1. Saarland

Massen-Protest gegen Cattenom

Massen-Protest gegen Cattenom

Cattenom. Henry Selzer ist sich sicher: "Wir werden ein eindrucksvolles Zeichen für den Ausstieg aus der Atomenergie und den Einstieg in die erneuerbaren Energien setzen

Cattenom. Henry Selzer ist sich sicher: "Wir werden ein eindrucksvolles Zeichen für den Ausstieg aus der Atomenergie und den Einstieg in die erneuerbaren Energien setzen." Der Grünen-Politiker ist einer der Sprecher der "Internationalen Aktionsgemeinschaft gegen Cattenom", die an Ostermontag zur Protestkundgebung gegen das Atomkraftwerk Cattenom in Lothringen aufruft - und mit einer der größten Kundgebungen seit langem rechnet. "Als wir mit unseren Planungen begannen, war unser Ziel, etwa 2000 bis 3000 Teilnehmer zu erreichen. Jetzt rechnen wir auf Grund der Anfragen für Bustransfers mit 4000 bis 5000 Menschen", sagte Selzer gestern bei einer Pressekonferenz am Schauplatz der Kundgebung, einem Parkplatz an der Landstraße D56 unmittelbar am Kraftwerk. Dort werden an Ostermontag von 14 bis 17 Uhr Verwaltungschefs aus der Region, Politiker wie der SPD-Europa-Abgeordnete Jo Leinen und Vertreter des Aktionsbündnisses sprechen. Zeitgleich finden nach Auskunft von Selzer an zwölf deutschen Kraftwerks-Standorten ähnliche Veranstaltungen statt.Auch in Frankreich meinen die Organisatoren einen Stimmungsumschwung zu verspüren, sagte Marie Anne Isler-Béguin von den lothringischen Grünen, einem weiteren Mitglied der Aktionsgemeinschaft, die rund 35 Gruppen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen und Luxemburg umfasst - vornehmlich Parteien, Umweltschutzverbände und Bürgerinitiativen.

Umdenken in Frankreich?

Seit der Atom-Katastrophe im japanischen Fukshima würden sich mehr und mehr Menschen bei ihr melden und fragen, was sie tun könnten, um den Ausstieg aus der Atomkraft zu unterstützen, sagte die französische Grünen-Politikerin. Dass die Franzosen sich mit der Forderung nach einem Atomausstieg nicht leicht tun, dessen ist sich Henry Selzer bewusst: "Ein Land, das sich so stark von der Atomkraft abhängig gemacht hat und das 75 Prozent seiner Energie aus dieser Technologie gewinnt, kann nicht über einen sofortigen Ausstieg reden." Aber in der Forderung nach der Abschaltung von Cattenom seien sich alle Mitwirkenden im Aktionsbündnis dennoch einig.

An Ostermontag wird nach Auskunft der Organisatoren die Landstraße D56 auf einer Länge von fünf Kilometern komplett gesperrt sein, damit Teilnehmer ihre Autos dort parken können. Für die Busse aus der ganzen Region, die in großer Zahl erwartet werden, stehen separate Parkplätze bereit. Die Zusammenarbeit mit den französischen Behörden im Vorfeld der Kundgebung bezeichnete Selzer als konstruktiv. Rund 60 Helfer werden nach seinen Worten am Kundgebungstag für einen möglichst reibungslosen Ablauf Sorge tragen.