1. Saarland

Mehr Tempo bei Corona-Impfungen

Regionaler Leitartikel : Jetzt kommt’s aufs Tempo an

Das Saarland braucht mehr unkonventionelle Impfideen

In Sachen Corona-Impfung steht das Saarland im Bundesvergleich gut da. Das gilt auch für die Zahl der Neuinfektionen, die Inzidenz. Das saarländische Gesundheitsministerium wertet die Impfaktion der vergangenen Woche als Erfolg. Alles in Ordnung also? Leider (noch) nicht. Denn um dieses Virus wirklich aus unserem Leben zu verbannen, müssen nach Ansicht medizinischer Fachleute 80 bis 85 Prozent aller Menschen vollen Impfschutz haben, bisher sind es laut Robert-Koch-Institut im Saarland 70 Prozent.

Auf dem Weg zum 80-Prozent-Ziel spielt ein Faktor die Schlüsselrolle: das Impftempo. Und damit steht es leider trotz der jüngsten Aktion nicht zum Besten, denn die Impfquote ist in den Wochen zuvor nur noch langsam gewachsen. Das bereitet den medizinischen Experten Sorgen, weil die Corona-Ausgangslage im Saarland im Herbst 2021 schlechter als im vergangenen Jahr ist. Die Inzidenz ist heute achtmal höher.

Weil die meisten alten Menschen geschützt sind, sind Todesfälle durch Covid-19 unwahrscheinlicher, doch auch bei ungeimpften jüngeren Patienten kann dieses Virus fürchterliche Langzeitfolgen haben – und niemand kann vorhersehen, wen’s trifft. Deshalb ist die Impfung wichtig, deshalb ist es richtig, Impfbusse loszuschicken und deshalb darf auch nach dieser Impfaktion nicht Schluss sein mit unkonventionellen Impfangeboten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Pilotprojekt in Apotheken?

Eine Impfung bietet mehr als nur persönlichen Schutz vor einem Krankheitserreger. Eine Impfung schützt auch andere Menschen in unseren Familien und im Bekanntenkreis, die zum Beispiel wegen einer Krankheit nicht geimpft werden dürfen, und kleine Kinder, für die diese Vakzine nicht freigegeben sind. Mit anderen Worten: Eine Impfung ist ein Akt der Solidarität.