Arbeitsmarkt im Kreis: Arbeitslosigkeit saisonal leicht gestiegen

Arbeitsmarkt im Kreis : Arbeitslosigkeit saisonal leicht gestiegen

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli im Landkreis Merzig-Wadern saisonbedingt gestiegen, so die Agentur für Arbeit. Diese hat gestern ihre Monatsbericht vorgelegt. Demnach waren bei uns  2368 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 108 mehr als im Juni und 150 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,3 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr.

  Der Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen sowohl in Merzig-Wadern als auch in den anderen Landkreisen im Saarland kommt nach Darstellung der Arbeitsagentur nicht überraschend. Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, erkennt darin den saisonüblichen Effekt. „Einerseits ist der 30. Juni ein übliches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Daher melden sich jährlich im Juli verstärkt Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos. Andererseits suchen viele gerade ausgebildete junge Fachkräfte einen neuen Arbeitgeber. Manche konnten nach der Ausbildung nicht von ihren Betrieben übernommen werden, andere suchen nach einer schulischen Ausbildung nun ihre erste Stelle.“

Eine gute Ausbildung schütze vor Arbeitslosigkeit und daher gibt sich der Agenturchef zuversichtlich, dass diese jungen Menschen rasch einen neuen Arbeitsplatz und damit zugleich ihren Platz im Berufsleben finden werden: „Angesichts einer ausgezeichneten Beschäftigungslage bieten sich diesen jungen Fachkräften vielfältige Möglichkeiten. Auch die Studierneigung ist nach wie vor hoch, so dürften zahlreiche Ausbildungsabsolventen weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen.“

Die Betreuung von Menschen ohne Arbeit obliegt, je nach ihrem Status, zwei Behörden: zum einen der Agentur für Arbeit, zum anderen dem Jobcenter im Landkreis. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 44 auf 949 gestiegen, das waren 1,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit mit 145 um 39 über dem Vormonatswert, aber um 17 unter dem Vorjahreswert. In der Altersgruppe über 50 Jahren waren dort  414 Personen arbeitslos gemeldet, das sind zwölf weniger als im Juni und 22 weniger als vor einem Jahr.

Die Grundsicherung für Arbeitslose, also für jenen Personenkreis, der kein Arbeitslosen-
geld I mehr bezieht, ist in der Zuständigkeit der jeweiligen Jobcenter. Beim Jobcenter Merzig-Wadern ist die Arbeitslosigkeit im Juli ebenfalls leicht gestiegen (plus 64 auf 1419). Damit lag sie allerdings um deutliche 8,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Juli bei 156. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um 23 gestiegen. Rund 420 von Arbeitslosigkeit Betroffene im Bereich des Jobcenters waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent verringert. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 596 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen, die das Jobcenter betreut, 42 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein deutlicher Rückgang (minus 15,7 Prozent).

Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis Merzig-Wadern im Juli mit 3400 Personen um fast elf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug laut Statistik der Arbeitsagentur 70 Prozent, was bedeutet, dass der Arbeitsmarkt durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um rund ein Drittel entlastet wurde. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen beziehungsweise ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde.

Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden nach den Worten der Arbeitsagentur „Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftlich bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt“. Außerdem könnten so die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

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