Mehr als 50 Missbrauchsopfer beantragen Entschädigung

Mainz/Trier. Im sexuellen Missbrauchsskandal der katholischen Kirche haben bislang in den rheinland-pfälzischen und saarländischen Bistümern mehr als 50 Menschen eine Entschädigung beantragt. Rund 20 davon wurden bereits positiv entschieden. Allein das Bistum Trier hat mittlerweile in elf Fällen Entschädigungen an Missbrauchsopfer gezahlt

Mainz/Trier. Im sexuellen Missbrauchsskandal der katholischen Kirche haben bislang in den rheinland-pfälzischen und saarländischen Bistümern mehr als 50 Menschen eine Entschädigung beantragt. Rund 20 davon wurden bereits positiv entschieden. Allein das Bistum Trier hat mittlerweile in elf Fällen Entschädigungen an Missbrauchsopfer gezahlt. Die Zahl der gestellten Anträge belaufe sich bislang auf 26, sagte ein Sprecher der Bischöflichen Pressestelle in Trier.Bereits Anfang Juni hatte das Trierer Bistum als eines der ersten in Deutschland fünf Opfer entschädigt. Vier Mal wurden Summen von bis zu 5000 Euro gezahlt - in einem Härtefall floss mehr Geld. Jedes Opfer habe neben dem Geld auch einen Brief bekommen, in dem auf die Missbrauchsvorfälle eingegangen worden sei. Es sei dem Bistum wichtig, dass nicht nur Geld überwiesen werde, sondern es auch einen Kontakt gebe, hieß es. Die Entschädigungsanträge werden an die Koordinierungsstelle bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Bonn geschickt. Diese spricht dann Empfehlungen zur Auszahlung aus.

Im Bistum Mainz sind bisher 13 Anträge auf Entschädigungszahlungen wegen sexuellen Missbrauchs gestellt worden, wie Bistumssprecher Tobias Blum mitteilte. Die zuständige DBK-Stelle in Bonn habe allerdings erst über vier der Fälle entschieden. In einem Fall wurde eine Zahlung abgelehnt.

Im Bistum Speyer sind bislang zwölf Anträge auf eine Entschädigung eingegangen. Davon seien elf positiv beschieden worden, teilte ein Sprecher mit. Die Betroffenen könnten also mit einer Zahlung rechnen. Ausbezahlt wurde bislang noch nicht. Der Ansprechpartner des Bistums werde mit diesen Menschen erst noch Kontakt aufnehmen "und die Entscheidung erläutern". Es sei aber in den nächsten Wochen mit einer Auszahlung zu rechnen, erklärte der Sprecher. Die Missbrauchsvorwürfe betreffen den Angaben zufolge Priester, Erzieher und Nachhilfelehrer. dpa