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Wie sind unsere Familiennamen entstanden? Dieser Frage widmet sich Namensforscher Wolfgang Reget. Für die SZ geht er immer freitags der Herkunft von Familiennamen auf den Grund. Diesmal: Woher stammt der Name Reinert?

Wie sind unsere Familiennamen entstanden? Dieser Frage widmet sich Namensforscher Wolfgang Reget. Für die SZ geht er immer freitags der Herkunft von Familiennamen auf den Grund. Diesmal: Woher stammt der Name Reinert? Der Familienname Reinert ist deutschlandweit vertreten

Wie sind unsere Familiennamen entstanden? Dieser Frage widmet sich Namensforscher Wolfgang Reget. Für die SZ geht er immer freitags der Herkunft von Familiennamen auf den Grund. Diesmal: Woher stammt der Name Reinert? Der Familienname Reinert ist deutschlandweit vertreten. Der Schwerpunkt seiner Verbreitung liegt aber eindeutig in den Kreisen Merzig-Wadern, Saarlouis und Trier-Saarburg. Der Familiename ist vom Vornamen Reinhard abgeleitet. Im früheren Sprachgebrauch wurde dieser Vorname als Reinert verkürzt wiedergegeben und somit zum Familiennamen. Seinen Ursprung hat der Namen in Hausbach. Dort tritt um 1670 mit Reinert Hansen der erste bekannte Namensträger auf. Hausbach war nach dem 30-jährigen Krieg viele Jahre unbewohnt. Reinert Hansen war wohl der erste Neusiedler, der sich hier wieder niederließ und Aufbauarbeit leistete. Er stammt vermutlich aus dem bekannten Weinort Ürzig an der Mosel, gelegen zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trabach. Dort tritt er 1680 in einer Urkunde als Zeuge auf. Er wird dabei als Hofmann aus der Pfarrei Brotdorf bezeichnet. Im Laufe der Jahre konnte er in Hausbach seinen Besitz vergrößern. 1682 zahlt er noch 18 alb an Steuern, 1703 hatte er bereits 24 alb zu zahlen. Er verstarb um 1711 und hinterließ aus zwei Ehen eine reiche Nachkommenschaft.Allein fünf Söhne überlebten das Kindesalter und sorgten in der Folge für eine reiche Verbreitung des Namens. 1741 treffen alle Erben von Reinert Hansen einen Erbtausch mit dem damaligen Herrn von Hausbach, Carl Heinrich Ignaz Freiherr von Warsberg, der zu Saarburg residierte. Getauscht wurden Wiesengrundstücke am Hausbacher Weiher, worauf eine Ziegelhütte stand. Die Ziegel wurden für den Neubau eines Schlosses in Hausbach benötigt, das anstelle einer im 30-jährigen Krieg verwüsteten Burg errichtet wurde. Ein Nachkomme namens Matheiß Reinert wurde 1794 als Landrekrut ausgelost und sollte zur Verteidigung gegen die französischen Revolutionstruppen beitragen. Dabei wurde seine Größe mit 1,61 Meter angegeben. Die meisten Nachkommen waren bodenständig und betrieben neben der Landwirtschaft ein Handwerk als Maurer oder Schuster. Im ausgehenden 19. Jahrhundert fanden viele ein Auskommen als Arbeiter bei V& B.