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Beckinger protestieren gegen Amtsenthebung ihres Pfarrers

Beckinger protestieren gegen Amtsenthebung ihres Pfarrers

Das hat es im Bistum Trier noch nicht gegeben: Rund hundert Katholiken ziehen in einem Protestmarsch von der Porta Nigra durch die Trierer Innenstadt zum Bischofssitz neben der Liebfrauenkirche. Einige Gläubige halten Transparente hoch.

"Christen aus Beckingen wehren sich" und "Wir wollen unseren Pfarrer Eckert wieder haben" ist darauf zu lesen. Messdiener verteilen Flugblätter, auf denen Bischof Stephan Ackermann bischöflicher Amtsmissbrauch und totalitäres Gebaren vorgeworfen wird.

Zuvor hatte Ackermann Pfarrer Christoph Eckert auf eine andere Stelle versetzt. Dieser hatte sich jedoch geweigert, nach zehn Jahren zu wechseln. Daraufhin enthob Ackermann den ungehorsamen Priester seines Amtes. Eckert will gegen die Entscheidung in Rom Beschwerde einlegen. Der Bischof wirft dem Geistlichen vor, die Kirchengemeinde zu spalten.

Die Anhänger Eckerts wollen die bischöfliche Entscheidung jedenfalls nicht akzeptieren. Mit dem Protestmarsch setzten sie ein deutliches Zeichen. Vor dem Bischofssitz lasen unter anderem Anne Fixemer, Sprecherin der Initiative, einen an den Bischof gerichteten offenen Brief vor. "Sie herrschen über uns mit der Willkür eines mittelalterlichen Lehnsherrn", las Fixemer. Die Protestierenden beteten gemeinsam, Messdiener klingelten am Bischofssitz Sturm. Doch die Tür blieb zu. "Ich bin sehr enttäuscht, dass weder der Bischof noch jemand von der Bistumsleitung sich zeigt", so die Sprecherin.

Ursprünglich hatten die Beckinger Pfarrgremien einen Protestzug geplant, diesen aber wegen möglicher Trittbrettfahrer abgesagt. "Es hatten sich Teilnehmer aus dem Bistum Speyer angemeldet und ihnen geht es sicher nicht um Pfarrer Eckert", erklärte Stefan Kredteck vom Pfarreienrat Beckingen .