1. Saarland

Mehr Wasser verdunstet, als neues zuläuft

Mehr Wasser verdunstet, als neues zuläuft

Bosen. "Im Moment verdunstet mehr Wasser als zuläuft." Der Leiter der Seeverwaltung am Bostalsee, Michael Wagner, sagte im Gespräch mit der SZ, als er nach dem Wasserstand des größten Freizeitsees in Südwestdeutschland gefragt wurde: "Der See liegt derzeit zwischen 40 und 45 Zentimetern unter dem Vollstau

Bosen. "Im Moment verdunstet mehr Wasser als zuläuft." Der Leiter der Seeverwaltung am Bostalsee, Michael Wagner, sagte im Gespräch mit der SZ, als er nach dem Wasserstand des größten Freizeitsees in Südwestdeutschland gefragt wurde: "Der See liegt derzeit zwischen 40 und 45 Zentimetern unter dem Vollstau." Diese Tatsache bereitet ihm, wie er versicherte, allerdings keine große Sorge, denn weder der Badebetrieb leide darunter, noch seien die Nutzer der Wasserfahrzeuge wie die Segler, die Surfer und Tretbootfahrer in ihren Aktionen eingeschränkt. Lediglich die Segler sind angewiesen worden, mit ihren Booten nicht so sehr in Ufernähe zu kommen.Jedes Jahr im Herbst, so Michael Wagner, werde der Wasserspiegel des Bostalsees um einen Meter abgesenkt, damit das Wasser bei längeren Regenzeiten und starken Schneeschmelzen besser aufgefangen werden könne. Im vergangenen Herbst sei das Wasser jedoch um 1,50 Meter abgelassen worden, weil im Strandbad eine Rutsche installiert werden musste. Um die Fundamente legen zu können sei ein größeres Absenken des Wasserspiegels notwendig gewesen. "Seither versuchen wir, wieder den Vollstau zu erreichen", berichtete Wagner, "aber es hat bis jetzt noch nicht wie gewünscht funktioniert."

Die drei Zuläufe, der Bosbach, der Dämelbach und der Pfarrwiesbach, würden seit Wochen nur wenig Wasser führen. Die geringen Niederschlagsmengen seit Februar hätten nicht ausgereicht, den Wasserspiegel schneller wieder anzuheben. Der PC im Büro der Seeverwaltung hielt die Vergleichszahlen über die Niederschlagsmengen bereit, die für sich sprechen. Im Januar 2010 fielen 53 Liter Regen pro Quadratmeter, im Februar 107 Liter und im März 69 Liter. 2011 war nur der Januar mit 127 Litern zufriedenstellend. Im Februar wurden 25 Liter und im März sogar nur 15 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Die April-Zahlen dieses Jahres lagen Wagner zwar noch nicht vor, haben vermutlich jedoch ähnliche Werte wie im März. Die Wetterprognosen für die beiden nächsten Wochen sind zwar für die Touristen erfreulich, nicht aber für den Bostalsee. Bis weit in den Mai hinein sind bei angenehmen Temperaturen keine nennenswerten Regenfälle zu erwarten. "Und wenn es dann mal ein bisschen regnet, wird das Wasser zunächst von dem völlig trockenen Boden aufgenommen. Die drei Bäche, die für den Zulauf sorgen, würden davon kaum profitieren", prophezeite Michael Wagner.

Der solarbetriebene Katamaran "St. Wendeler Land", ein Schiff mit Doppelrumpf, ist nach Mitteilung der Betreiberin Gertrud Hauck aus Eberbach am Neckar nach Österreich verkauft worden. Sein "Anhänger", der Ponton, wird im Mai vor Ort zu einem selbstständigen Schiff mit 80 Plätzen umgebaut, das von zwei Elektromotoren angetrieben wird. Voraussichtlich Ende des Monats wird es auf dem Bostalsee seine Fahrten aufnehmen. Bei dem derzeit niedrigen Wasserstand hätte es ohnhin nicht fahren können. Auch die Wasserrutsche im Strandbad und die Wasserfontäne sind aus dem gleichen Grund noch nicht in Betrieb.

Auf einen Blick

Der Bostalsee wurde 1979 in Betrieb genommen. Das Freizeitzentrum hat eine Fläche von 335 Hektar. Die Wasserfläche liegt 400 Meter über dem Meeresspiegel und ist 120 Hektar groß. Der See fasst rund acht Millionen Kubikmetern Wasser. Die größte Tiefe liegt bei 20 Metern. Der Damm ist 500 Meter lang und maximal 23 Meter hoch. gtr