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Beeindruckt von der „Kapellentour“

Beeindruckt von der „Kapellentour“

Die Annakapelle in Hargarten hat eine Renovierung nötig. Der letzte Innenanstrich etwa stammt aus dem Jahr 1985. Viele Beispiele für gelungene Renovierungen fanden die Mitglieder von HKV und OGV bei ihrer „Kapellentour“.

 Ein Schmuckstück ist die Markus-Kapelle mit ihren hellen Wänden.
Ein Schmuckstück ist die Markus-Kapelle mit ihren hellen Wänden.
 Die Kathreinen-Kapelle wurde erst außen, dann innen saniert.
Die Kathreinen-Kapelle wurde erst außen, dann innen saniert.
 1992 wurde die Reimsbacher Wendelinus-Kapelle neu eingesegnet.
1992 wurde die Reimsbacher Wendelinus-Kapelle neu eingesegnet.
 Seit der Renovierung 2009 ziert ein von dem Bildhauer Toun geschaffenes Relief des heiligen Valentin die Altarwand.
Seit der Renovierung 2009 ziert ein von dem Bildhauer Toun geschaffenes Relief des heiligen Valentin die Altarwand.

Der Heimat- und Kulturverein (HKV) Hargarten und der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Hargarten haben schon vieles gemeinsam unternommen, wenn es um die Ortsverschönerung, Bewahrung der Dorfkultur, Sitten und Mundart oder Erhaltung alter Bausubstanz im Dorf geht. Derzeit liegt ihnen besonders "ihre" Annakapelle am Herzen, deren Renovierung notwendig ist.

Um zu erfahren, wie solche Renovierungen aussehen und finanziert werden können, schaute sich der Verein in der Umgebung um. Bereits im vorigen Jahr hatte sich eine Gruppe auf den Bietzerberg begeben und dort die Kapellen besichtigt, ebenso auf dem Rückweg die Marzelluskapelle in Beckingen. Kürzlich machten sich 18 Mitglieder beider Vereine auf zur zweiten Kapellen-Tour. Diese führte zu den Kapellen in Honzrath, Düppenweiler , Reimsbach und Wahlen . Nach der Tour zeigten sich alle beeindruckt. "Wir haben festgestellt, dass die Kapellen in einem schönen Zustand sind", befanden der OGV-Vorsitzende Herbert Dewes und der HKV-Vorsitzende Helmut Lubitz. Einhellige Meinung herrschte auch darüber, dass die Hargarter Kapelle, die 1739 erstmals erwähnt, aber bereits um 1600 erbaut wurde, nun instand gesetzt werden muss. Im Jahre 1985 hat sie zum letzten Mal einen neuen Innenanstrich erhalten, der nicht mehr in Ordnung ist. Später ist auch die Außenrenovierung erforderlich, denn teilweise bröckelt der Putz ab. Seit vier Jahren werden Gelder beschafft. Los ging es mit dem Erlös aus dem Zöllnerfest. Weitere Einnahmen, auch private Spenden, sind eingegangen.

Nun gilt es, Bewegung in die Sache zu bringen. So wird sich der Ortsrat in seiner nächsten Sitzung mit der Kapellen-Renovierung befassen. Dazu soll ein Arbeitskreis aus Mitgliedern des Ortsrates und Vereinsvorsitzenden zusammenkommen, der sich in Verbindung mit dem Pfarrer , den Gremien sowie dem Bistum als fachmännischem Berater engagieren soll. "Mein Wunsch und Ziel ist es, eventuell an der Anna-Kirmes im Juli kommenden Jahres die Innenrenovierung feiern zu können", hoffte Dewes.

Valentinus-Kapelle in Düppenweiler Heimatkundler Karl-Rudi Wilhelm hieß die Besucher aus Hargarten an der Valentinus-Kapelle, die sich am Weg nach Schmelz befindet, willkommen. Hier lag mal das Dorf Oberweiler . Es wurde im Dreißigjährigen Krieg samt seiner Kirche zerstört. 1859 errichtete Pfarrer Anton Cannivé die neue Kapelle wahrscheinlich dort, wo einst die Oberweiler Kirche stand. Das im Jahre 1922 abgebrannte Dach der Kapelle wurde 1929 ersetzt. Die Düppenweiler Bürger Mathias Schwarz und Johann Paulus gründeten 1931 einen Pensionärsverein mit dem Ziel, die Kapelle wieder würdig herzurichten. Mit Erfolg. Im Jahr 1933 weihte der örtliche Pfarrer das kleine Gotteshaus. Nach Schäden durch Kriegseinwirkungen wurde die Kapelle in den Nachkriegsjahren erneut renoviert. Die letzte Renovierung 2009 von Karl-Rudi Wilhelm und Erhard Hardt unterstützen einheimische Firmen. Anstelle der Valentinusstatue wurde ein von dem Bildhauer Toun aus Waldwies geschaffenes Relief des Heiligen Valentin in die Wand hinter dem neuen Altar eingelassen. Diesen Altar hatte der Beckinger Steinmetz Michael Hau angefertigt. Alljährlich am 14. Februar, dem Namenstag des Patrons, führt eine Prozession vom Dorf zur Kapelle. Wendelinus-Kapelle Reimsbach HKV-Vorsitzender Helmut Lubitz ging selbst kurz auf die Geschichte der Kapelle ein, die dem Hl. Wendelinus geweiht ist. Sie befindet sich neben einer uralten Feldulme am Ortsrand von Reimsbach Richtung Düppenweiler , wo sich einst zwei Verkehrsadern trafen. Der Ursprung des Kapellchens kann nicht bestimmt werden. Der Überlieferung nach lebte zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Reimsbach ein frommer, wohlhabender Mann namens Weidtmanns Wendel beim Born. Aufgrund seiner hohen Steuerabgaben dürfte er in der Lage gewesen sein, aus eigenen Mitteln eine Kapelle zu errichten.

Der Dreißigjährige Krieg und die französischen Kriege machten es vielen Pilgern unmöglich, zum Grab des Hl. Wendelinus nach St. Wendel zu gelangen. Möglicherweise ließ Wendel darum eine kleine Feldkapelle bauen, um den Patron der Hirten und Bauern weiter verehren zu können. Dem Kataster ist zu entnehmen, dass die Kapelle im Oktober 1829 bereits Eigentum der Gemeinde Reimsbach war. Im 20. Jahrhundert wurde die Kapelle zum ersten Mal erneuert. So wurden nach 1945 Kriegsschäden beseitigt und zwei Spitzbogenfenster in die Stirnwand gebrochen. Die letzte Renovierung erfolgte in den Jahren 1989 bis 1992. Den Anstoß dafür hatte der damalige Ortsvorstehers Bobby Brandstätter gegeben, unterstütz wurde er von der Gemeinde, einer einheimischen Firma und ehrenamtlichen Helfern. Neu eingesegnnet wurde die Kapelle im Oktober 1992 von Pfarrer Roland Senzig. Markus-Kapelle (Urwahlener Kapelle) in Wahlen Bei dem kleinen Gotteshaus erwartete Günter Helfen von den Freunden der Urwahlener Kapelle die Gäste aus Hargarten . Die Markus-Kapelle Wahlen ist mit ihren hellen Mauern weithin sichtbar. Erst Mitte der 1860er Jahre hatte eine Gruppe Wahlener Bürger die Idee, dort, wo einst die Kirche des zerstörten Dorfes Urwahlen stand, eine Kapelle zu bauen. 1870 benedizierte der Ortspfarrer die neue Kapelle. Eine Inschrift auf der Rückseite des Altars lautet: "Anno 1936 wurde durch den unermüdlichen Opfergeist des Ortsbürgermeisters Johann Peter Schommer aus Wahlen dieses Kirchlein, welches dem Verfall nahe war, renoviert." Spezielle Arbeiten im Innenraum und am Altar erledigten in den 1950er Jahren Fachkräfte. 1963 besorgte Lehrer Weyand aus Waldhölzbach eine der in seinem Wohnort ausgetauschten Glocken als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzene Glocke der Kapelle. Zwischen 1986 und 1987 wurden unter anderem Feuchtigkeitsursachen beseitigt, die Außenseite der Kapelle neu gestrichen und das Schieferdach ersetzt.

Im Jahre 1994 gab es eine grundlegende Innensanierung. Die letzte Renovierung mit Innen- und Außenanstrich erfolgte 2009. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch die schadhaften Fenster erneuert. Kathreinen-Kapelle in Honzrath In Honzrath begrüßte Werner Reinert als Vorsitzender des dortigen Heimatvereins die Gäste aus Hargarten und erläuterte die Geschichte der Kapelle, die der Hl. Katharina geweiht ist und am Fuße des Kapp-Berges steht. Über den Ursprung der Kapelle gibt es keine Dokumente. Erst 1570 gab es im Haustadter Pfarrweistum einen Hinweis, dass die Honzrather für den Bau und die Unterhaltung der Kapelle zuständig seien. Die erste bekannte Erneuerung der Kapelle war im Jahr 1693. Im Juli 1851 waren Dach, Glockenturm und die Glocke selbst zu erneuern. 1863 wurde unter anderem eine baufällige Seitenwand erneuert und das Ziegeldach durch Naturschiefer ersetzt. Im Juli 1934 wurde das Allerheiligste wieder in die Kapelle überführt. Bis Weißen Sonntag 1954 ersetzte die Glocke der Honzrather Kapelle die Glocken in der Haustadter Kirche, die im Krieg eingeschmolzen worden waren. Nach der letzten Innenrenovierung Mitte 2011 wurde die Kapelle von Pfarrer Norbert Klos wieder eröffnet. Wände und Decke erstrahlen in hellen Farbtönen, der Altar wurde neu gefasst. Das Bild des Gotteslammes wurde gereinigt und retuschiert.