| 20:15 Uhr

Bleibt die Zweier-Konstellation?

Beckingen. Zehn Jahre lang war die Kräfteverteilung im Gemeinderat von Beckingen klar: Die CDU hielt die absolute Mehrheit, die SPD bildete die einzige Oppositionspartei, kleinere Parteien hatten den Sprung in den Rat bei den letzten Kommunalwahlen nicht mehr geschafft.Fünf Parteien treten anDass dies auch nach dem 7. Juni so bleiben wird, ist durchaus in Frage gestellt Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Beckingen. Zehn Jahre lang war die Kräfteverteilung im Gemeinderat von Beckingen klar: Die CDU hielt die absolute Mehrheit, die SPD bildete die einzige Oppositionspartei, kleinere Parteien hatten den Sprung in den Rat bei den letzten Kommunalwahlen nicht mehr geschafft.Fünf Parteien treten anDass dies auch nach dem 7. Juni so bleiben wird, ist durchaus in Frage gestellt. Bei den Wahlen 2004 scheiterten FDP und Grüne zwar in der Gemeinde an der Fünf-Prozent-Hürde, schafften aber Stimmenanteile von 3,0 (Grüne) und 3,4 (FDP) Prozent - das könnte in diesem Jahr durch den Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug in den Gemeinderat reichen. Zudem tritt mit der Linken erstmals eine neue politische Kraft in der Gemeinde auf den Plan, deren Stimmenpotenzial sich nur schwer einschätzen lässt.Die Wähler in Beckingen haben auf Gemeinderats-Ebene also die Wahl zwischen fünf Parteien. Dabei setzt die CDU, seit 15 Jahren mit absoluter Rats-Mehrheit die dominierende politische Kraft in Beckingen, insbesondere auf die Prominenz ihres Spitzenkandidaten, des Beckinger Bürgermeisters Erhard Seger. Dass Seger als Spitzenkandidat seiner Partei antritt, lieferte der SPD Munition für den Wahlkampf: Die Sozialdemokraten kritisierten, dass der Bürgermeister nur als "Scheinkandidat" vorgeschickt werde, denn um seinen Sitz im Gemeinderat wirklich anzutreten, müsste Seger sein Amt als Verwaltungschef niederlegen. Die SPD spricht von "Wählerbetrug", während die CDU darauf verweist, dass mit dieser Spitzenkandidatur die enge Verbundenheit zwischen CDU-Bürgermeister und CDU-Ratsfraktion zum Ausdruck gebracht werden solle. Für die Christdemokraten ist die SPD-Kritik nichts weiter als "Miesmacherei".Für politischen Zündstoff in der zurückliegenden Amtsperiode des Gemeinderates sorgte insbesondere der SaarGarten in den Beckinger Saarwiesen. Die SPD wehrte sich verhement gegen die Realisierung dieses Gartens, der als einer der letzten im Netzwerk "Gärten ohne Grenzen" fertiggestellt wurde. Noch heute spricht die Opposition von einem "Millionengrab" und einer überteuerten Fehlplanung.Die CDU wiederum verweist auf ihre erfolgreiche Haushaltspolitik, der es zu verdanken sei, dass in Beckingen in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen getätigt werden konnten und dennoch seit Jahren ein ausgeglichener Haushalt und eine der niedrigsten Pro-Kopf-Verschuldungen aller saarländischen Kommunen erreicht wurden.Bedingt durch die Topographie der Gemeinde, haben die meisten Ortsteile von Beckingen mit starkem Durchgangsverkehr zu kämpfen. Dieses Themas haben sich im Wahlkampf vor allem die kleineren Parteien angenommen.