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Daniel Minas soll Erhard Seger beerben

Daniel Minas soll Erhard Seger beerben

Die Beckinger CDU schickt Daniel Minas ins Rennen um das Bürgermeisteramt. 111 Ja-Stimmen erhielt der 34-Jährige in der Mitgliederversammlung am Samstag in der Deutschherrenhalle, eine Nein-Stimme gab es.

Zweimal hält es die Zuhörer in der proppenvollen Beckinger Deutschherrenhalle nicht auf ihren Plätzen: Die Bewerbungsrede von Daniel Minas begeistert, ebenso das Ergebnis der Wahl mit 111 Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme sowie die Vorstellung des CDU-Bürgermeisterkandidaten von Beckingen in bewegten Bildern. Sichtlich gerührt genießt der 34-Jährige die Standing Ovations, die vielen Gratulationen. Sein Job als leitender Angestellter macht ihm nach seiner Darstellung Spaß. "Aber ich habe gemerkt, dass mir die Politik hier in unserer Gemeinde am Herzen liegt. Es fordert mich, aber es macht mir auch große Freude, mit euch zusammen dafür zu sorgen, dass wir uns in unserer Gemeinde weiter entwickeln", begründete der Erbringer Ortsvorsteher seine Kandidatur zum Verwaltungschef. "Ich will Politik für die Menschen, für die Orte, die Vereine und Organisationen machen", nannte Minas, seit fast einem Jahr auch erster Beigeordneter der Gemeinde, seine Ziele. Die Gemeinde ist für ihn familienfreundlich und hat Potenzial. Obwohl in den einzelnen Ortsteilen nach seinen Worten verschiedene Prioritäten gesetzt werden, wie Jugendarbeit, Kultur, Tourismus oder soziale Aufgaben, bildet die Gemeinde eine Einheit. "Die Orte sind Teil des Ganzen und werden nach ihren Stärken gefördert. Dabei ist es egal, aus welchem der neun Orte der Bürgermeister kommt."

"Als Verantwortliche hat die CDU die aktuellen Themen gut im Griff. Wir kümmern uns um die Jugend, die Senioren und die älter werdenden Menschen und deren Bedürfnisse im Ort." Vereine und Organisationen würden gestärkt, in Kindergärten, Krippen und Schulen ständig investiert. Gute Arbeit bescheinigte er den Verantwortlichen im Rathaus bei dem Zuzug von Flüchtlingen - wie vieles in Beckingen Chefsache. Wichtig ist ihm: "Wir müssen für Unterkunft sorgen und schauen, dass so lange wie möglich dezentrale Unterbringungen gewährleistet werden können, und die Integration nicht aus den Augen verlieren." Das Entscheidende bei der interkommunalen Arbeit, um Kosten einzusparen, ist nach seinen Worten, dass die Bürgernähe erhalten bleibt - mit Ortsvorsteher, Ortsrat und Verwaltung. "Beckingen prüft derzeit, wie hier unsere Optionen sind."

Neben dem Bürgerkontakt zählt Minas die Führung der Verwaltung als Aufgabe eines Bürgermeisters - eine Arbeit, vor der ihm als leitender Angestellter eines mittelständigen Unternehmens mit über 70 Beschäftigen nicht bange sei.

An und für sich wollte er seine Rede umschreiben, verriet er mit Blick auf ein anonymes Schreiben, das vor einigen Tagen in der Gemeinde die Runde machte. Die Briefe haben Minas, der nach seinen Worten seit sechs Jahren mit einem Mann in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, diffamiert. "Wie viel Schaden kann man mit 62 Cent Asterix AT 1 anrichten?", fragte er und zielte auf die Briefmarken ab, mit denen die Schreiben frankiert worden waren. "62 Cent reichen nicht aus, einen überzeugten, ja leidenschaftlichen Kommualpolitiker von seinem Vorhaben abzubringen."

Für CDU-Gemeindeverbandschef Frank Finkler steht fest: Es wird Strafantrag gestellt. Laut Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat Minas Gespür für Menschen und die Fähigkeit, Entscheidungen mit Menschen zu treffen. Auch für die CDU-Kreisparteichefin Helma Kuhn-Theis ist der Kandidat die richtige Wahl. Bürgermeister Erhard Seger , der 2017 in Ruhestand geht, kündigte an: "Anfang des Jahres werden wir uns mit den Fraktionsvorsitzenden zusammensetzen, damit wir Februar oder März einen Wahltermin im Gemeinderat festlegen."

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Auf einen BlickDaniel Minas, geboren am 26. August 1981, absolvierte nach dem mittleren Bildungsabschluss an der Sekundarschule Beckingen die Höhere Handelsschule in Dillingen. Der Bürokaufmann mit Zusatzqualifikationen ist seit 2001 Mitglied des CDU-Ortsverbandes Erbringen, seit 2008 Ortsvorsteher, seit 2009 Mitglied im Gemeinderat. Der Feuerwehr gehört er ebenso an wie dem Obst- und Gartenbauverein, er ist Vorstandsmitglied im Heimatverein und in der Christlichen Bürgerhilfe. Als Hobbies nennt er Kochen und Spaziergänge mit Hund Enzo. mst