Mann und Frau im Krieg

Mann und Frau im Krieg

Das Landestheater Burghofbühne Dinslaken führte im Homburger Saalbau William Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ auf. Die Komödie handelt von der Gehorsamkeit einer Frau. Der soziologische Hintergrund passt nicht mehr ins heutige Bild.

Eine durchaus bekannte Situation gab's da auf der Bühne: Mann und Frau sind im Krieg, und Schauspieler spielen um ihr Leben. Mit viel Sinn für Ironie, mit derbem Witz, aber auch mit einem leichten Hang zum Überdrehen zeigte das Landestheater Burghofbühne Dinslaken im Kulturzentrum Saalbau Homburg William Shakespeares Komödie "Der Widerspenstigen Zähmung". Im Kräftemessen der Geschlechter flogen die Fetzen, sprühten die Funken und saßen die Schläge.

Die von Shakespeare im Stil des Stegreiftheaters der Comedia dell'Arte, im Rüpelstil der Jahrmarkts-Volkskomödie, im höfischen Renaissance-Theater und in den Mantel- und Degenstücken des spanischen Volkstheaters verfasste Komödie hat Sebastian Wirnitzer mit den spielfreudigen Schauspielern des Landestheaters Burghofbühne inszeniert.

420 Jahre alte Komödie

Besonders betont wird der Charakter des Stückes mit Halskrausen über moderner Straßenkleidung sowie einer an das Globe Theatre erinnernden Arena. In dieser fast 420 Jahre alten Komödie geht es um die Gehorsamkeit einer Frau, deren soziologischer Hintergrund nicht mehr ins heutige Bild passen mag.

Die Hauptrollen der renitenten Katharina und des nicht minder dominanten Petruchio waren mit Sabine Weithöner und Matthias Fuhrmeister besetzt. Die Verse haben auch heute nichts von ihrer sprachlichen Schönheit verloren. In der gut zweistündigen Aufführung wird die Geschichte des jungen Studenten Petruchio erzählt, der auf der Suche nach einer reichen Frau nach Padua kommt. Sein Blick fällt auf Baptistas (Anton Schieffer) schöne Tochter Bianca (Lara Christine Schmidt), die er gern zur Frau hätte; doch es gibt einen Haken. Klug wie er ist, will der schwer geprüfte Vater seine jüngere Tochter erst verheiraten, wenn auch die ältere, Katharina, einen Mann für's Leben gefunden hat.

Doch die ist äußerst kratzbürstig zu allen Männern, die sie erobern wollen. Sie widersetzt sich, denn für sie kommt es nicht infrage, sich unter dem Vorwand romantischer Liebe in die Ehe mit einem zahlungskräftigen Heiratskandidaten drängen zu lassen.

Daher wählt sie lieber den Angriff, die ungestüme verbale und körperliche Attacke. Bis Petruchio auftaucht und sie zum ersten Mal auf einen Mann trifft, der ihr gewachsen ist. Auch die beiden Edelmänner Gremio (Markus Rührer) und Hortensio (Daniele Nese) hätten auf diesem Marktplatz der Liebe die schöne Bianca gerne zur Frau. Also beschließen sie, einen selbstbewussten Mann für sie zu finden. Und da kommt ihnen der ziemlich wortgewandte und zupackende Petruchio schließlich gerade recht.

Unterwürfigkeit der Frau

Er will es mit Katharina aufnehmen und sie "zähmen". Das Spiel beginnt. Mit ein Höhepunkt war am Ende der Monolog der "gezähmten" Katharina, in dem sie ein Loblied auf die Unterwürfigkeit der Frauen singt. Für die gelungene Unterhaltung gab es vom Publikum Applaus für das ganze Ensemble des Landestheaters Burghofbühne.

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