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Briefwahl-Unterlagen kommen nicht an

Briefwahl-Unterlagen kommen nicht an

1800 Kuverts mit Wahlunterlagen für die Stichwahl am kommenden Sonntag haben Judith Weiß und ihre Kollegin bei der Deutschen Post aufgegeben. Doch nicht alle Briefe kamen auch bei den Empfängern an.

Wie viele der 1800 Briefwähler aus der Gemeinde Beckingen haben ihre Unterlagen mit den gelben Wahlscheinen für die Stichwahl am kommenden Sonntag nicht erhalten? Diese bange Frage treibt die Verantwortlichen im Beckinger Rathaus seit vergangenem Mittwoch um.

Ohne einen solchen Wahlschein ist die Teilnahme bei der Wahl am 25. September nicht möglich. Die Entscheidung, wer Bürgermeister Erhard Seger beerben wird - Thomas Collmann von der SPD oder Daniel Minas von der CDU - ist ohne Wahlschein verwehrt.

Ein Fehler, der ganz klar mit der Deutschen Post nach Hause geht und für den sich der Kundenservice entschuldigt hat. "Automatisch erhalten die Bürger von uns aus dem Rathaus die Unterlagen für die Stichwahl am 25. September, die bereits für die Wahl am 11. September Briefwahl beantragt haben", sagt Judith Weiß vom Wahlamt. "Wir mussten die Sitzung des Gemeindewahlausschusses zur Feststellung der Stichwahl am Montag abwarten." Am Dienstag, 13. September, 15 Uhr, also zwei Tage nach der ersten Wahl, wurden die 1800 Briefe bei der Post aufgegeben. Das haben Judith Weiß und ihre Kollegen schwarz auf weiß.

Doch viele der wichtigen Unterlagen kamen nach Worten der Leiterin des Wahlamtes nie in den Briefkästen der Empfänger an. "Mittwochs kamen die ersten Anrufe, dass die Unterlagen für einen der Ehepartner angekommen sind, für den anderen nicht." Die Reaktion: eine erste Nachfrage bei der Deutschen Bundespost. Als sich in den Folgetagen die Beschwerden häuften, griff die Leiterin des Wahlamtes erneut zum Telefonhörer und hakte bei dem Gelben Riesen nach - ohne Erfolg. Briefe blieben verschollen, stattdessen flatterte ihr ein vorgefertigtes Schreiben auf den Schreibtisch. "Sie haben sich die Mühe gemacht, uns Ihre Erfahrungen mit unserem Service zu schildern. Dafür danken wir Ihnen", ist in dem Brief zu lesen, der der SZ vorliegt. Und weiter: "Es tut uns leid, dass Sie mit der Briefzustellung nicht zufrieden sind." Man habe sich um das Anliegen gekümmert und die Kollegen vor Ort informiert. "Wir gehen daher davon aus, dass die Zustellung künftig wieder Ihren Erwartungen entspricht" - ein Versprechen, auf das Judith Weiß und ihre Kollegen locker verzichten können.

Befürchten sie doch, dass so mancher Wähler wegen dieser Panne, verursacht durch die Post, kein Kreuzchen machen kann. Ihnen bleibt nur die Hoffnung, dass sich die Leute, die für die Wahl am 11. September Briefwahl beantragt haben und die noch keine Wahlunterlagen mit dem gelben Wahlschein erhalten haben, im Beckinger Rathaus melden. "Bis einschließlich kommenden Samstag, 12 Uhr, kann ich noch neue Wahlscheine ausstellen. Danach ist dies nicht mehr möglich", sagt sie.

"Wir können uns diese Vorgänge nicht erklären", sagt ein Pressesprecher der Deutschen Bundespost auf SZ-Nachfrage. Es gibt nach seinem Bekunden weder einen Krankenstand in dem zuständigen Bereich noch Rückstände. Das habe er vor Ort recherchiert. Der Pressesprecher sagte aber zu, dass sich ein Verantwortlicher bei der Beckinger Gemeindeverwaltung melden werde, um sich der Sache anzunehmen und sie aufzuklären.

Rückfragen von Briefwählern nimmt Wahlleiterin Judith Weiß, Tel. (0 68 35) 5 51 52, entgegen.