Marienhaus schließt Krankenhaus in Dillingen im Juni

Pläne des Trägers Marienhaus : Klinik in Dillingen bald endgültig dicht

Die Marienhaus-Gruppe will die zwei verbliebenen Stationen der Dillinger Klinik nach Saarlouis verlagern. Was wird jetzt aus dem Gebäude?

In wenigen Wochen wird in Dillingen eine über 100 Jahre alte Tradition zu Ende gehen: Das ehemalige Hütten- und spätere Caritas-Krankenhaus, mittlerweile in der Trägerschaft der Marienhaus-Unternehmensgruppe, schließt Mitte Juni endgültig. Darüber informierte der Vorstandschef der Marienhaus-Stiftung, Heinz-Jürgen Scheid, am Donnerstagabend die Mitglieder des Dillinger Stadtrats. Der Entschluss, das Krankenhaus 2019 aufzugeben, war bereits vor Jahren gefallen, einzig der genaue Zeitpunkt war noch offen.

Der Standort Dillingen war bereits stark geschrumpft, nachdem Marienhaus das Krankenhaus 2012 mit der St. Elisabeth-Klinik in Saarlouis zum Marienhaus-Klinikum Saarlouis-Dillingen fusionierte. Damals wurden die chirurgischen Abteilungen nach Saarlouis verlagert, so dass nur noch die Innere Medizin und die Neurologie in Dillingen blieben – laut Krankenhausplan 84 Betten, womit Dillingen einer der kleinsten Krankenhaus-Standorte im Saarland wurde.

Scheid stellte es am Donnerstagabend im Dillinger Rat so dar, dass Marienhaus bereits ab 2012 die Ein-Standort-Lösung verfolgt hatte, sprich: die stationäre Versorgung in Saarlouis konzentrieren und Dillingen dichtmachen wollte. 2014 rief Marienhaus eine Arbeitsgruppe ins Leben, in der sich Vertreter des Trägers, des Dillinger Stadtrats, des Fördervereins sowie Bürgermeister Franz-Josef Berg (CDU) Gedanken über die Zukunft des Standorts machten.

Die für den Umzug der beiden verbliebenen Abteilungen ins Marienhaus-Klinikum Saarlouis nötigen Umbaumaßnahmen sollen bis Juni abgeschlossen sein, wie Scheid erklärte. In Saarlouis sollen unter anderem ein Funktionsneubau mit modernen OP-Sälen und ein neuer Hubschrauberlandeplatz entstehen – dafür ist nach SZ-Informationen ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag veranschlagt.

Der Dillinger Bürgermeister Berg bedauerte die Entscheidung von Marienhaus. „Im Krankenhaus Dillingen wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten hervorragende Arbeit geleistet“, erklärte er. Das Bettenhaus des Krankenhauses soll wegen der schlechten Bausubstanz abgerissen werden, während sich für den Krankenhaus-Altbau bereits Nachnutzer gefunden haben. Marienhaus spricht von einem „beachtlichen medizinischen Leistungsangebot“ dort. Mehrere Arztpraxen haben sich dort angesiedelt. Auch die Bereitschaftsdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung hat ihren Sitz dort; sie soll auch nach der Schließung des Krankenhauses bestehen bleiben.

Marienhaus selbst hat in dem Altbau ebenfalls Büroflächen angemietet. Das Unternehmen verwaltet seit 2018 von Dillingen aus seine Senioreneinrichtungen (vorher Illingen), außerdem hat es sein Baumanagement dort angesiedelt (vorher Losheim). Zudem hat auch das Marienhaus-Klinikum Saarlouis-Dillingen mehrere Abteilungen aus der Verwaltung im Altbau in Dillingen untergebracht. Insgesamt sind auf dem Krankenhaus-Gelände rund 130 Arbeitsplätze entstanden, wie ein Marienhaus-Sprecher sagte. Die Marienhaus-Unternehmensgruppe prüft für das Gelände zudem den Bau einer neuen Zentralsterilisation, die das OP-Besteck der Marienhaus-Kliniken Saarlouis, Losheim, Kohlhof, St. Wendel und Ottweiler aufbereitet (bisher Maybach).

Nach Angaben des Dillinger Bürgermeisters Franz-Josef Berg laufen außerdem Gespräche über eine Ansiedlung weiterer Facharztpraxen und Gesundheitsbetriebe auf den noch freien Flächen sowie zur Einrichtung eines Zentrums für Betriebsmedizin unter Einbeziehung Dillinger Unternehmen. Auch sei ein Gutachten zur Schaffung eines neuen Präventionszentrums in Auftrag gegeben worden.