Der Fluch der letzten Minute

Vor 14 Tagen verspielte Fußball-Saarlandligist 1. FC Reimsbach gegen Primstal einen sicher geglaubten Heimsieg in der letzten Minute. Am Samstag wiederholte sich die Geschichte – gegen Lebach.

"Das geht schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut." Uli Braun, der Trainer des Fußball-Saarlandligisten 1. FC Reimsbach , ärgerte sich nach dem Heimspiel gegen den FV Lebach maßlos. Wieder einmal hatte sich seine Mannschaft in der Nachspielzeit einen schon sicher geglaubten Sieg aus den Händen reißen lassen. "Meine Elf hat wohl zu viel Anschauungsunterricht bei der Fußball-Nationalmannschaft genommen", fügte Braun sarkastisch an. Reimsbach führte mit 2:1 und hatte Ballbesitz. "Dann hat sich die Mannshaft einfach nur naiv angestellt", sagte Braun, und das grenze schon an Wahnsinn.

Heinen schnappt sich den Ball

Lebachs Roman Heinen konnte dem Gastgeber in der Vorwärtsbewegung jedenfalls den Ball abluchsen. Seine Flanke von der linken Seite kam zu Mirco Frischmann an den zweiten Pfosten - und der agile Angreifer konnte den Ball zum Entsetzen der FCR-Spieler und ihrer Anhängern gegen den machtlosen Torhüter Sven Bossmann per Direktabnahme zum 2:2-Gleichstand ins Netz knallen. Danach gab es nicht mal mehr einen Anstoß. "Sehr ärgerlich für uns, glücklich für Lebach , aber das Ergebnis ist wohl aufgrund der Spielanteile und Torchancen gerecht", bilanzierte Braun nüchtern. Gegen einen unverdienten Dreier hätte er aber nichts einzuwenden gehabt. Damit hat seine Elf erneut in der Nachspielzeit zwei Punkte unnötigerweise hängen lassen - so wie schon gegen den VfL Primstal (ebenfalls 2:2) vor 14 Tagen. "Demzufolge treten wir in der Tabelle auf der Stelle, können uns nicht entscheidend nach oben orientieren, müssen sogar aufpassen, dass der Abstand nach unten nicht geringer wird", blickt Braun auf die Tabelle, in der seine Elf den zehnten Platz mit 17 Punkten belegt.

Es hatte 20 Minuten gedauert, bis Reimsbach das Spiel in den Griff bekam. Bis dahin hatten die Gäste ein spielerisches Übergewicht. Tore gab es trotz guter Chancen beiderseits aber bis zum Seitenwechsel nicht. Auch in der 45. Minute nicht, als Mirco Frischmann einen Elfmeter neben das Tor setzte. Zuvor war er von Michael Magard gefoult worden.

In Hälfte zwei war Reimsbach von Beginn an präsent. Einen Querpass von Marc Jücker von der linken Seite verwertete Ilkay Yetik aus fünf Metern zum 1:0 (51.). Doch mit dem Wiederanpfiff zog Meikel Bender über die linke Seite allen Gegenspielern davon und erzielt mit einem knallharten Schuss den Ausgleich (52.).

Nicht geschockt spielte Reimsbach weiter nach vorn und wurde in der 66. Minute mit der erneuten Führung belohnt. Ein Zuspiel von Andreas Haupenthal lochte Jücker ein. Mit der Führung wurde Lebach mehr und mehr in Schach gehalten. "Da haben wir zu wenig gemacht, um den dritten Treffer nachzulegen", monierte Braun. Und so ging der Schuss nach hinten los.