Meiser legt Geständnis im LSVS-Skandal ab

Finanzaffäre : Meiser legt Geständnis im LSVS-Skandal ab

Jetzt droht dem früheren Präsidenten des Saar-Landtags eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

Im ersten Untreueprozess zur Finanzaffäre um den Landessportverband (LSVS) haben Ex-Präsident Klaus Meiser und die Mitangeklagten Karin Nonnweiler und Franz Josef Schumann gestern alle Tatvorwürfe eingeräumt. Ihre Verteidiger verständigten sich daraufhin mit dem Gericht und dem Staatsanwalt auf einen Strafrahmen. Das Urteil könnte am 7. März fallen.

Der „Deal“ sieht für Meiser eine Bewährungsstrafe zwischen 22 Monaten und zwei Jahren vor. 60 000 Euro soll der 64-Jährige als Bewährungsauflage an die Staatskasse zahlen. Weitere 60 000 Euro will der CDU-Politiker dem Sportverband zur Regulierung des Schadens zukommen lassen – im Rahmen einer notariellen Schuldanerkenntnis. Nonnweiler und Schumann, zwei frühere LSVS-Präsidiumsmitglieder, sollen Geldstrafen zwischen 90 und 120 Tagessätzen erhalten.

Grundlage des Deals waren die Geständnisse zu allen Anklagepunkten. Oberstaatsanwalt Eckhard Uthe hatte zu Prozessbeginn rund eineinhalb Stunden lang vorgetragen, was die Ermittler den ehemaligen LSVS-Verantwortlichen vorwerfen. Er verlas neun Anklagen, sieben davon gegen Meiser. Hauptsächlich ging es um Vorwürfe der Untreue in besonders schweren Fällen. Nachdem die Taten über die Anwälte alle eingeräumt wurden, werden nun einzelne Verfahren eingestellt. Das heißt: Verurteilt werden können die drei Angeklagten wegen Vorteilsgewährung im Zusammenhang mit der Geburtstagsfeier von Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Bei Meiser kommen der LSVS-Nebenjob seiner Lebensgefährtin, die Bewirtung der Landtagsbelegschaft in der Mensa der Sportschule sowie zwei Essen in Edellokalen hinzu.

Unabhängig vom jetzigen Prozess ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter wegen möglicher Haushaltsuntreue beim LSVS. Die Ermittler gehen hier von einem Millionenschaden aus. Uthe erklärte zudem, er habe ein weiteres Verfahren gegen Meiser eingeleitet. Hier soll es nach SZ-Informationen um die Nutzung einer Landtagskreditkarte gehen.

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