1. Saarland

Mehr tun fürs Straßenbild und gegen Verkehrschaos

Mehr tun fürs Straßenbild und gegen Verkehrschaos

Bürger-Ideen fürs Wohnquartier sammeln, daraus ein Entwicklungskonzept machen und es dann mit Zuschüssen verwirklichen: Das ist der Plan der Völklinger Verwaltung für die nördliche Innenstadt. Deren Bewohner aber halten bisher Abstand zur Zukunftswerkstatt.

Rund 15 Bürger und Fachleute der Völklinger Stadtverwaltung überlegen am Dienstagabend in der Zukunftswerkstatt, wie das Quartier zwischen Hohenzollernstraße, Blumen- und Lehstraße, Etzelstraße, Hofstatt-, Post-, Gatter- und Danziger Straße aufgewertet werden kann. Im ersten von vier Workshops steht das Thema "Städtebau und Stadtbild" auf dem Programm.

"Wir sind nicht da, um Pläne vorzustellen", erklärt Wiebke Schorstein von der Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) im Stadtteiltreff. Ziel sei, gemeinsam Projekte zu entwickeln. Die Anregungen, die die Bürger bereits bei der Auftaktveranstaltung im Oktober geäußert hatten, wurden inzwischen von den Experten weiterentwickelt. Die Liste von möglichen Vorhaben in der nördlichen Innenstadt reicht vom Leerstandsmanagement über ein Fassadensanierungsprogramm bis hin zu einem Gartenprojekt. Schnell wird deutlich, dass den Bürgern Straßengestaltung und Verbesserung des Wohnumfeldes besonders am Herzen liegen. Wiebke Schorstein animiert die Teilnehmer, gedanklich in die Rolle eines Projektleiters zu schlüpfen. "Wie packen wir es an?", fragt die Moderatorin. Die Bürger müssen nicht lange überlegen. Sie wollen, dass die bestehende Tempo-30-Zone und der Parkraum besser gestaltet werden. Auch die Verkehrssituation an der Grundschule Bergstraße sollte optimiert werden.

Die Workshop-Teilnehmer wollen Anwohner, Lehrer und Eltern bei der Umsetzung ebenso mit ins Boot nehmen wie Stadtverwaltung und Polizei. In einem ersten Schritt könnte man sich zum Rundgang durch das Quartier treffen. Einige offene Fragen bleiben allerdings: Was kosten die Projekte? Und wer bezahlt?

Die Ideen und Vorschläge der Bürger münden am Ende der Zukunftswerkstatt in ein von der GIU erarbeitetes, maßgeschneidertes Entwicklungskonzept, mit dem die Verwaltung dann Fördermittel aus der Neuauflage des Programms "Soziale Stadt" beantragt. Das alte Städtebauförderprogramm läuft Ende dieses Jahres aus. "Auch wenn keine Fördermittel kommen, kann etwas passieren im Quartier", erklärt Stadtteilmanagerin Anke Klein-Brauer.

Nach der rund zweistündigen Diskussion nehmen die Planer einige neue Anregungen mit. Ob diese allerdings auch den Wünschen der Quartiersbewohner entsprechen, ist ungewiss. Nur eine Teilnehmerin des Workshops lebt in der nördlichen Innenstadt. "Wir haben die Anwohner nicht erreicht", stellt Ludwin Scherer von der Völklinger Stadtplanung enttäuscht fest.

Zum Thema:

Auf einen BlickBei der Zukunftswerkstatt "Nördliche Innenstadt" sind drei weitere Workshops geplant. Die Themen und Termine: 28. Januar: Wohnen und leben im Quartier. 25. Februar: Lokale Ökonomie und Wirtschaften. 25. März: Eigentümer als Akteure. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18.30 Uhr im Stadtteiltreff Völklingen in der Bismarckstraße 20. tan