Mediterrane Küche als Vorbild für gesunde Ernährung

Merzig. Im Saarland sind rund 60 Prozent der Männer und Frauen übergewichtig oder adipös (fettleibig). Durchschnittlich sind das mehr als im Rest Deutschlands. Gleichzeitig liegt das Saarland bei den Krebserkrankungen vorn. Übergewicht als Risikofaktor Wie konkret beide Trends zusammenhängen, sei noch nicht eindeutig belegt, sagt Dr

Merzig. Im Saarland sind rund 60 Prozent der Männer und Frauen übergewichtig oder adipös (fettleibig). Durchschnittlich sind das mehr als im Rest Deutschlands. Gleichzeitig liegt das Saarland bei den Krebserkrankungen vorn.

Übergewicht als Risikofaktor

Wie konkret beide Trends zusammenhängen, sei noch nicht eindeutig belegt, sagt Dr. Guy Sinner, Chefarzt der Chirurgie am SHG-Klinikum Merzig. Aber: "Es heißt, dass Übergewichtige ein fast doppelt so hohes Risiko haben, an Krebs zu erkranken." Über Vorsorge durch Gewichtsreduktion spricht der Mediziner am Samstag, 3. März, in der Stadthalle. Gesunde Ernährung und mehr Bewegung spielen dabei eine Rolle.

Vor allem bei Darmkrebs sei Übergewicht ein Risikofaktor, sagt Sinner, der auch das Bauchzentrum des Klinikums leitet. Senken lässt sich das Risiko durch Abnehmen, also Veränderung - hin zu gesunder Ernährung und mehr Bewegung. "Auch wer Übergewicht und noch keine gesundheitlichen Probleme hat, sollte vorsorgen." Es gelte, etablierte ungesunde Essgewohnheiten zu ändern, sagt Sinner: weniger Fleisch, Fett, Salz und Süßes, dafür mehr Ballaststoffe. Vorbild sei die mediterrane Küche. "Sie ist leicht und wird in Maßen genossen." Weil Ballaststoffe (in Obst, Gemüse und Vollkorn-Lebensmitteln) den Darm aber verstopfen können, gehört viel Trinken (zwei bis drei Liter mindestens) zur Abnehm-Strategie dazu. Alkohol indes ist auch ein Risikofaktoren, wie Rauchen. Ungefährlich sei lediglich ein Glas Wein/ Bier pro Tag.

Dass die Gesellschaft immer dicker werde, habe viele Ursachen, meint Sinner. Auch die Bequemlichkeit im Alltag trage dazu bei. "Es kann schon viel bewirken, jeden Tag die Treppe statt den Aufzug zu nutzen. Man muss nicht gleich in ein Fitnessstudio gehen, um sich fit zu halten." Von Übergewicht ist nach dem Body-Mass-Index (Gewicht geteilt durch Körpergröße im Quadrat) die Rede, wenn der Wert über 25 liegt. Untergewicht beginnt unter 20, Adipositas über 30. "Auch Untergewicht ist ein Risikofaktor für Krebs", sagt Sinner. Neben dem BMI ermittelt die Bauchumfangsmessung Übergewicht. Jenes wirke sich, sagt Sinner, auch in der Krebstherapie negativ aus, erhöhe etwa das Risiko bei Operationen. Deshalb: "Zur besten Vorsorge gehört, es erst gar nicht zum Übergewicht kommen zu lassen. Maßnahmen sollten schon bei Kindern beginnen."

Und: "Die Null-Diät, also eine Weile kaum essen und dann wieder wie vorher, bringt gar nichts." Sinnvoll sei vielmehr eine schrittweise Ernährungsumstellung zur langfristigen Gewichtsreduktion.Foto: SHG

"Es kann schon viel bewirken, jeden Tag die Treppe statt den Aufzug zu nutzen.

Dr. Guy Sinner

Auf einen Blick

"Gesund durch richtige Ernährung - Krankheit geht durch den Magen" heißt die Veranstaltung des Bauchzentrums am SHG-Klinikum Merzig mit Ärzten, Experten und Köchen am Samstag, 3. März, in der Stadthalle. Von zehn bis 15 Uhr gibt es Gesprächsrunden und Rezept-Tipps zum Probieren aus der mobilen Showküche. Gesprochen wird über "Vorsorge durch richtige Ernährung" (zehn Uhr), "Gewichtsreduktion senkt das Krebsrisiko" (elf Uhr), "Übergewicht bei Kindern" (13 Uhr), und "Die richtige Ernährung bei Krebserkrankten" (14 Uhr). SZ-Redakteur Wolf Porz moderiert die Veranstaltung, Es kochen Andreas Kranz (Ellerhof), Peter Blasius (Ratsstube Blasius), Manfred Merll (Hotel-Restaurant Merll-Rieff), Christoph Latz (Hotel-Restaurant Roemer). Der Eintritt ist frei. kes

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