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Bilanz-Pressekonferenz
Anleger vertrauen Aktien wieder mehr

Frank Jakobs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Merzig-Wadern, (rechts) und sein Stellvertreter Wolfgang Fritz freuen sich über ein gutes Geschäftsjahr 2017.
Frank Jakobs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Merzig-Wadern, (rechts) und sein Stellvertreter Wolfgang Fritz freuen sich über ein gutes Geschäftsjahr 2017. FOTO: Peter Adam / Peter Adam/Sparkasse
Merzig. Sparkasse Merzig-Wadern verzeichnet im Jahr 2017 deutlich gestiegene Nachfrage nach Wertpapier-Anlagen und Bausparverträgen.

160 Jahre alt ist die Sparkasse Merzig-Wadern im zurückliegenden Jahr geworden. Und das Geldinstitut hat sich in diesem Jubiläumsjahr erneut als Marktführer im Grünen Kreis behauptet. Dies unterstrich Frank Jakobs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, bei der Bilanz-Pressekonferenz seines Hauses am Montag. Für 53 Prozent aller Privat-Bankkunden und 67 Prozent aller Geschäftskunden stellt die Sparkasse die Haupt-Bankverbindung dar.


Wobei in den Zeiten von Internet und Smartphone-Apps die Wege, die der Kunde wählt, um mit seiner Bank in Kontakt zu treten, immer vielfältiger und vielschichtiger werden, wie der Sparkassenchef unterstrich. Dem stellt sich die Sparkasse durch eine neue Abteilung, die sich speziell diesem Thema widmet: Unter Leitung von Michael Gleissner wird seit Sommer vergangenen Jahres am Sparkassen-Standort in Losheim die Abteilung Medialer Vertrieb aufgebaut, offiziell geht diese am 22. März an den Start. Hier sollen nach den Worten von Frank Jakobs „neue Funktionen der Internetfiliale wie zum Beispiel eine direkte Chatmöglichkeit mit den Mitarbeitern im Service-Center oder auch die vielfältigen digitalen Bezahlmöglichkeiten für die Kunden“ umgesetzt werden.

Daneben bleibt das Geldinstitut aber auch „vor Ort“ präsent. Nach der Einführung einer neuen Filial- und Öffnungszeitenstruktur hat die Sparkasse auch im vergangenen Jahr wieder in ihre Zweigstellen investiert, um diese zukunftsfest und modern zu machen. So wurden die Filialen in Rappweiler und Lockweiler modernisiert. Besonders im Fokus baulicher Veränderungen steht derzeit das Sparkassen-Hauptgebäude in der Schankstraße in Merzig: Im vergangenen Jahr begann dort der aufwendige Dachausbau auf dem Altbautrakt, der in diesen Tagen zum Abschluss kommt. Zudem hat die Sparkasse vor wenigen Tagen damit begonnen, ihre Schalterhalle im Erdgeschoss konzeptionell und optisch komplett umzugestalten – ein Projekt, in das die Sparkasse rund 1,8 Millionen Euro steckt.

Zufrieden zeigte sich Vorstandschef Jakobs mit den geschäftlichen Eckdaten im vergangenen Jahr. Zwar wuchs das Kreditgeschäft nur relativ gering um 0,8 Prozent, was nach Jakobs’ Ausführungen unter anderem auf eine zurückgehende Nachfrage nach Wohnungsbaudarlehen zurückzuführen ist. „Hier sehen wir, wie auch der Sparkassen- und Giroverband auf Bundesebene, erste Anzeichen einer Bremsspur, man könnte auch sagen Normalisierung, beim Immobilienboom der vergangenen Jahre“, erklärte Jakobs. Durch das gestiegene Preis- und Mietniveau für Immobilien vor allem in Ballungsgebieten werde der Immobilienerwerb „gerade für Familien mit Kindern immer schwieriger“.

Während das Kreditgeschäft trotz anhaltend niedriger Zinsen nicht so dynamisch verlief wie noch in den Vorjahren, gab es für die Sparkasse erfreuliche Zuwächse bei den Geldanlagen. „Der Trend zum ‚Parken’ von Geld hält an“, betonte Jakobs, der Löwenanteil der Kundeneinlagen bei der Sparkasse stecke in kurzfristig abrufbaren Sicht- oder Tagesgeldmodellen. Hier gab es mit 13,4 Prozent oder 104,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr ein kräftiges Plus. Sehr gefragt blieben zudem Bausparverträge, hier wurden 2017 neue Verträge mit einer Gesamt-Bausparsumme von 69,2 Millionen Euro abgeschlossen – ein neuer Rekordwert, wie Frank Jakobs betonte: „Kunden sichern sich über Bausparverträge langfristig die aktuell niedrigen Darlehenszinsen.“ Und noch eine weitere Form der Geldanlage hat 2017 deutlich an Beliebtheit gewonnen: Kunden haben wieder mehr Vertrauen in Wertpapiere, der Nettoabsatz bei Investmentfonds stieg um fast 130 Prozent auf knapp 21 Millionen Euro.



Im vergangenen Jahr erzielte die Sparkasse einen Überschuss von rund vier Millionen Euro, was in etwa auf dem Niveau von 2016 liegt. Daraus wird sie voraussichtlich rund 650 000 Euro an ihren Träger, den Landkreis Merzig-Wadern, ausschütten, weiterhin nutzt sie den Überschuss, um ihr wirtschaftliches Eigenkapital aufzustocken – womit dieses erstmals die Marke von 200 Millionen Euro übersteigt. Zudem freut sich auch der Finanzminister über solche Zahlen, denn mit rund 3,2 Millionen Euro an Ertragssteuern zählt die Sparkasse weiter zu den größten Steuerzahlern im Kreis.