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Bischof firmt 36 Jugendliche in der Pfarreiengemeinschaft Beckingen

Firmung in der Pfarreiengemeinschaft Beckingen : Bischof Ackermann firmt 36 Jugendliche und zwei Erwachsene

In Beckingen appellierte der Trierer Bischof die Firmlinge daran, sie selbst zu sein und sich nicht für andere zu verstellen.

36 Jugendliche und zwei Erwachsenen aus der Pfarreiengemeinschaft Beckingen hat Bischof Stephan Ackermann dieser Tage in zwei Gottesdiensten in der Kirche St. Johannes in Erbringen das Sakrament der Firmung gespendet. Das hat das Bistum mitgeteilt.

„Jeder Mensch ist ein Geheimnis“, lautete demnach die zentrale Botschaft des Bischofs an die Jugendlichen. Am Leben des UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld, der am 18. September vor 60 Jahren unter bisher ungeklärten Umständen während einer Friedensmission im Kongo bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückte, verdeutlichte Ackermann diese Botschaft.

„Dag Hammarskjöld war ein gewiefter Staatsmann, jemand, der auch Geschick hatte zu vermitteln. Aber in seinem Tagebuch, das nach seinem Tod veröffentlicht wurde, zeigt er sich als einen sehr sensiblen, tief religiösen, ja spirituellen Menschen. Viele Menschen hat das überrascht“, sagte der Bischof.

Auch bei Menschen, die wir gut zu kennen glauben, gebe es immer eine unbekannte Seite. Das unergründliche Geheimnis jedes Menschen gelte für Christen umso mehr, da auch Gott mit jedem Menschen sein Geheimnis habe: „Er kennt jeden persönlich und interessiert sich für jeden von uns und hat einen persönlichen Lebensplan mit jedem und jeder“, sagte Ackermann.

Bei der Firmung bekräftige Gott in jedem sein Geheimnis noch einmal. „Ihr seid mehr, als was die anderen von Euch denken“, rief der Bischof den Jugendlichen zu. Ihn erschrecke es, wie oft sich bereits junge Leute verbiegen würden, damit man gut über sie denkt, obwohl sie sich nicht wohl damit fühlten. „Die Firmung sagt: Trau dem Geheimnis, das Du bist und das Gott mit Dir hat“, sagte er.

Musikalisch gestaltet wurden die Firmgottesdienste von Organist Stephan Langenfeld und zwei Kantoren. Stellvertretend für die Kirchengemeinde beglückwünschte der Vorsitzende des Pfarreienrats, Manfred Jacobs, die Neugefirmten: „Die Firmung ist ein Zeichen des Aufbruchs. Es bedeutet, Altes loszulassen und Neues zu wagen. Gott verspricht Euch dabei: Ich bin bei Euch. Wagt den Aufbruch ins Leben mit Gott!“

Die ursprünglich für Oktober 2020 geplante Firmung musste aufgrund der Corona-Pandemie zweimal verschoben werden. Die Vorbereitung fand daher überwiegend virtuell statt und schloss mit einem gemeinsamen Gottesdienst ab, berichtet Gemeindereferent Thomas Kaspar, der gemeinsam mit Pastoralassistentin Elisabeth Einig vom Dekanat Dillingen die Vorbereitung geleitet hat.

„Wir haben uns unter anderem über die Themen Gottesbilder, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, unser Glaubensverständnis und das Firmsakrament ausgetauscht“, sagt Kaspar, „ich hätte nicht gedacht, dass es virtuell so gut klappt und wirklich spannende Diskussionen unter den Jugendlichen entstanden sind.“ Dennoch habe den Jugendlichen das Gemeinschaftserlebnis gefehlt. Auch die sozialen Projekte konnten nicht stattfinden.