Mann legt Ampel lahm, um schneller ins Büro zu kommen

Neustadt/Weinstraße. Ein Autofahrer aus Rheinland-Pfalz hat eine Ampel lahmgelegt, um schneller zur Arbeit zu kommen. Den Schadenersatz, den er daraufhin zahlen musste, wollte er als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Das Finanzamt lehnte dies allerdings ab. Mit einer Klage gegen diese Entscheidung scheiterte der Autofahrer vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Urteil vom 27

Neustadt/Weinstraße. Ein Autofahrer aus Rheinland-Pfalz hat eine Ampel lahmgelegt, um schneller zur Arbeit zu kommen. Den Schadenersatz, den er daraufhin zahlen musste, wollte er als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Das Finanzamt lehnte dies allerdings ab. Mit einer Klage gegen diese Entscheidung scheiterte der Autofahrer vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Urteil vom 27. Juni 2008 - Aktenzeichen: 4 K 1928/07), wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Der Mann musste auf dem Weg zur Arbeit an einer Baustellenampel halten. Die Ampel war seiner Ansicht nach defekt, weil sie nicht auf grün schaltete. Der Autofahrer durchtrennte daraufhin einfach das Stromkabel der Ampel und fuhr weiter. Den Schadenersatz von 4900 Euro, den er daraufhin zahlen musste, wollte er von der Steuer absetzen. Seine Argumentation: Die Ausgaben seien hier durch seine Arbeit bedingt gewesen. Er habe die Firma wegen eines wichtigen Kundentermins erreichen müssen. Das Finanzgericht wollte dieser Argumentation nicht folgen. Der Kläger habe die Sachbeschädigung nicht im Rahmen seines Betriebes begangen, sondern auch privat, als Teilnehmer im Straßenverkehr. Und als solcher teile er das Schicksal Millionen anderer Berufspendler: den täglichen Stau auf dem Weg zur Arbeit. Bei einer Störung der Ampel hätte der Autofahrer außerdem äußerst vorsichtig auch so weiterfahren können, befand das Gericht - ohne die Ampel zu beschädigen. dpa

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