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Marc Piazolo tritt bei OB-Wahl an

Marc Piazolo tritt bei OB-Wahl an

Homburg

Homburg. Eine Wahlkampfansage vor Weihnachten: Genau das hatte gestern die Fraktion für Homburg (FFH), die Homburger Grünen, die Bürgerinitiative "Homburger wollen Mitsprache" mit Georg Weisweiler und den Arbeitskreis Pro Homburg ins Café Ecker in die Talstraße gebracht, um sich zunächst einmal als "Allianz der Vernunft" zu präsentieren, durchaus heterogen, die zusammengefunden hat als Gegner des derzeitigen Politikstils im Homburger Rathaus. Dieser wurde von allen Rednern, angefangen von Weisweiler über Peter Müller (FFH), Winfried Anslinger (Grüne) bis zu Manfred Fischer von Pro Homburg heftig kritisiert. Als Beispiele für Fehlentscheidungen und mangelnde Transparenz wurden etwa der Kauf des Musikparks und die geplante Ansiedlung des ECE-Centers auf dem Enklerplatz angeführt.Ungewöhnlicher war da aber doch die Ankündigung der vier Partner als Reaktion auf all das, einen gemeinsamen Kandidaten für die Wahl des Homburger Oberbürgermeisters im Jahr 2014 zu benennen. Marc Piazolo, im Moment Vorstandssprecher der Homburger Grünen, soll ins Rennen gehen. Der 49-jährige Volkswirt, in Freiburg geboren, am Bodensee aufgewachsen, ist Professor für Geld-, Kredit- und Außenwirtschaft an der Fachhochschule Kaiserslautern mit Dienstsitz in Zweibrücken. Er ist seit Jahren mit seiner Frau und den gemeinsamen vier Söhnen in Homburg verwurzelt.

Eine große Triebfeder, Piazolo gemeinsam aufzustellen, sei die Ausgangslage gewesen, dass "ein bürgerlicher Kandidat fehlt", unterstrich Müller. Ausgerechnet ein Mann, der in Homburg seit Jahrzehnten zuständig sei für den Verkehr und der hier "sein Unwesen" treibe, solle nun OB werden, warf Müller mit Blick auf den SPD-Kandidaten Rüdiger Schneidewind in die Runde. Die CDU lasse die Bürger im Regen stehen. Es sei darum gegangen, die Notbremse zu ziehen, ein Angebot zu machen, das der Stadt gut zu Gesicht stehe. "Wir stehen 100 Prozent hinter ihm", so Müller über Piazolo. Manfred Fischer forderte eine Politik ein, die sich mit den Nöten und Sorgen der Bürger auseinander setze und nachvollziehbare Entscheidung en treffe. "Und dafür steht unser Mann Piazolo." "Wir hoffen, dass noch viele dazukommen, sehen das als einen Anfang", machte Anslinger klar. Weisweiler betonte, dass die Zusammenarbeit der Gruppe zeige, "wie ernst es uns ist". Die FDP sei derzeit in einer Entscheidungssituation, es sei aber noch nicht alles abschließend besprochen, berichtete Weisweiler, selbst Mitglied der Liberalen.

Piazolo sprach dann angesichts der Vorschusslorbeeren von einem "einzigartigen Bündnis" und betonte: "Was uns zusammenschweißt ist die Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie Politik gemacht wird." Er stehe hingegen für eine Politik gemeinsam mit den Bürgern. "Ich trete nicht als Partei-, sondern als Sachpolitiker an", sagte er.

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Meinung

Als Gegner vereint

Von SZ-RedakteurinUlrike Stumm

Das ist kein besonders schönes Geschenk, das die vier ungleichen Freunde dem SPD-OB-Kandidaten Rüdiger Schneidewind da unter den vorweihnachtlichen Baum gelegt haben. Der gemeinsame Bewerber ums oberste Amt der Stadt, Marc Piazolo, vereint sie im Streben danach, den jetzigen Beigeordneten als neuen Verwaltungschef zu verhindern. Dieser Wunsch nach Gegenwind hilft sogar dabei, die sehr unterschiedlich ausgerichteten Partner unter einen Hut zu bekommen. Immerhin trifft hier die Bürgerinitiative mit dem konservativ-liberalen Ex-Minister Georg Weisweiler an der Spitze auf die Grünen, die ja auch ehemaliger Mit-Koalitionspartner auf Landesebene in der mit einem Paukenschlag gescheiterten Jamaika-Koalition waren. Dazu kommen der Arbeitskreis Pro Homburg mit Geschäftsmann Fischer vorneweg sowie die FFH, die sich ja sowieso recht bunt zusammensetzt: aus abgewanderten Linken und Ex-FDPlern. Ob der gemeinsame Hut am Wahltermin 2014 immer noch passt, muss sich zeigen. Die Zeitspanne ist recht groß.

Die CDU findet mit dem Kandidaten Piazolo zum Nikolaustag heute eine Rute im Stiefel. Sie scheint nach außen tatenlos, und da OB Karlheinz Schöner und Bürgermeister Klaus Roth abwinken, auch weiter Kandidaten los. Während nun zwei schon munter Wahlkampf machen, müssen sie noch suchen - sie sollten sich nicht zu viel Zeit lassen.