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Barmer: Überdurchschnittlich viele Beschäftigte in Merzig-Wadern krank

Statistik der Barmer Krankenkasse : Überdurchschnittlich viele Beschäftigte im Grünen Kreis krank

Die Beschäftigten im Landkreis Merzig-Wadern waren im Jahr 2020 öfter krankgeschrieben als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus repräsentativen Daten der Krankenkasse Barmer hervor, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Für ihre Analysen hat die Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbspersonen aus dem Saarland anonymisiert ausgewertet. Der Krankenstand im Grünen Kreis lag bei 5,8 Prozent (Land: 5,8 Prozent, Bund: 4,9 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1000 Beschäftigten 58 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erläutert Olaf Marquardt, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Merzig.

Auf jeden Beschäftigten mit Wohnsitz im Landkreis Merzig-Wadern entfielen rechnerisch 21,2 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage (Land: 21,3 Tage, Bund: 18,0 Tage). Jeder Beschäftigte im Landkreis meldete sich im Durchschnitt 1,1 (Land und Bund: 1,1) Mal arbeitsunfähig.

Marquardt: „Hauptursache für die Krankschreibungen im Landkreis Merzig-Wadern waren psychische Erkrankungen. In keinem der sechs saarländischen Landkreise wurden weniger Arbeitsunfähigkeitstage wegen Atemwegserkrankungen gezählt.“

Im Vergleich der 403 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland nimmt der Landkreis Merzig-Wadern Platz 19 bei den psychischen Erkrankungen ein. Psychische Störungen wie zum Beispiel Depressionen verursachten bei jedem Beschäftigten aus dem Landkreis Merzig-Wadern 4,7 Tage von Arbeitsunfähigkeit. Es folgen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie etwa Rückenschmerzen (4,6 Tage), Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel akute Infektionen der Atemwege, Bronchitis oder Erkältungsschnupfen (2,5 Tage) und Verletzungen wie Bänderrisse (2,4 Tage). Probleme mit dem Muskel-Skelett-System, psychische Leiden, Atemwegserkrankungen und Verletzungen waren die vier häufigsten Ursachen für Krankmeldungen im Landkreis Merzig-Wadern.

„Der Corona-Alltag hat viele Beschäftigte körperlich und seelisch an ihre Grenzen gebracht. Arbeitgeber sollten auch in Zeiten von Corona auf betriebliches Gesundheitsmanagement setzen und damit besonders Krankheiten bei ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vorbeugen, die durch die Pandemielage begünstigt werden“, sagt Marquardt.

In der Corona-Pandemie sei das Training im Verein oder Fitnessstudio kaum möglich gewesen. Bewegungsmangel fördere Rückenschmerzen und könne zu den Fehlzeiten wegen Problemen am Muskel-Skelett-System beigetragen haben.

In Zeiten von Kontaktsperren seien Fahrrad fahren, Lauftraining, Spaziergänge und aktive Pausen mit Übungen für die Rückenfitness gute Möglichkeiten, um sitzende Tätigkeiten auszugleichen. „Corona hat zudem viele Beschäftigte durch Kurzarbeit und Homeoffice isoliert und psychisch belastet. Besonders in Branchen mit körperlicher Belastung dürften Kurzarbeit und Lockdown wiederum zu weniger Verletzungen geführt haben“, sagt Barmer-Regionalgeschäftsführer Marquardt abschließend.