1. Saarland
  2. Merzig-Wadern

Bachem telefoniert mit Gott und der Computer-Hotline

Bachem telefoniert mit Gott und der Computer-Hotline

Bachem. "Liebe Gemeinde", begann Kaplan Kai Quirin. "Ach nein, das ist für morgen..." Wenn der Herr Kaplan persönlich in die Bütt steigt und freimütig zugibt, wie sehr er die genießbaren Gaben des Herrn zu schätzen weiß, dann tobt die Halle vor Vergnügen

Bachem. "Liebe Gemeinde", begann Kaplan Kai Quirin. "Ach nein, das ist für morgen..." Wenn der Herr Kaplan persönlich in die Bütt steigt und freimütig zugibt, wie sehr er die genießbaren Gaben des Herrn zu schätzen weiß, dann tobt die Halle vor Vergnügen. In diesem Jahr stand er zum letzten Mal vor dem närrischen Volk, aber für diejenigen, die das bedauerten, hatte er einen Tipp: "Wenn Ihr mich sehen wollt - da drüben steht eine Kirche, da bin ich öfter...." Bachem scheint ein besonders frommer Ort zu sein. Ein Mann pilgerte nach Trier, weil er Gott persönlich sprechen wollte. Im Dom fand er ein goldenes Telefon. Gebühr: 1000 Euro. Er versuchte es in Merzig und in Losheim, aber überall das gleiche Dilemma. Schließlich kam er nach Bachem. Auch hier hing in der Kirche das goldene Telefon. Gebühr: 50 Cent - Ortsgespräch... Wenn die Bachemer auch einen guten, direkten Draht zum lieben Gott haben, so scheint ihre Beziehung zu technischen Raffinessen doch eher etwas gestört zu sein. Eine brave Hausfrau rief bei einer Hotline an, weil ihr Computer absolut nicht mit ihr zusammenarbeiten wollte und brachte den jungen Mann am anderen Ende der Leitung schier zur Verzweiflung. Aufforderungen, auf ihren Schirm zu schauen oder das Fenster zu schließen, setzte sie auf ihre Weise um, und als der freundliche Berater schließlich vermutete, mit ihrem Maustreiber sei etwas nicht in Ordnung, meinte sie empört: "Nein! Meine Katze ist kerngesund!" Ernie Kautenburger ist mit seinem Enkel Lukas schon seit mehreren Jahren fester Bestandteil der Bachemer Kappensitzung. Dieses Mal ließ er sich auch noch als geplagter Ehemann hören. Wenn das daheim nur keine bösen Folgen hat! Natürlich wurde in Bachem auch fleißig getanzt. Ein Schäfer, der eine Frau suchte, sang und tanzte gemeinsam mit vier hübschen Damen, Funkenmariechen, Garde- und Schautanzgruppe zeigten ihr Können und präsentierten sich in fantasievollen Kostümen. Besonders reizend waren zwei graziöse Damen, die zuerst als Marilyn Monroe in Erscheinung traten und dann den Zuschauern frei nach Willy Schneider rieten, ihre Sorgen in ein Gläschen Wein zu schütten. Zum Schluss erschien, gigantisch und unerschrocken wie immer, das Männerballett. In fesche Matrosenanzüge gewandet, schwangen sie die Beine zu der Melodie bekannter Seemannsweisen. Noch lange nach dem großen Finale sangen, lachten und tanzten die Bachemer und nahmen viel gute Laune mit heim. www.saarbruecker-zeitung.de /fastnacht "Wenn Ihr mich sehen wollt - drüben steht eine Kirche, da bin ich öfter..." Kaplan Kai Quirin

Auf einen Blick Die Akteure: Präsident: Andreas Hirtz; Prinzenpaar: Carsten II. (Schreiner) und Barbara I. Ospelt; Tänze: Minis, Funkenmariechen Lisa Bohne und Tamara Reinert, Christoph Meyer, Michael Müller, Thorsten Fehr, Kathrin Mautes, Petra Kautenburger, Isabell Schommer, Barbara Steinbach, Crazy Girls, Showtanzgruppe und Männerballett; Bütt und Sketche: Lukas und Ernie Kautenburger, Kaplan Kai Quirin, Thorsten Fehr und Manuela Hirtz; Trainerinnen: Kathrin Mautes, Isabell Schommer, Anne Frank, Bärbel Steinbach und Katja Herrmann; Kostüme: Maria und Bärbel Steinbach. eil