"Massiver Eingriff in die Natur"

Sulzbach/Neuweiler. Während die Sulzbacher CDU in der geplanten neuen Anbindung an das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Neuweiler "eine lohnenswerte Investition sieht, die erheblich zu einer Verkehrsentlastung in Neuweiler beitragen wird" (wir berichteten), lehnt die Sulzbacher FDP die neue Straße nach wie vor entschieden ab

 Das Berufsbildungszentrum in Neuweiler. Foto: SZ

Das Berufsbildungszentrum in Neuweiler. Foto: SZ

Sulzbach/Neuweiler. Während die Sulzbacher CDU in der geplanten neuen Anbindung an das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Neuweiler "eine lohnenswerte Investition sieht, die erheblich zu einer Verkehrsentlastung in Neuweiler beitragen wird" (wir berichteten), lehnt die Sulzbacher FDP die neue Straße nach wie vor entschieden ab. "Sie widerspricht den Zielen des Landesentwicklungsplans", sagt der Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtrat, Dr. Wolfram Brokate.

Nach dem Urteil der Fachabteilung des Umweltministeriums sei die Umweltverträglichkeit der Anbindung aus landesplanerischer und naturschutzfachlicher Sicht nicht gegeben. Nach Angaben von Brokate kann auch nicht der Nachweis erbracht werden, dass der geplante massive Eingriff in den Naturhaushalt im Sinne des Allgemeinwohls gerechtfertigt wäre. Nicht nur der unmittelbare Verlust von etwa 1,2 Hektar Wald durch Abholzung, noch die restlichen Schäden könnten vor Ort ausgeglichen werden. Brokate weist auch daraufhin, dass sich der Naturschutzbeauftragte der Stadt Sulzbach, der Arbeitskreis "Ökologische Stadtentwicklung" wie auch Anlieger sowie der Regionalverband als Träger der Schule gegen das Projekt ausgesprochen hätten. Außerdem werde die Straße viel zu teuer. Sie würde die Stadt in ihrer eh schon grenzwertigen Leistungsfähigkeit noch weiter einschränken. Der FDP-Fraktionsvorsitzende rechnet mit Baukosten von einer Million Euro. Das bedeute einen Eigenanteil für die Stadt von 250000 Euro - 75 Prozent der Baukosten bezuschusst das Land. Brokate geht davon aus, dass der Anteil für die Stadt durch die Planungskosten auf etwa 500000 Euro anwachsen wird. Der FDP-Politiker sagt: "Bei optimistischer Schätzung liegt die Entlastung aufgrund weniger Autos für die Hochstraße und die Martin-Luther-Straße - nur deren Anwohner profitieren von der Maßnahme - bei 27 bis 30 Prozent." Und: In dem Maße, wie die beiden Straßen entlastet würden, würden die Anlieger des Festplatzes und des BBZ mehr belastet. Diese Zahlen seien auch nur für 190 Schultage im Jahr gültig. Das Fazit des FDP-Fraktionsvorsitzenden: "Die Planungsziele wie Aufwertung des Standortes, Verbesserung der Verkehrssicherheit, Verkehrsentlastung oder eine Verbesserung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse werden mit der neuen Straße nicht oder nur in geringem Maße erreicht. Deshalb sind die hohen Kosten zu Lasten des Steuerzahlers und der massive Eingriff in den Waldbestand nicht zu verantworten. Der Bau der Straße muss unterbleiben." ll