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Merchingen und Büdingen wären geeignet

Merchingen und Büdingen wären geeignet

Merzig. Den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien hat sich die Kreisstadt auf die Fahnen geschrieben. Dabei steht die Erweiterung der Windenergie-Nutzung ganz oben auf der Agenda. Erfolgte bis Herbst 2011 die Steuerung durch Vorranggebiete des Landesentwicklungsplanes (LEP) Umwelt, so liegt die Entscheidung mittlerweile bei den Kommunen

Merzig. Den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien hat sich die Kreisstadt auf die Fahnen geschrieben. Dabei steht die Erweiterung der Windenergie-Nutzung ganz oben auf der Agenda. Erfolgte bis Herbst 2011 die Steuerung durch Vorranggebiete des Landesentwicklungsplanes (LEP) Umwelt, so liegt die Entscheidung mittlerweile bei den Kommunen.Als Folge dieser Änderung des LEP Umwelt können Windenergieanlagen im gesamten Gemeindegebiet errichtet werden. Allerdings, so sieht es die Verordnung vor, sind planerische Vorsorge und Rücksichtnahme auf Belange des Umweltschutzes erforderlich.

Da ausgewählte Konzentrationszonen für die Errichtung und den Betrieb von Windkraftanlagen auch tatsächlich geeignet sein müssen, hat die Stadt Merzig dem Saarbrücker Büro Argus Concept den Auftrag zur Erstellung einer Analyse erteilt. Das vorläufige Ergebnis wurde am Donnerstag in einer Info-Veranstaltung allen Ortsräten der Merziger Stadtteile und den interessierten Bürgern vorgestellt.

Wie Markus Siersdorfer, Mitarbeiter von Argus Concept, feststellte, sei die Errichtung von Windkraftanlagen überall möglich, auch in Waldgebieten. Dabei gehe es nicht mehr um das "Ob", sondern um die Frage des "Wo und Wie". Für die Kreisstadt sei es wichtig, rechtzeitig in die Steuerung einzugreifen. Wie aus der Präsentation zu entnehmen war, liegen allem Anschein nach die windgünstigsten Merziger Vorranggebiete neben dem bereits bebauten Areal des Merchinger Windparks nordwestlich von Merchingen sowie südwestlich Büdingens. Weitere Flächen sind weniger ergiebig, weshalb es fraglich sein dürfte, ob sich ein Investor für Standorte "zweiter Wahl" erwärmen lässt. Trotzdem ließen sich aber auch solche Aufstellflächen, wie etwa ein Gebiet westlich von Fitten, noch wirtschaftlich nutzen, urteilte Siersdorfer.

Die insgesamt theoretisch verfügbare Aufstellfläche bezeichnete Siersdorfer mit rund 337 Hektar. "Das bedeutet Potenzial für 18 bis 26 Anlagen." Allerdings könne man zum momentanen Zeitpunkt keine gesicherten Angaben machen. "Dazu sind weitere Gutachten und Expertisen erforderlich" befand Siersdorfer. Von den Planern bereits berücksichtigt sind Vorsorgeabstände zu den potenziellen Windrädern. Dabei gelten im Einzelfall 50 Meter Distanz zu Vogel- und Naturschutzgebieten, 1000 Meter zu Brutstätten und mindestens 1200 Meter zu Rast und Überwinterungsgebieten von Zugvögeln. Auch Abstände zur Wohnbebauung, zu Gewerbegebieten und frei stehenden Gehöften fanden bei der Analyse entsprechende Niederschlag. Durch die Berücksichtigung aller "harten Kriterien" werde man von Beginn an Beanstandungen auch wegen Schallemissionen oder Schattenwurf vermeiden. Zu Stromtrassen-Führungen und Kosten wollte Siersdorfer keine verbindlichen Aussagen machen. "Der wirtschaftliche Aspekt bleibt zunächst außen vor." Für Merzigs Bürgermeister Manfred Horf, der die Veranstaltung moderierte, gilt jetzt der nächste Schritt. "Obwohl nur etwa zehn Merziger Ortsteile betroffen sind, wollen wir aus rechtlichen Gründen alle Ortsräte anhören", sagte Horf. Man erwarte die entsprechenden Ergebnisse aus den Ortsratssitzungen bis Ende der Sommerferien. "Der wirtschaft-

liche Aspekt bleibt zunächst außen vor."

Markus Siersdorfer, Argus Concept