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Angestellte vom Ordnungsamt Merzig verteilten falsches Knöllchen

Amtsschimmel : Wenn der Merziger Hipo sich einfach mal verguckt

Verwundert rieb sich Knut Schneider aus Beckingen die Augen, als er den Brief aus dem Merziger Rathaus erhielt. In dem amtlichen Schreiben forderte ihn der Bürgermeister der Kreisstadt auf, Angaben zu einer Verkehrsordnungswidrigkeit zu machen.

Diese hat der Mann aus Beckingen allerdings nachweislich nie begangen. Der Vorwurf an ihn: Er soll mit seinem Auto, einem Typ Opel mit dem amtlichen Kennzeichen WK 35, in der Straße Zum Bauhof falsch geparkt haben. Ein Beweisfoto, das den Lieferwagen zeigt, ist angehängt, ebenso die Höhe des Verwarnungsgeldes. 25 Euro soll er wegen dieses angeblichen Vergehens an die Stadtkasse zahlen.

Doch der Beschuldigte ist sicher, diesen Fehltritt nicht begangen zu haben. „Das angegebene Kennzeichen hängt an meinem zugelassenen Motorrad, welches ich lange nicht gefahren habe, da es ein seltener Oldtimer ist“, sagt Schneider. Als Beleg schickt er der SZ ein Foto seines Schätzchens, das das Kennzeichen WK 35 trägt. Zudem schwört Schneider Stein und Bein, gar keinen Opel zu besitzen. Zwei Fragen treiben ihn aber doch um: Wieso erhält ein Unternehmer für sein Auto das gleiche Kennzeichen wie Schneider für sein Motorrad? Oder wiehert in diesem Fall der Amtsschimmel?

Auf SZ-Anfrage gesteht die Stadtverwaltung den Lapsus ein. Schuld sei ein Ablesefehler gewesen, heißt es aus dem Rathaus. Die Sache sei unmittelbar nach der Anfrage aus unserer Redaktion korrigiert worden. Das Verfahren sei eingestellt worden und kein Verwarnungsgeld fällig.