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Marpingen bittet Vereine ab sofort stärker zur Kasse

Marpingen bittet Vereine ab sofort stärker zur Kasse

Marpinger Vereine müssen zahlen, wenn sie Hallen nutzen wollen. Und das rückwirkend ab Januar. Die Übungsstunde wird ein Euro kosten. So lautet der Beschluss des Marpinger Gemeinderats.

Marpinger Vereine müssen für Übungsstunden in Sporthallen Gebühren bezahlen. Für Übungs-, Trainings- sowie Spielbetrieb heimischer Gruppen und Vereine sind ein Euro pro Stunde fällig. Das gilt sowohl für Sport- als auch musisch-kulturelle Vereine. Gezahlt werden muss für die Sporthallen in Marpingen und Alsweiler, das Berschweiler Dorfgemeinschaftshaus und die Urexweiler Mehrzweckhalle. Die Gemeinde geht von Einnahmen von 9500 Euro im Jahr aus.

Soweit war sich der Gemeinderat einig. Allerdings gab es Streit über den Zeitpunkt, ab wann die Gebühr fällig wird. Diese soll rückwirkend fürs gesamte Jahr 2013 gelten. "Diese rückwirkende Einführung ist ein Problem, wir finden dies nicht fair", sagte Peter Keßler (CDU). Die Gemeinde müsse den Vereinen Luft lassen, sie mitnehmen. Alfred Neis (SPD) sah dies anders: "Wir haben die Erhöhung letztes Jahr schon angekündigt."

SPD-Fraktionschef Volker Weber warf der Union "Scheinheiligkeit" vor. So habe sie sich der Mitarbeit in der eigens einberufenen Arbeitsgruppe Hallengebühren verweigert. Weber: "Die CDU hat gekniffen, will uns den Schwarzen Peter zuschustern." Jedoch waren in der Arbeitsgruppe auch Ortsvorsteher vertreten, wie Margret Geiger (CDU) für Urexweiler. Während der vorausgegangenen Haushaltsdebatte hatte Weber die "überparteiliche" Arbeit der Gruppe mit "Vorbildcharakter" gelobt. Er forderte die CDU auf, Mut zu zeigen.

Dazu Keßler: "Die CDU hat deutlich gemacht, dass sie die Gebühr mitträgt. Mut zur Entscheidung heißt aber nicht, über den Kopf der Vereine zu entscheiden." German Eckart (SPD) sagte, dass er mit Vereinen schon gesprochen habe. Margret Geiger betonte, dass die rückwirkende Erhebung kein Thema in der Arbeitsgruppe gewesen sei.

Mit 16 zu 15 Stimmen beschloss der Rat die Hallennutzungsgebühr ab Januar 2013. Die CDU lehnte ab, die Mehrheit aus SPD, Grünen und Linke war dafür.

Von einem weiteren Beschluss sind ebenfalls eine ganze Reihe an Vereinen betroffen: Um Energie zu sparen, wird in den Hallen die Temperatur während des Sports um ein auf 17 Grad gesenkt. Um bis zu 1300 Euro pro Jahr will die Gemeinde so die Kosten senken. . Während der Heizperiode werden die Hallen für jeweils zehn Tage komplett geschlossen. Sparpotenzial: 2600 Euro. Das Urexweiler Hallenbad bleibt während der Sommerferien zu (4400 Euro). Die Fußballvereine werden an den Kosten für Flutlichtanlagen mit 250 Euro pro Verein beteiligt. Diesem Sparpaket stimmte der Rat geschlossen zu.

Keinen Erfolg hatten zwei Zuschussanträge. So bekommt der VFB Berschweiler kein Geld, um den Sportplatz zu sanieren. Gemeindegeld gibt's ebenso wenig für die Bühnenbeleuchtung in der Aula der Marpinger Gemeinschaftsschule. "Wir können keine weiteren freiwilligen Ausgaben mehr machen, so lange wir ein Haushaltssanierungskonzept aufstellen müssen", sagte Weber für den Gemeinderat.