Menschen einander näher bringen

Menschen einander näher bringen

Freisen. Alles begann 1994 ganz unspektakulär, erinnert sich Monika Eisenhut, langjähriges Mitglied des Arbeitskreises, die sich vor allem um das Organisatorische kümmert. Die Einnahmen eines Glühweinstandes, den einige Frauen des DRK am Rosenmontag aufgestellt hatten, habe man einem karikativen Zweck zuführen wollen

Freisen. Alles begann 1994 ganz unspektakulär, erinnert sich Monika Eisenhut, langjähriges Mitglied des Arbeitskreises, die sich vor allem um das Organisatorische kümmert. Die Einnahmen eines Glühweinstandes, den einige Frauen des DRK am Rosenmontag aufgestellt hatten, habe man einem karikativen Zweck zuführen wollen. "Aber nicht irgendwo im Ausland, denn hier vor Ort gibt es auch genug bedürftige Menschen." So entstand der Gedanke, das Geld behinderten Bürgern in Freisen zukommen zu lassen.Aus dem Wunsch heraus, mehr in diesem Bereich zu tun, gründeten der DRK-Ortsverein Freisen und der Pfarrgemeinderat St. Remigius den Arbeitskreis "Treffpunkt Freisen (un)behindert miteinander leben". 34 behinderte Personen sowie ihre Familien gehören der Gruppe derzeit an. "Wir möchten die Behinderten stärker in die Gesellschaft integrieren", so Monika Eisenhut, "damit sie mehr am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben können".

Ziel sei es auch, die Hemmschwelle in der Bevölkerung abzubauen. Die Leute müssten keine Angst haben, auf behinderte Menschen zuzugehen, so Eisenhut. "Ich wusste anfangs auch nicht, wie ich mich verhalten sollte und hatte Angst, etwas falsch zu machen. Mit der Zeit legt sich das aber."

Mit den Jahren ist die Gruppe stetig angewachsen. Waren es anfangs noch etwa 25 Personen, die sich zu Veranstaltungen zusammenfanden, sind es heute oft um die hundert. Dennoch freue man sich über jeden neuen Besucher, der einfach vorbeischaue oder sich ihnen anschließe - ob behindert oder nicht. Dazu wird auch regelmäßig im Gemeindeblatt oder im Pfarrbrief aufgerufen.

Über das Jahr verteilt bietet der Arbeitskreis zahlreiche Aktionen an. Etwa zehn Personen organisieren die Veranstaltungen - alles rein ehrenamtlich und ohne staatliche Zuschüsse. Da gibt es Bastelaktionen und Kaffeenachmittage, Fastnachtsveranstaltungen mit Kinderschminken und im Dezember einen Adventskaffee. An den Rosenmontagsumzügen hat der Kreis auch heute noch seinen Glühweinstand in der Dorfmitte und seit den letzten drei Jahren am DRK-Heim gegenüber der Bruchwaldhalle, wo sich der Umzug auflöst, einen Stand mit Getränken und Würstchen. Jedes Jahr gibt es für alle Mitglieder einen Ausflug sowie Grillnachmittage und ähnliche Feierlichkeiten. Zum zehnjährigen Bestehen organisierte der Arbeitskreis eine Behindertenfachmesse in der Bruchwaldhalle. Wegen der positiven Resonanz wurde diese Veranstaltung fünf Jahre später wiederholt.

Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam an einem Tisch.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei groß, so Arndt Eisenhut, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Freisen. Bei größeren Veranstaltungen hätten sie schon viel Unterstützung durch verschiedene Vereine erhalten. Die Jugendfeuerwehr habe vor einigen Jahren dem Kreis eine Spende zukommen lassen, ebenso die Strickfrauen. "Seit der Gründung wurden wir auch von Bürgermeister Wolfgang Alles sehr unterstützt", erklärt Arndt Eisenhut. "Wenn es irgendwo Gelder zu verteilen gibt, schaut er, dass der Treffpunkt etwas abbekommt." Der Arbeitskreis lebe nämlich ausschließlich von privaten Spenden und Einnahmen aus den Ständen am Rosenmontag. "Und da es bei uns nur ehrenamtliche Helfer und deshalb keine Verwaltung gibt, kommt jeder Euro auch dort an, wo er gebraucht wird."

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