Bauschutt bedroht Feuchtgebiet

Honzrath. Die Sorge um das Feuchtgebiet hinter der Honzrather Reitanlage treibt Beckingens Nabu-Chef Rudi Reiter um. In das Stück unberührte Natur hatten Unbekannte Bauschutt abgeladen. Rudi Reiter fürchtet jetzt, dass die Sumpfwiese durch die Erdmassen zerstört wird

Honzrath. Die Sorge um das Feuchtgebiet hinter der Honzrather Reitanlage treibt Beckingens Nabu-Chef Rudi Reiter um. In das Stück unberührte Natur hatten Unbekannte Bauschutt abgeladen. Rudi Reiter fürchtet jetzt, dass die Sumpfwiese durch die Erdmassen zerstört wird. "Es muss in der Nacht passiert sein", glaubt der Naturschützer, gleichzeitig stellvertretender Landesvorsitzender des Verbandes. Nach einem Hinweis auf diese Umweltverschmutzung habe er sofort alle zuständigen Behörden informiert. Für ihn steht fest: Den Verursachern muss das Handwerk gelegt werden - ein für alle Mal. "Und diese Feuchtwiese mit ihrem vielfältigen und urtümlichen Pflanzen- und Baumbestand muss vor weiteren Übergriffen dieser Art geschützt werden", ergänzt er. Der Bauschutt müsse weggeräumt werden - so schnell wie möglich, fordert er.Zurzeit stehen dort die gelben Sumpfdotterblumen in voller Blüte. Wasserschwertlinien zeigen ihre grünen Blätter. Bultenseggen wachsen in dieser Feuchtwiese, an Weidengebüsch und Erlen knospen zartgrüne Blätter. Das Terrain brauche nicht ausdrücklich als Naturschutzgebiet ausgewiesen zu werden, ein Sumpfgelände, wie es hinter der Honzrather Reitanlage zu finden sei, werde automatisch durch das Naturschutzgesetz geschützt.Unmittelbar nach der Entdeckung der Tat hat er das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) in Saarbrücken eingeschaltet - "wegen Zerstörung des geschützten Gebietes und Eingriff in die Natur und Landschaft", wie er sagt. Und die Behörde hat sofort reagiert, ebenso die Gemeindeverwaltung Beckingen. Vereinbart wurde, dass die Erdmassen zeitnah aus dem Bereich des Moorgebietes, das der Gemeinde gehört, entfernt und auf eine Erdmassendeponie gebracht werden, sagt Herbert Dewes vom Ordnungsamt. Kurzfristig soll die Zufahrt zu der Stelle mit einem Erdwall blockiert werden, um weitere illegale Ablagerungen zu verhindern. "Thomas Schwinn vom Honzrather Reiterverein hat uns zugesagt, mit einem Bagger einen Erdwall aufzuschichten, damit niemand mehr an das Gelände ranfahren kann", sagt Dewes. So schnell wie möglich wolle man auch dafür sorgen, dass der Bauschutt komplett abgetragen und auf eine Bauschuttdeponie transportiert werde. "Wir wollen das Stück unberührte Natur unbedingt erhalten und alles daran setzen, die Täter zu finden", sagt er. Auch die Polizei ist nach Angaben von Rudi Reiter in den Fall eingeschaltet und fahndet nach den Übeltätern. "Werden sie erwischt, wird es für sie teuer", sagt der Naturschützer. Auch die Beckinger Gemeindeverwaltung setze alles daran, die Schuldigen zu finden, wie Herbert Dewes ergänzt. Daher setze man im Rathaus auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.Hinweise nimmt Herbert Dewes Im Rathaus Beckingen, Telefon (0 68 35) 55 256, entgegen.