1. Saarland

Menschen einander näher bringen

Menschen einander näher bringen

Als „kleinen Elysée-Vertrag“ bezeichnete Generalkonsul Frédéric Joureau die Partnerschaft zwischen Honzrath und La Grande Paroisse. Joureau war Ehrengast des Jumelage-Treffens, das dieses Mal im Zeichen des Jubiläums „50 Jahre Elsée-Vertrag“ stand.

 Artur Schumacher (rechts) überreichte die Ernennungsurkunden zum Ehrenmitglied an Michel Boyer (2.v.r.), Werner Reinert (links) und Marthe Welsch (2.v.l.) Fotos: Norbert Becker
Artur Schumacher (rechts) überreichte die Ernennungsurkunden zum Ehrenmitglied an Michel Boyer (2.v.r.), Werner Reinert (links) und Marthe Welsch (2.v.l.) Fotos: Norbert Becker

Die Jumelagefeiern, zu denen sich der Partnerschaftsverein Beckingen-Honzrath und die Freunde aus der französischen Partnergemeinde La Grande Paroisse (LGP) seit nunmehr 28 Jahren im alljährlichen Wechsel treffen, sind stets Ausdruck einer herzlichen, gelebten Partnerschaft zwischen beiden Dörfern. Das diesjährige Treffen hatte jedoch eine besondere Note, denn es stand im Zeichen des Jubiläums "50 Jahre Elysée-Vertrag" und wurde mit einem gelungenen Festakt, zu dem der französische Generalkonsul im Saarland, Frédéric Joureau, gerne als Ehrengast gekommen war, begangen.

PV-Vorsitzender Artur Schumacher hieß ihn sowie Bürgermeister Erhard Seger, dessen französischen Kollegen, Maire Dominique Lioret, MdL Frank Finkler, Ortsvorsteher Joachim Gratz, den Comite de Jumelage-Vorsitzenden Bernard Guillemette, Vertreter der Honzrather Ortsvereine usw. in der trotz frühem Sonntagmorgen gut besetzten Mehrzweckhalle willkommen.

Für die gesangliche Umrahmung sorgte Chordirektorin Isabelle Goldmann, die auch durch das Programm führte, mit ihren Goldmann-Chören (Chorgemeinschaft MGV Frohsinn Beckingen und MGV Almenrausch Haustadt, unterstützt von Sangesbrüdern des MGV Körprich sowie der GV Liederkranz Nalbach) mit deutschen und französischen Liedern.

Schumacher ging dann auf den Elysée-Vertrag ein und meinte: "Aus meiner Sicht ist dessen Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Nicht zuletzt hat er die Menschen unserer beiden Länder einander sehr nahe gebracht, und dies auf vielerlei Ebenen". Er zitierte den Staatspräsidenten Francois Hollande, der in Berlin bemerkt hatte: "Wir müssen uns nicht ähneln, um zusammen zu arbeiten".

Bürgermeister Seger sagte, der Elysée-Vertrag sei "von großer Bedeutung gewesen für beide Länder, die über Jahrhunderte in Kriege mit wechselseitigem Erfolg verstrickt waren. Gerade die Menschen im Saarbereich haben sehr unter diesen Zuständen gelitten, denn mal ist die Grenze mehr zum 'Reich' und dann wieder mehr zu Frankreich verschoben worden." Gott sei Dank seien die Erzfeindzeiten vorbei, was alle dankbar und demütig mache. "Ich wünsche mir noch lange eine lebendige Partnerschaft zwischen Honzrath und La Grande Paroisse", betonte er.

Nach den Worten von Generalkonsul Joureau war sein Vater über 20 Jahre als Vorsitzender einer Jumelage von Marcon mit Neustadt an der Weinstraße aktiv. Joureau zeigte sich von dem Festakt sehr angetan und bezeichnete die lebendige Partnerschaft zwischen Honzrath und LGP als "kleinen Elysée-Vertrag". Die Förderung der Zweisprachigkeit sei für ihn sehr wichtig. Bürgermeister und PV-Vorsitzender übergaben Präsente wie Bürgermeisterwein und Elysée-Wein aus Perl, wie er auch bei der gemeinsamen Parlamentssitzung in Berlin getrunken worden war. Er wurde auch beim anschließenden Umtrunk ausgeschenkt. Nach kurzer Nacht hatten sich Gäste und Gastgeber samstags morgens beizeiten zu einer Stadtbesichtigung nach Blieskastel aufgemacht. Eingeteilt in eine deutsche und eine französische Gruppe, zeigten Stadtführer die Schönheiten der Stadt. Alle waren davon begeistert und ließen sich das Essen in einem Restaurant schmecken. Nach der Rückkehr wurde der Samstagabend in den Gastfamilien begangen.

Die traditionelle, von den Flintens (Lothar Schmidt und Gerd-Günther Heck) musikalisch umrahmte Jumelagefeier begann nach dem Elysée-Festakt mit einem gutbürgerlichen Mittagessen im Gasthaus Urhahn in Haustadt, wo der PV-Vorsitzende Schumacher die Begrüßung vornahm. Bei Musik, Tanz und Unterhaltung sowie Kaffee und Kuchen vergingen die Stunden wie im Flug. Zwischendurch erfolgten die Grußworte des französischen Comite-Vorsitzenden Bernard Guillemette, Maire Dominique Lioret, und des Honzrather Ortsvorstehers Joachim Gratz nebst dem obligatorischen Austausch von Geschenken.

Dank für Engagement

Der PV-Vorsitzende Schumacher nutzte den festlichen Rahmen auch, um drei in Sachen Jumelage verdienten Personen ihre gerahmten Ernennungsurkunden zum Ehrenmitglied zu überreichen: So an Michel Boyer aus LGP, der in seinem Ort den Anstoß für eine Partnerschaft mit einer deutschen Gemeinde gegeben hatte und sie seit dem Zustandekommen im Jahre 1985 intensiv mit pflegt.

An Werner Reinert, damals als engagierter Honzrather Ortsvorsteher großer Befürworter und Gründer dieser Jumelage, für die er dann lange Jahre aktiv im PV-Vorstand tätig war. Nicht zuletzt auch an Marthe Welsch, die als Honzrather Bürgerin und gebürtige Straßburgerin wegen ihrer Zweisprachigkeit sehr geschätzt ist und trotz vorgerücktem Alter von 92 Jahren immer noch an der Partnerschaft interessiert sowie Mitglied des Vorstandes ist.