Mehr Raum für Hilfe

Mehr Raum für Hilfe

Saarbrücken. Socken, Wintermäntel und Pullover - in der St. Johanner Börse können bedürftige Menschen gebrauchte Kleidung und auch Hausrat für geringe Kosten kaufen. Einmal im Monat können registrierte Personen drei Kilo Kleidung für einen Euro mitnehmen. Spender sind Privatpersonen und Geschäfte. 2400 Menschen mit geringem Einkommen - ALG II- Empfänger oder Rentner - sind bei der St

Saarbrücken. Socken, Wintermäntel und Pullover - in der St. Johanner Börse können bedürftige Menschen gebrauchte Kleidung und auch Hausrat für geringe Kosten kaufen. Einmal im Monat können registrierte Personen drei Kilo Kleidung für einen Euro mitnehmen. Spender sind Privatpersonen und Geschäfte. 2400 Menschen mit geringem Einkommen - ALG II- Empfänger oder Rentner - sind bei der St. Johanner Börse registriert. "An manchen Tagen haben wir bis zu fünf Neuanmeldungen", sagt Angelika Böckel, Leiterin der Kleiderkammer. Zurzeit mangele es an Herrensocken und Kinderkleidung.

Die Börse ist eines von vielen Hilfsangeboten des Diakonischen Zentrums in Saarbrücken. Das Zentrum veranstaltete am vergangenen Freitag einen Tag der offenen Tür, um sein am 1. September neu bezogenes Domizil in der Johannisstraße 4 vorzustellen. Der saarländische Gesundheitsminister Georg Weisweiler überreichte dabei einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro und lobte das Zentrum für die Hilfe, die es den Menschen bietet: "Das Zentrum liegt mitten in der Stadt und nicht verschämt am Stadtrand, seine Hilfe beachtet die Würde der Menschen." Mit insgesamt 20 000 Euro unterstützt die Landesregierung den Umzug von der Alten Kirche in die Johannisstraße und die Einrichtung eines Bades für Obdachlose.

Neben dem Gebrauchtwarenhaus St. Johanner Börse, bietet das Diakonische Zentrum unter anderem eine Sozialberatungsstelle, eine Fachberatungsstelle für Wohnungslose, Ambulant Betreutes Wohnen, Ambulante Hilfen für Menschen mit seelischen Behinderungen und Migrationsdienste mit Integrationskursen. Für Obdachlose leisten sechs Ärzte ehrenamtlich eine medizinische Grundversorgung. Chronische Bronchitis, Folgen von Alkoholkrankheiten, Verletzungen oder Hautkrankheiten seien die häufigsten Erkrankungen berichtet die Allgemeinmedizinerin Dr. Rosemarie Masson. "Einmal wöchentlich werden hier bis zu 20 Patienten behandelt, das sind etwa 150 im Jahr", berichtet der Sozialarbeiter Martin Kunz. Der 45-jährige Wohnungslose Joachim Brauer findet das Angebot optimal: "Nicht jeder hat die zehn Euro Praxisgebühr."

Auch die Ambulanten Hilfen für Menschen mit seelischer Behinderung stoßen auf Resonanz. Zurzeit werden 67 Menschen betreut, der Bedarf für Beratungsgespräche sei steigend: "Wir leisten konkrete Hilfe und vereinbaren Ziele, wie allein zum Arzt gehen zu können oder den Alltag zu strukturieren", sagt Diplom-Sozialarbeiterin Gabriele Serf-Glitt. Das oberste Anliegen der Einrichtungen des Diakonischen Zentrums sei laut Diakoniepfarrer Udo Blank, dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes an der Saar gGmbH, die Bekämpfung von Armut in all ihren unterschiedlichen Ausprägungen.

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