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Handball
Am Ende gab’s nur lachende Gesichter

 Mit einem 26:21-Erfolg über den luxemburgischen Meister Esch sicherte sich die HG Saarlouis Platz drei. Hier hat Julius Landskog-Andersson abgezogen.
Mit einem 26:21-Erfolg über den luxemburgischen Meister Esch sicherte sich die HG Saarlouis Platz drei. Hier hat Julius Landskog-Andersson abgezogen. FOTO: Ruppenthal
Merzig. Spitzenteams aus vier Nationen sorgten am Wochenende beim 5. Ernst-Thiel-Cup in Merzig für internationales Handball-Flair. Die HG Saarlouis landete ungeschlagen auf Rang drei und der HSV Merzig-Hilbringen mit der Ausrichtung des Turniers einen echten Volltreffer. Von Roland Schmidt

Wir müssen draußen bleiben: Die jungen „Wölfe“ schauten am Wochenende traurig zu, aber die Entscheidung war richtig gewesen. Turnierausrichter HSV Merzig-Hilbringen schickte seine erste Mannschaft beim 5. Ernst-Thiel-Hummel-Cup nicht aufs Feld – und das war besser so. Bei der Masse an nationaler und internationaler Klasse wäre die neu formierte Saarlandliga-Mannschaft in dem vom HSV und dem Unternehmen Ralf-Michael Zapp & Partner veranstalteten Kräftemessen der Profis baden gegangen: TSG Ludwigshafen-Friesenheim (1. Handball-Bundesliga), Bregenz Handball (österreichischer Rekordmeister), HB Esch (1. Liga Luxemburg), Grand Nancy Métropole Handball (2. Liga Frankreich), TV Hochdorf (3. Bundesliga), HG Saarlouis (2. Bundesliga). „Noch nie war unser Turnier so stark besetzt gewesen. Auch das Zuschauer-Interesse war selten so groß und die Rückmeldung derart positiv“, stellte Astrid Moritz zufrieden fest.


Von der 2. Vorsitzenden des HSV kam auch der Vorschlag: Schonzeit für die jungen „Wölfe“. „Abstieg, acht Abgänge, viele neue Spieler, neuer Trainer – wir wollten unsere Jungs nicht vorführen lassen und haben uns deshalb für ein Einlage-Spiel am zweiten Turniertag entschieden“, erklärte Moritz. Michael Göbel stimmte dem Plan gern zu. „Es gab ja einen riesigen Bruch im Teamgefüge, das wieder neu geformt werden muss. Ich sehe uns nach dem Abstieg im Aufbau-Jahr. Die Mannschaft soll sich ohne Druck entwickeln und könnte dann in der folgenden Saarlandliga-Saison angreifen“, sagte der HSV-Trainer.

Nach dem Testspiel-Sieg seiner Mannschaft gegen den Rheinlandligisten DJK MJC Trier (27:17) waren wieder die Profis dran. Und mal ehrlich: Was hätte die unerfahrene Merziger Truppe schon groß gegen den Bundesliga-Aufsteiger Friesenheim ausrichten können, der mit Kombinationshandball glänzte und sich nach dem 26:25-Sieg gegen den österreichischen Meister Bregenz Handball den dritten Cup-Sieg sicherte?



Handball auf höchstem Niveau präsentierte davor auch Zweitligist HG Saarlouis im kleinen Finale gegen den luxemburgischen Meister HB Esch. Der klare 26:21- (16:11)-Sieg gegen den Europapokalteilnehmer war nie gefährdet. Zwei Wochen nach der 22:23-Testspiel-Niederlage nahmen die Jungs von Trainer Jörg Bohrmann erfolgreich Revanche und zeigten den rund 500 gespannten Zuschauern, was sie kurz vorm dem Liga-Start schon drauf haben.

Ideenreich und torgefährlich leitete Neu-Spielmacher Julius Andersson die Angriffe der Saarländer ein, die das Spiel trotz kleiner Schwächephasen immer dominierten und in der Abwehr Biss zeigten. „Schade, dass wir gegen Friesenheim gestern nur 19:19 gespielt haben. Wir hatten meist geführt und hätten gewinnen müssen“, trauerte Philipp Kessler dem nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz verpassten Final-Einzug nach. Ungeschlagen auf Rang drei in diesem Spitzenfeld – damit konnte der HG-Co-Trainer aber gut leben. Eine Woche vor dem DHB-Pokal-Spiel beim Drittligisten TV Großwallstadt sah er sein Team auf einem guten Weg. „Die fehlende Sicherheit wird im Laufe der Runde kommen, und es braucht sicher noch etwas Zeit, bis alle Abläufe sitzen“, sagte Kessler und sparte nicht mit Lob für den Cup-Ausrichter. „Erstklassige Gegner, erstklassig organisiert. Dieses Turnier hat eine hohe Qualität und ist für uns ein wichtiger Prüfstein“, schwärmte er.

Astrid Moritz und das Helfer-Team um HSV-Orga-Chef Michael Lux werden es gerne gehört haben, und die „Wölfe“ mit ihrer ungewohnten Zuschauer-Rolle im Nachhinein doch ganz froh gewesen sein.