und Vorschau

 Prinzessin Laura I. und Prinz Thomas I. mit dem Kinderprinzenpaar Amelie I. und Tobias I.
Prinzessin Laura I. und Prinz Thomas I. mit dem Kinderprinzenpaar Amelie I. und Tobias I.
 Die geehrten engagierten Mitglieder aus den Ortsvereinen und Organisationen mit dem ersten Gemeindebeigeordneten Daniel Minas (rechts), Ortsvorsteher Thomas Ackermann (Vierter von rechts) und stellvertretenden Ortsvorsteher Jürgen Bohr (links). Fotos: Norbert Becker
Die geehrten engagierten Mitglieder aus den Ortsvereinen und Organisationen mit dem ersten Gemeindebeigeordneten Daniel Minas (rechts), Ortsvorsteher Thomas Ackermann (Vierter von rechts) und stellvertretenden Ortsvorsteher Jürgen Bohr (links). Fotos: Norbert Becker
 Helga Klein freute sich über den Heimatpreis.
Helga Klein freute sich über den Heimatpreis.

Neben dem offiziellen Programm mit einem Rückblick auf das Jahr 2015 und Vorschau auf 2016, der Ehrung verdienter Mitglieder aus Vereinen und Organisationen, der Verleihung des Heimatpreises, der Vorstellung der neuen Ortsschilder und der Inthronisierung der Prinzenpaare, trugen einheimische Akteure zur Unterhaltung bei. So Musiker Gerd Grasmück, der Männerchor Düppenweiler (Leitung Erhard Seger ), die TV-Tanzgruppe "Lollypops" von Doris Klein, Werner Kockler mit seinem Vortrag über schöne Zeiten beim "Dicken" und anderes sowie der Zauberer Heinz Fell mit seiner Assistentin Carmen. "Ich freue mich, dass die Familie Biesel uns weiterhin unterstützt und danke ihr für die erneute Bereitstellung des Saales und die Bewirtung", betonte Ackermann. Er gab dann einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. Außer den alljährlichen Veranstaltungen wie Fastnacht und Dorffeschd, ein Dorf spielt Volleyball, Konzerten des Musikvereins und des Männerchores, dem Maibaumsetzen der Feuerwehr, dem Sommerfest des VdK, dem Oktoberfest des Fußballclubs sowie den Schmelzertagen und der Mettenschicht am Kupferbergwerk fanden weitere Aktivitäten statt. Der Schützenverein "Diana" feierte sein 90-jähriges Bestrehen und die Volleyballer ihr 50-jähriges. Pater Elbert hatte zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum eingeladen, und die Partnerstadt Etain feierte ein internationales Folklorefestival. Im Ort wurde in den Endausbau im Wohngebiet "Im Pfuhl" investiert.

Das Thema "Flüchtlinge" ist nach den Worten des Ortsvorstehers auch in Düppenweiler angekommen, wo jetzt 30, fast alle Syrer, meist in privaten Wohnungen leben. Zu den Planungen für das neue Jahr wies der Ortsvorsteher darauf hin, dass der Faasendzug nun 44 Jahre besteht und samstags um 15.11 Uhr starten wird. Der Endausbau im Erbsengarten II sei in den Investitionsplan 2016 aufgenommen, für die Schule sowie die Kultur- und Sporthalle eine neue Heizung vorgesehen.

Als große Aufgabe bezeichnete Ortsvorsteher Ackermann den Wandel in einigen großen Ortsvereinen. Der Musikverein "Lyra" hat sich zum 31. Dezember vom MV Piesbach getrennt und kann aufgrund der geringen Anzahl von Musikern nicht mehr alleine auftreten. "Dies ist für unsere dörflichen und kirchlichen Veranstaltungen ein großer Einschnitt", befand Ackermann. Er hofft aber mit dem Vorsitzenden, dass vielleicht noch aus den jugendlichen Musikern ein Jugendorchester aufgebaut werden kann. Auch der Vorsitzende des Vereins Topfstädter Dorffeschd, Dieter Mergen, hat sich nun nach 16 Jahren aus persönlichen Gründen zurückgezogen. Es gilt jetzt, einen neuen Vorsitzenden und Vorstand zu finden. Beim FC Düppenweiler gab es nach 20 Jahren ebenfalls einen Wechsel. Dieser besteht auch beim Dirigenten des Männerchores bevor. "Ich wünsche ihnen und ihren Familien ein gutes Jahr 2016, vor allem Gesundheit. Lasst uns auf einen schönen Abend zum Jahresauftakt anstoßen", meinte der Ortsvorsteher.

Der erste Gemeindebeigeordnete Minas wies auf das Investitionsvolumen hin. Er dankte allen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Die Vereine bat er dafür zu sorgen, dass der Ort lebendig bleibt. "Halten sie den Vereinen die Treue, denn die Gemeinde und der Ort brauchen engagierte Menschen."

Es folgte die Ehrung verdienter Mitbürger aus Vereinen und Organisationen, die Verleihung des Heimatpreises, die Vorstellung des neuen Ortsschildes sowie die Inthronisierung der neuen Prinzenpaare. Andrea Wein-Huckert (Schützenverein "Diana"): Sie ist seit 2003 Mitglied im Verein und seit 2004 Vorstandsmitglied, zunächst als zweite Schriftführerin und seit 2014 erste Schriftführerin. Zusätzlich fungiert sie seit fünf Jahren als Kreisbogenreferentin im Kreis Merzig-Wadern und seit letztem Jahr auch für den neuen Kreis Saarlouis-Merzig sowie Kampfrichterin für alle Bogenwettkämpfe im Saarland.

Heinz Fell (Hüttenarbeiterverein): Seit 45 Jahren gehört er dem Verein an, davon seit 20 Jahren im Vorstand. Seit vielen Jahren übt er die Funktion als erster Fahnenträger aus und ist sehr aktiv bei allen Vereinstätigkeiten.

Hans Josef Fuchs (Feuerwehr): Der Hauptlöschmeister gehört zu den Gründungsmitgliedern der Jugendfeuerwehr 1964 und wechselte 1965 zur aktiven Wehr, deren Vorstand er seit Jahren angehört. Er leistet seit über 50 Jahren noch immer aktiven Feuerwehrdienst.

Gerhard Koch (Feuerwehr): Auch er ist Hauptlöschmeister, trat zusammen mit Fuchs in die Jugendfeuerwehr und dann in die aktive Wehr ein, war einige Zeit stellvertretender Löschbezirksführer, gehört dem Vorstand an, kann auf eine über 50-jährige Feuerwehrmitgliedschaft zurückblicken und ist mittlerweile in der Altersabteilung.

Norbert Theobald (FC "Eintracht"): Er übernahm Anfang 2011 die Jugendleitung des Vereins mit 54 Kindern, vier Mannschaften und fünf Trainern. Inzwischen sind es 88 Kinder, fünf Mannschaften und elf Trainer. Theobald war Hauptverantwortlicher bei der Umsetzung der Jugendspielgemeinschaft der Fußballvereine Düppenweiler , Saarfels, Beckingen, Honzrath-Haustadt und Oppen. Zu seinen weiteren Tätigkeiten im Verein gehören die Kooperation mit der Grundschule und dem Kindergarten, die jährlichen Feriencamps, Fahrten mit der Jugend zu Bundesligaspielen, deren Teilnahme am Dorffest- und Fastnachtsumzug sowie die Organisation des Familientags des FCD. Einstimmig hatte sich die Jury aus Jürgen Bohr, Günter Witte und Werner Kockler dafür ausgesprochen, den Heimatpreis für das Jahr 2015 an eine Frau zu vergeben, die sich in vielen ehrenamtlichen Bereichen engagiert hat, nämlich Helga Klein . Sie wurde 1966 Mitglied des Turnvereins "Germania", war dort 20 Jahre Kulturwartin und damit verantwortlich für die Organisation der Familienabende sowie der Küche bei den IVV-Wanderungen und vielen anderen Aktivitäten des Vereins. Bei der Frauengemeinschaft Düppenweiler war sie insgesamt dreizehn Jahre erste Vorsitzende. Seit zehn Jahren ist sie Mitglied im Pensionärsverein und dessen Singkreis. Bei den Bunten Nachmittagen trägt sie mit Sketchen und Gesangsbeiträgem zum Gelingen bei. Auch im kirchlichen Bereich war sie tätig, so zehn Jahre im Pfarrgemeinderat und gleichzeitig Kommunionhelferin, 18 Jahre Vorbeterin des Totenrosenkranzes und fünf Jahre Lektorin. Ehrenamtlich hilft sie zudem Alten und Kranken in der Nachbarschaft und betätigt sich zusätzlich seit zehn Jahren als Betreuerin im Seniorenheim Haus Blandine. Nun hat sie auch privat eine schwierige Aufgabe erhalten, denn seit einem halben Jahr betreut und pflegt sie ihren hochgradig sehbehinderten Sohn Roman. "All dies ist auch der Saarbrücker Zeitung nicht verborgen geblieben. Sie wurde für den Januar nach Saarbrücken eingeladen, um für ihr gutes Abschneiden bei Saarlands Beste ausgezeichnet zu werden. Hierzu möchte der Ort unserer diesjährigen Heimatpreisträgerin ebenfalls gratulieren", sagte Ortsvorsteher Thomas Ackermann und überreichte zusammen mit seinem Stellvertreter Jürgen Bohr und dem ersten Gemeindebeigeordneten Daniel Minas eine Urkunde. Die Inthronisierung des Topfstädter Tollitäten ist traditionell in das Programm des Neujahrsempfanges eingebunden. Das neue Prinzenpaar Prinzessin Laura (Kautenburger) I. derer aus der Blumenstroß und Prinz Thomas (Baltes) I. aus der Kreizgass sowie das Kinderprinzenpaar, Prinzessin Amelie (Schmitt) I. aus der Piesbacher Strooß und Prinz Tobias (Theobald) I. aus dem Jungenwald, zogen unter musikalischer Begleitung von Gerd Grasmück und großem Applaus in den Festsaal ein.

Ortsvorsteher Thomas Ackermann stellte zusammen mit seinem Stellvertreter Jürgen Bohr die neuen Regenten vor, die vom vorjährigen Prinzenpaar das Zepter für die närrischen Tage weitergereicht bekamen. Die Majestäten verkündeten in ihrer Proklamation die elf Gebote der närrischen Topfstädter Regierungszeit. So forderte das Kinderprinzenpaar unter anderem Narrenfreiheit für alle Kinder des Ortes, dass Erwachsene kein Recht zum Schimpfen oder Bestrafen haben dürfen, eine Verkleidungspflicht, ein Lieblingsessen wie Pizza, Spaghetti und Pommes, ein Sperrgebiet mit Schließung der Schulen über Fastnacht, keine Hausaufgaben.

Prinzessin Laura I. und Prinz Thomas I. befassten sich mit dem nun im Ruhestand weilenden Amtsgerichtsleiter Werner Kockler, den Prinzenpaarbeauftragten, der Zeugung von Kindern über Fastnacht zur Steigerung der sinkenden Bevölkerungszahl, dem Erhalt des besonderen Tannenbaums auf dem Dorfplatz bis zum Faasendzug, dem Kneipensterben, dem Müll auf dem Containerplatz, der Bürgermeisterwahl und, und, und. Im Rahmen des Neujahrsempfangs präsentierte Hobby-Holzschnitzer Hermann Müller aus Beckingen die von ihm angefertigten drei neuen, 1,10 mal 0,80 Meter großen Ortsschilder. In fast sechsmonatiger Arbeit hat er sie aus Eschenholz geschnitzt. Auf der Vorderseite befinden sich unter dem Ortswappen der Hinweis "Geburtsort der Sel. Schwester Blandine". Die Rückseite zieren die Worte "Auf Wiedersehen" sowie "Au revoir". Dazwischen die Wappen von Düppenweiler und Etain. Die Schilder werden an den Ortseingängen von Diefflen, Honzrath und Haustadt kommend aufgestellt.