| 22:55 Uhr

Beckingen
Beckinger Gespräche machten „Heimat“ zum Thema

Beckingen. (red) In Beckingen lebt eine schöne Tradition wieder auf: die des zwanglosen, aufklärenden Gesprächs rund um den Tisch und rund um ein Thema. Jetzt ging es dabei um die Frage „Was und wo ist Heimat?“. Egbert Mieth und seine kleine „Beckinger Gespräche“-Mannschaft hatten in die Kulturwerkstatt von Norbert Lorscheider in die Nikolausstraße eingeladen und als Referenten den Thalexweiler Professo Benno Rech (vor allem bekannt als Editor und Kommentator des dichterischen Werkes von Johannes Kühn) gewinnen können. Die Anwesenden hörten nicht nur eifrig zu, sondern brachten sich rasch bei bestimmten Stichworten mit ihren Erfahrungen und Reflexionen ein und sorgten so für eine angeregte und anregende Diskussion.

(red) In Beckingen lebt eine schöne Tradition wieder auf: die des zwanglosen, aufklärenden Gesprächs rund um den Tisch und rund um ein Thema. Jetzt ging es dabei um die Frage „Was und wo ist Heimat?“. Egbert Mieth und seine kleine „Beckinger Gespräche“-Mannschaft hatten in die Kulturwerkstatt von Norbert Lorscheider in die Nikolausstraße eingeladen und als Referenten den Thalexweiler Professo Benno Rech (vor allem bekannt als Editor und Kommentator des dichterischen Werkes von Johannes Kühn) gewinnen können. Die Anwesenden hörten nicht nur eifrig zu, sondern brachten sich rasch bei bestimmten Stichworten mit ihren Erfahrungen und Reflexionen ein und sorgten so für eine angeregte und anregende Diskussion.


Der Morgen zeigte: Heimat ist nicht nur ein örtlich, zeitlich und sozial zu definierendes Phänomen. Heimat ist das und dort, wo der Mensch mit sich im Einklang ist und wo er seine Wurzeln hat. Der Referent machte deutlich, dass das Wissen um die Vergangenheit, die Vorfahren und die Verhältnisse von früher eine wertvolle – wenn auch nicht ausschließliche – Hilfe sein kann bei der Suche nach Orientierung in der immer komplexer werdenden Gegenwart (man denke nur an die Schlagworte Globalisierung, Digitalisierung, Migration). Benno Rech ging auf die verschiedenen Gemeinschaften ein, in welche die Dorfbewohner früher umfassender eingebunden waren als heute und deren Einflüssen sie – zu ihrer Freude oder zu ihrem Leid – ausgesetzt waren: die Familie, die Vereine, die Kirche. „Zusammengehörigkeit“ war und ist notwendig und in idealer Weise „schön“, konnte aber und kann häufig immer noch als zwanghaft und als Last empfunden werden. Heimat geht nicht ab ohne Grenzen, Abgrenzungen, Ausgrenzungen. Heimat ist ein emotional geladener Begriff, dem mit Vernunft oft nicht beizukommen ist.

Das wird nicht zuletzt deutlich in der augenblicklich geführten Auseinandersetzung mit dem und den Fremden, das oder die zu uns kommen und allzu oft auf eine ungastliche „Heimat“ treffen, zu der dieses Merkmal so gar nicht passen will. Heimat kann und darf kein „idyllisiertes“ Refugium aus der Vergangenheit sein, sondern muss im Sinne einer Utopie immer wieder erarbeitet werden. Wir sind, um mit Ernst Bloch (Verfasser von „Das Prinzip Hoffnung“) zu sprechen, erst „auf dem Weg zur Heimat“.



Am Ende der Veranstaltung, die sicher eine Fortsetzung im Bloch’schen Sinne finden wird, da die Thematik längst nicht ausgeschöpft werden konnte, kamen, über den Referenten und Teilnehmer und zur allgemeinen „saarländischen Freude“, Schriftsteller und Dichter mit einschlägigen Zitaten zu Wort: Rudolf Schneider, Johannes Kühn, Ludwig Harig. Denn: Gibt es jemanden, der über sein ganz persönliches Verständnis von Heimat nichts Gültiges zu sagen hätte?