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Merzig-Wadern
Der November brachte keinen Einbruch

Keine Anzeichen von Winterdepression: Der Arbeitsmarkt im Landkreis Merzig-Wadern zeigte sich auch im November äußerst robust – die Zahl der Arbeitslosen sank noch einmal leicht.
Keine Anzeichen von Winterdepression: Der Arbeitsmarkt im Landkreis Merzig-Wadern zeigte sich auch im November äußerst robust – die Zahl der Arbeitslosen sank noch einmal leicht. FOTO: dpa / Bernd Wüstneck
Merzig-Wadern. Mit einer Quote von 3,8 Prozent lag im November die Arbeitslosigkeit im Kreis Merzig-Wadern weiter auf einem Tiefstand. Der Winter konnte das nicht stoppen.

Von der sonst oft bereits im November zu beobachtenden jahreszeitlich bedingten Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt war im aktuellen Monat noch nichts zu spüren. Im Landkreis Merzig-Wadern waren 2106 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet, 78 weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,8 Prozent, 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Rückgang um 0,4 Prozentpunkte in der Quote und um 173 Personen in der absoluten Zahl. Dies teilt die Agentur für Arbeit in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht mit.


Zum Jahresausklang will die Arbeitsagentur in ihren arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten noch einen besonderen Schwerpunkt setzen: Am 3. Dezember findet der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung statt – ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenktag, der den Einsatz für die Würde, die Rechte und das Wohlergehen der Betroffenen fördern und die Öffentlichkeit für die Probleme dieser Menschen sensibilisieren soll. Die Agentur für Arbeit unterstreicht mit der bundesweiten Aktionswoche der Menschen mit Behinderung, die vom 3. bis 7. Dezember stattfindet, ihr Engagement für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Frauen und Männer an Gesellschaft und Berufswelt.

„Die Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen haben sich verbessert. Jedoch ist festzustellen, dass schwerbehinderte Menschen nach wie vor Probleme haben, einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Dabei sind Menschen mit Handicaps oft überdurchschnittlich qualifiziert und leistungsstark. Gut qualifizierte Arbeitsuchende mit Behinderung sind in allen Berufsfeldern, auch in Engpassberufen, zu finden. Sie sind wertvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und können zur Fachkräftesicherung in den Unternehmen beitragen“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland.



130 der im Landkreis Merzig-Wadern arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer sind nach seinen Worten schwerbehindert. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt 6,2 Prozent. „Ich möchte bei den Unternehmen der Region dafür werben, schwerbehinderten Menschen eine Chance zu geben“, sagt Haßdenteufel. In den Agenturen für Arbeit stünden speziell geschulte Beratungsfachkräfte zur Verfügung. Sie informieren behinderte Menschen und Unternehmen zu Fragen der Arbeits- und Ausbildungsplatzvermittlung sowie finanzieller Förderung. „Bei Bedarf können beispielsweise der Ärztliche Dienst, der Berufspsychologische Service und der technische Beratungsdienst hinzugezogen werden. Schwerbehinderten Menschen können von der Agentur für Arbeit und den Jobentern durch ein breites Spektrum arbeitsmarktpolitscher Maßnahmen wie beispielsweise Praktika zur Eignungsabklärung, Ausbildungszuschüsse, Lohnkostenzuschüsse und Probebeschäftigungen unterstützt werden“, ergänzt Haßdenteufel.

Die so genannte Unterbeschäftigung lag im Landkreis Merzig-Wadern im November mit 3255 Personen um 9,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 64,7 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird seitens der Arbeitsverwaltung unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen beziehungsweise ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. „Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden“, heißt es von der Agentur für Arbeit.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im November im Landkreis deutlich gestiegen. So haben die Unternehmen der Region 216 Stellen zur Besetzung gemeldet, 41 mehr als im Oktober. Seit Jahresbeginn wurden 2311 Arbeitsstellen gemeldet. Aktuell stehen noch 888 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung, 72 mehr als im November 2017.

Die überwiegende Zahl der aktuellen Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen gemeldet. Auch im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, im Gastgewerbe und im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich gab es nach Angaben der Arbeitsagentur viele offene Stellen.