Menschenleeres Regalgewirr

Menschenleeres Regalgewirr

Servicewüste in Geschäften treibt mich an den Rand des Wahnsinns. Selbst wenn einige in meinem Umfeld überzeugt sind, dass ich längst einen Schritt weiter bin und dies nichts mit meinen Einkäufen zu tun hat: Ich seh's naturgemäß anders. Insbesondere wenn ich zwischen deckenhohen Regalen im Großmarkt umherirre

Servicewüste in Geschäften treibt mich an den Rand des Wahnsinns. Selbst wenn einige in meinem Umfeld überzeugt sind, dass ich längst einen Schritt weiter bin und dies nichts mit meinen Einkäufen zu tun hat: Ich seh's naturgemäß anders. Insbesondere wenn ich zwischen deckenhohen Regalen im Großmarkt umherirre. Trotz intensivster Suche keinen Angestellten aufgreife, der mir passende Schrauben für mein wankendes Regal empfiehlt. Wenn ich im Wohnbild einer Möbelhauskette stehe. Verlockend eingerichtet, als sollte ich einziehen. Doch die exzellent präsentierte Ware ist für den käuflichen Erwerb nirgends aufzutreiben. Ebenso wenig ein Berater zur Lösung dieses Mysteriums.Anders viele Bedienungen im Einzelhandel: in der Kurzwarenabteilung eines ortsansässigen Herrenausstatters; während einer Möhrenberatung beim Gemüsehändler; oder wo der Metzger den Unterschied zwischen Wiener und Frankfurter kennt. Service - ein Segen für Käufer! Indes stößt Dienstleistungsbereitschaft bitter auf, wenn sie zum Übereifer wird. Der kann zuweilen immensen Druck auf Kunden ausüben. Wie diese Woche auf mich beim Bäcker. Wohl vom Chef mit Peitschenhieben getrieben, begrüßt mich die Verkäuferin bestimmend, während mein erster Fuß so eben über die Schwelle tritt: "Ja bitte, was darf's sein?" Ich bin mir sicher: Die Dame lauerte mir schon vor der Tür auf. Ich werde nervös. Ohne Blick aufs Sortiment im gläsernen Tresen quillt's hopplahopp aus mir heraus: "Eine Laugenbrezel. Mit Kürbiskernen." Ich hasse Kürbiskerne. Da steh' ich mit Salzgebäck. Obwohl es mich nach Süßem gelüstet. So ziehe ich schnurstracks zum Discounter. Verliere in endlos langen Gängen auf der Suche nach der Schokolade aus Kindertagen die Orientierung. Kein ratschlagendes Personal weit und breit. Was würd' ich jetzt für eine noch so übereifrige Schokofachverkäuferin geben...